Enterprise-SSDs kosten jetzt 18-mal mehr als Festplatten, Preise steigen um das 6,5-Fache

Die Preise für Enterprise-SSDs sind stark gestiegen, da der KI-Boom die Nachfrage nach Speichern mit hoher Kapazität antreibt. Laut der jüngsten Aktualisierung von Vduras Flash Volatility Index kostet eine 30TB-TLC-SSD für Unternehmen inzwischen rund 22.600 US-Dollar. Eine Festplatte mit vergleichbarer Kapazität ist dagegen für etwa 1.216 US-Dollar erhältlich.
Damit ist Flash-Speicher bei gleicher Kapazität rund 18,6-mal so teuer wie eine HDD. Gegenüber dem im ersten Quartal verzeichneten Höchstwert von 23,2 hat sich der Abstand zwar etwas verringert, SSD-Speicher bleibt jedoch erheblich teurer.
Eine 30TB-TLC-SSD kostet heute etwa 6,5-mal so viel wie vor einem Jahr. Der Preis ist von 3.460 US-Dollar auf 22.600 US-Dollar gestiegen. Allein im Juli hat Vduras Index einen weiteren Anstieg der Flash-Preise um 5 Prozent verzeichnet. Auch HDDs sind teurer geworden: Eine vergleichbare 30TB-Festplatte hat im dritten Quartal 2025 noch 495 US-Dollar gekostet, aktuell sind es 1.216 US-Dollar. Das entspricht einer Steigerung um den Faktor 2,5.
Besonders relevant ist dieser Unterschied für KI-Rechenzentren, die enorme Speicherkapazitäten benötigen. Nach Schätzung von Vdura würde ein ausschließlich mit SSDs aufgebautes Speichersystem mit 25PB Kapazität zu aktuellen Preisen rund 51,6 Millionen US-Dollar kosten. Ein Hybridsystem aus SSDs und HDDs käme dagegen auf etwa 12,86 Millionen US-Dollar und könnte damit fast 39 Millionen US-Dollar einsparen.
Allerdings gibt es einen Haken: Ausreichend Festplatten zu beschaffen, könnte beinahe ebenso schwierig werden wie deren Finanzierung.
Seagate und Western Digital haben Investoren mitgeteilt, dass ihre Produktion von Nearline-HDDs bis 2027 faktisch ausverkauft ist. Bei Western Digital waren die Kapazitäten für 2026 bereits vollständig vergeben, gestützt durch feste Bestellungen der sieben größten Kunden und Vereinbarungen mit mehreren Abnehmern, die bis 2027 und 2028 reichen. Auch Seagate hat erklärt, dass die Nearline-Kapazitäten im Rahmen auftragsbezogener Verträge bis 2027 nahezu vollständig vergeben sind.
Kunden ohne langfristige Liefervereinbarungen müssen daher möglicherweise auf den Spotmarkt ausweichen. Dort können die Preise deutlich über Vduras Referenzwert von 1.216 US-Dollar liegen. Sajal Dogra, Analyst bei Rosenblatt Securities, hat den Preisaufschlag für HDDs am Spotmarkt in einer Analyse vom August auf 30 bis 40 Prozent geschätzt.
Auch die NAND-Preise stehen unter Druck. Eine Erhebung von TrendForce für das dritte Quartal zeigt gegenüber dem Vorquartal einen Anstieg der NAND-Vertragspreise um 10 bis 15 Prozent. Bereits im zweiten Quartal haben die Preise um 70 bis 75 Prozent und im ersten Quartal um 55 bis 60 Prozent zugelegt. Die Vertragspreise für Enterprise-SSDs sind allein im ersten Quartal um rund 80 Prozent gestiegen.
Quelle(n)
Vdura via Tom's Hardware








