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Erste Ethernet-Kabel waren Safari Yellow – aus Designgründen und zum Schutz vor Stromschlägen

Cabletron ST-500 „Vampire Tap“ – 10BASE5-Ethernet-Kabelanschluss
ⓘ Matthew Millman
Cabletron ST-500 „Vampire Tap“ – 10BASE5-Ethernet-Kabelanschluss
Heute gibt es Ethernet-Kabel in nahezu jeder Farbe. Die ersten Modelle waren jedoch auffällig in kräftigem Gelb gehalten. Die Farbwahl orientierte sich nicht nur am Geschmack eines Mitentwicklers des Standards, sondern sollte Installateuren auch helfen, gefährliche Verwechslungen mit Stromleitungen zu vermeiden.

Ethernet-Kabel gibt es heute in nahezu jeder Farbe, die ein Hersteller auf den Kabelmantel drucken möchte. Die allerersten Ethernet-Kabel erhielten jedoch einen ganz bestimmten Farbton – sowohl aus gestalterischen als auch aus Sicherheitsgründen.

Laut Rich Seifert, einem der Ingenieure hinter der ursprünglichen Ethernet-Spezifikation, waren die Anfang der 1980er-Jahre ausgelieferten Kabel aus mehreren guten Gründen ausnahmslos gelb. Seifert erklärte, dass die Farbwahl teilweise seinem persönlichen Geschmack bei Auto- und Möbellackierungen entsprach. Er entschied sich bewusst für einen Farbton, der dem Lack eines Chevrolet Corvette aus dem Modelljahr 1968 ähnelte und unter Oldtimer-Fans häufig als „Safari Yellow“ bezeichnet wird.

Der praktischere Grund hing jedoch mit der damaligen Installation von Ethernet-Netzwerken zusammen. Anders als die heute verwendeten dünnen und flexiblen Netzwerkkabel setzte Ethernet damals auf dicke Koaxialkabel, die mithilfe eines sogenannten Vampire Tap angeschlossen wurden. Die Kabel des ursprünglichen Ethernet-Standards aus den frühen 1980er-Jahren, der auf Entwicklungen von DEC, Intel und Xerox basierte, trugen die Bezeichnung 10BASE5 beziehungsweise „Thicknet“.

Die gelbe Ummantelung war sogar ausdrücklich Bestandteil der Spezifikation, damit Installateure die Kabel auf den ersten Blick eindeutig erkennen konnten. Der Vampire-Tap bohrte sich buchstäblich durch die äußere Abschirmung des Kabels, um Kontakt mit dem Leiter im Inneren herzustellen. Diese Installationsmethode war deutlich riskanter als die heute üblichen Crimpverbindungen.

Techniker arbeiteten häufig an Kabelbündeln, die durch Zwischendecken verlegt waren. Wurde versehentlich das falsche Kabel angebohrt, bestand die Gefahr, stattdessen eine Stromleitung zu treffen. Das auffällige Gelb des Ethernet-Kabels – angelehnt an den Farbton des Corvette-Modells von 1968 – sollte genau solche Verwechslungen verhindern und damit das Unfallrisiko reduzieren.

Damals benötigte ein einzelner Ethernet-Controller zwei große Leiterplatten, kostete rund 3.000 US-Dollar (umgerechnet rund 2.600 Euro) und verbrauchte allein 60 Watt. Das entspricht einer höheren Leistungsaufnahme als die eines kompletten Einplatinencomputers wie dem CanaKit Raspberry Pi 5 Starter Kit Pro, das heute für weniger als 260 US-Dollar (umgerechnet rund 225 Euro) erhältlich ist.

Die heute vertrauten blauen oder grauen Twisted-Pair-Kabel kamen erst später auf, nachdem koaxial basiertes Ethernet mit Vampire-Tap nach und nach aus dem Einsatz verschwand. Für einige Jahre war das auffällige Gelb der Ethernet-Kabel daher nicht nur eine Designentscheidung ihres Mitentwicklers, sondern vor allem eine Sicherheitsmaßnahme, um zu verhindern, dass Installateure versehentlich das falsche Kabel anbohrten und einen Stromschlag erlitten.

Original 10BASE5-Ethernet-Kabelrolle in Gelb
ⓘ Rick Seifert
Original 10BASE5-Ethernet-Kabelrolle in Gelb
Das „Safari Yellow“ dieser Corvette aus dem Jahr 1968 diente als ursprüngliche Inspiration für die Farbe des Ethernet-Kabels.
ⓘ Volo Cars
Das „Safari Yellow“ dieser Corvette aus dem Jahr 1968 diente als ursprüngliche Inspiration für die Farbe des Ethernet-Kabels.
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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-08 > Erste Ethernet-Kabel waren Safari Yellow – aus Designgründen und zum Schutz vor Stromschlägen
Autor: Daniel Zlatev,  4.08.2026 (Update:  4.08.2026)