Der frühere Sony-Manager Shawn Layden, der 2019 nach rund drei Jahrzehnten im Unternehmen als Vorsitzender der SIE Worldwide Studios zurücktrat, hat kürzlich in einem Interview seine Einschätzung zur Lage der Spielebranche geteilt. Seiner Ansicht nach steckt die Industrie fest, wenn es darum geht, neue Zielgruppen zu erschließen. Der einzige Weg zu einem echten Durchbruch sei die Einführung eines einheitlichen Spieleformats, auf dem alle aufbauen können – ähnlich wie früher DVDs oder VHS-Kassetten der gemeinsame Standard waren.
Layden ist schon länger für pointierte Einschätzungen zu Branchentrends bekannt. In einem aktuellen Interview mit den YouTubern Naomi Kyle und Pause for Thought erklärte er, dass sich die Zahl der verkauften Konsolen pro Generation über die Jahre kaum verändert habe. Er erklärt:
„Wir sprechen bei Gaming von einer 250-Milliarden-Dollar-Industrie – was stimmt. Und dass es Hunderte Millionen Nutzer gibt – ebenfalls korrekt. Aber in dieser Zahl sind eben auch Leute enthalten, die Wordle spielen oder Candy Crush. Auch sie gelten als Gamer.
Die Zahl der tatsächlich verkauften Konsolen pro Generation liegt jedoch bei etwa 250 Millionen – und das war’s.“
Zur Untermauerung nennt Layden mehrere Beispiele, darunter die Prime-Time der PlayStation 1, der Sega Saturn und des Nintendo 64. Selbst diese heute legendären Konsolen lagen letztlich in der Nähe dieser Marke. Die einzige wirkliche Ausnahme sei die Wii gewesen – und das auch nur, weil mit Spielen wie Wii Fit plötzlich viele Nicht-Gamer auf den Zug aufgesprungen seien.
Layden ist der Meinung, dass der Markt „gefangen“ ist – also an klare Grenzen stößt – und erläuterte das folgendermaßen:
„Wenn man alle PS1-, Sega-Saturn- und N64-Konsolen nebeneinanderstellt und die einzelnen Generationen betrachtet, landet man immer bei etwa 250 Millionen. Das einzige Mal, dass diese Zahl fast auf 300 Millionen gestiegen ist, war in der Generation mit der Wii – als viele glaubten, man könne mit Wii Fit abnehmen. Damals haben wir ein eher untypisches Gaming-Publikum dazu gebracht, in die Spielebranche einzusteigen.
Aber das war eine Ausnahme, und danach hat sich der Markt wieder eingeebnet. Wir müssen diese Obergrenze knacken, diese Barriere durchbrechen. Der einzige Weg dorthin ist – auch wenn mich viele dafür für verrückt erklären und mit Steinen werfen –, dass man bedenkt, warum Sonys Betamax-Format gegen VHS verloren hat: VHS hat sein Format an viele verschiedene Hersteller lizenziert.“
Gleichzeitig plädiert Layden ausdrücklich nicht für das Ende dessen, was einzelne Konsolenplattformen einzigartig macht. Im selben Interview stellt er klar:
„Ich glaube nicht, dass jedes Spiel plattformexklusiv sein muss. Aber ich erkenne durchaus an, dass es für Unternehmen wie Sony oder Nintendo einen enormen Markenwert hat, starke Exklusivtitel zu besitzen.“
















