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MWC 2022 | Eco SIM soll Millionen von SIM-Karten umweltfreundlicher machen

Die Eco-SIM von Thales. (Bild: Andreas Sebayang/Notebookcheck.com)
Die Eco-SIM von Thales. (Bild: Andreas Sebayang/Notebookcheck.com)
Es ist nur ein kleines Stück Plastik, doch diese Subscriber Identity Modules (SIM) werden pro Jahr milliardenfach verteilt. Thales hat deswegen das Eco-SIM-Projekt gestartet über das das Unternehmen auf dem Mobile World Congress mit Notebookcheck sprach. Die ersten Netzbetreiber verschicken diese bereits, doch perfekt sind die Karten noch nicht.

Rund 4,5 Milliarden Subscriber Identity Modules (SIM) werden pro Jahr produziert. Einen signifikanten Teil dieser Karten produziert eine Unternehmenssparte, die früher als Gemalto bekannt war und bereits seit geraumer Zeit Teil der französischen Thales-Gruppe ist. SIM-Karten sind zwar nur ein kleines Stück Plastik, allerdings macht es hier die Masse.

Schon lange gibt es deswegen etwas das Angebot sogenannter Half Cards (ISO/IEC 7810, ID-1 in der Hälfte geteilt). Die alten Full-Size-SIMs im Kreditkartenformat nimmt nämlich kein modernes Telefon mehr an. 

Auf die Half Card lässt sich jedoch laut Thales nicht verzichten, auch wenn die Anwender daraus nur eine Mini-, Micro- oder Nano-SIM (2FF, 3FF, 4FF) herausbrechen. Oft werden Informationen wie PUK und PIN auf die restliche Fläche gedruckt, so Thales. Üblich ist aber auch, dass diese Informationen Teil eines Briefs sind. Dann ist die das Modul umgebene Fläche eigentlich nutzlos. 

Thales hat daher vor über drei Jahren mit einem Projekt begonnen diese Plastikkarten umweltfreundlicher zu machen: Eco-SIMs. Diese sind seit Ende 2021 im Angebot von Thales. Neben den offensichtlichen Vorteilen der Umweltfreundlichkeit soll das Angebot Netzbetreibern und -Anbietern auch helfen gegebenenfalls neue Bestimmungen zu erfüllen.

Eco-SIM-Karten sind teurer und recyceltes Metall ist noch nicht dabei

Für Netzbetreiber und -Anbieter ist der Versand von Eco-SIM-Karten durchaus mit Nachteilen verbunden. Die Karten sind etwas teurer als traditionell produzierte Karten. Thales gab im Gespräch auch an, dass die Kosten nicht etwa durch höhere Stückzahlen sinken werden. Dafür ist die Produktion zu aufwendig.

Thales nutzt für das Plastik altes Polystyrol (PS), das aus eingesammelten alten Kühlschränken stammt. Andere Kunststoffarten, wie etwa PET von Plastikflaschen, eignen sich nicht dafür. Die Wiederverwertung alter Kühlschrankteile spart zwar Ressourcen, treibt jedoch die Kosten hoch. Zudem ist die Karte nicht komplett CO2-neutral in der Herstellung. Bisher liegt die Reduktion des CO2-Fußabdrucks bei 40 Prozent verglichen mit alten Verfahren. Das gilt für Half Cards. Die Standard-ISO-Karten, die ebenfalls als Eco-SIM angeboten werden, bieten eine Reduktion von 30 Prozent.

Der Rest wird über Kompensationen ausgeglichen wie Thales angab, um die Carbon-Neutral-Zertifizierung zu erhalten. Investiert wird etwa in die Wiederaufforstung und erneuerbare Energien.

Einer dieser Produktionsteile ist die Verwendung von Metallen, wie etwa der Chip oder die auffälligen Chip-Kontaktflächen. Letzteres wird bisher nicht aus recycelten Materialien gewonnen. Laut Thales ist der Anteil auf die Klimawirkung zwar gering, doch das Unternehmen will auch diesen Schritt irgendwann noch gehen.

Viele Kunden konnte Thales auf dem Mobile World Congress noch nicht nennen. Zu den Kunden, die Thales bereits Ende 2021 gewinnen konnte, gehören Vodafone und Movilcom. Seither hat sich nicht mehr getan. Thales selbst schätzte den Markt bereits 2021 auf rund 140 Millionen SIM pro Jahr ein. Nicht viel angesichts der Milliarden Module, die jährlich produziert werden.

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Autor: Andreas Sebayang,  3.03.2022 (Update:  3.03.2022)