
Großer Akku, zahmer Motor - Ausom L1 E-Scooter mit ABE ausprobiert
Groß und unaufgeregt.
Der L1 von Ausome kommt mit ABE und darf damit auf legal auf deutschen Straßen fahren. Trotz der massiven Optik und großem Akku fährt der E-Scooter zahm. Auf technische Spielereien verzichtet der L1, dafür bietet er hervorragende Bremsen. Wir haben ihn auf langen und kurzen Strecken ausprobiert.Benedikt Winkel Veröffentlicht am 🇺🇸 🇳🇱 ...
Testfazit - Ausom L1 unaufgeregt aber funktional
Der L1 von Ausom ist groß und schwer. Optisch setzt er auf SUV-Look. Funktionen wie App-Steuerung, Rekuperation, Ortung oder Wegfahrsperre bietet er nicht. Der Hersteller setzt dafür auf einen 998 Wh großen Akku und performante Bremsen.
Die Federung bietet Reserven, dürfte aber feinfühliger sein. Insgesamt ist der L1 sehr unaufgeregt aber funktional.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Ausom bietet den Scooter L1 in verschiedenen Versionen an. Die Unterscheiden sich bei der Anzahl der verbauten Motoren, der Akkukapazität und der maximalen Höchstgeschwindigkeit. Eine Straßenzulassung (ABE) hat jedoch nur eine Version.
Unser Testmodell kommt von Geekbuying aus einem europäischen Lager und wird zollfrei geliefert. Ein aktueller Rabattcode lautet: AusomL1ABE. Damit fällt der Preis auf 599 Euro.
Inhaltsverzeichnis
- Testfazit - Ausom L1 unaufgeregt aber funktional
- Unboxing und Montage - Ausome L1 muss fertig montiert werden
- Ausstattung und Bedienung - Federung vorne und hinten am Ausom L1
- Lichtausstattung - Ausome L1 mit Blinkern an den Lenkerenden
- App und smarte Funktionen - Ausom ohne App-Anbindung
- Fahreindruck und Komfort - Ausome L1 mit viel Grip
- Beschleunigung und Bremsen - Kräftige Verzögerung beim L1
- Akku und Laden - 998 Wh im Ausom L1
- Conclusio
Ausom bietet eine Vielzahl von E-Scootern an. Wir durften bereits den L2 Max ohne ABE fahren und feststellen, wie stabil E-Sccoter auch bei hohem Tempo sein können. Der L1 mit ABE ist dem L2 Max optisch sehr ähnlich.
In Deutschland dürfen e-Scooter eine maximale Höchstgeschwindigkit von 20 km/h haben und benötigen ein Versicherungskennzeichen. Der Ausom L1 ist in der Testversion zulassungsfähig.
| Technische Daten | Ausom L1 |
| Akku | 998 Wh |
| Antrieb | Hinterradantrieb mit bürstenlosem 500-Watt-Motor |
| Höchstgeschwindigkeit | 20 km/h (ABE) |
| Reichweite laut Hersteller | 90 km |
| Ladegerät | 89 W |
| Traglast | 135 kg |
| Bereifung | 10 Zoll, Luftbereift |
| Bremssystem | 2x Scheibenbremsen, mechanisch |
| Gewicht | 29,23 kg |
| Beleuchtung | komplett LED, Blinker in Lenkerenden |
| sonstige Merkmale | geschobene Schwinge vorne, Federung vorne und hinten einstellbar, Lenker höhenverstellbar |
Unboxing und Montage - Ausome L1 muss fertig montiert werden
Der Ausom L1 wird in einem schmalen Karton geliefert. Der Aufbau nimmt nicht viel Zeit in Anspruch. Das Display muss in eine Halterung am Lenker eingesetzt werden. Außerdem muss der Lenker mit vier Schrauben fixiert und das vordere Licht montiert werden.
Entsprechendes Werkzeug liefert der Hersteller mit. Außerdem liegen Gummikappen zur Abdeckung der großen Muttern im Karton und eine Zierleiste für das Trittbrett - auf deren Montage haben wir verzichtet.
Ausstattung und Bedienung - Federung vorne und hinten am Ausom L1
Der Ausome L1 überzeugt mit stimmigen Kontaktpunkten. Das Trittbrett ist ansprechend breit und dank Schraffierung auch rutschsicher. Am Lenker verbaut der Hersteller ergonomische Griffe. Optisch fällt Vorderradführung mit geschobener Schwinge ins Auge.
Der L1 hat eine Federung an beiden Rädern. Die Vorspannung der Spiralfedern kann eingestellt werden, das entsprechende Werkzeug wird jedoch nicht mitgeliefert.
Lichtausstattung - Ausome L1 mit Blinkern an den Lenkerenden
An der Lenkstange des Ausom L1 sitzt ein LED-Scheinwerfer, der auch Fahrräder schmücken könnte. Die Lichtausbeute geht in Ordnung, im Lichtbild gibt es aber schattige Bereiche in mittlerer Entfernung. Eine Fernlichtfunktion gibt es nicht.
An den Lenkerenden verbaut Ausom LED-Blinker, die erfreulicher weise ohne akustisches Signal auskommen. Eine automatische Rückstellung der Blinker bietet der Scooter nicht. Am Heck sorgt eine LED-Rückleuchte mit Bremslichtfunktion für Aufmerksamkeit.
App und smarte Funktionen - Ausom ohne App-Anbindung
Ausom verzichtet auf eine App-Steuerung des E-Scooters. Entsprechend können keine Fahrdaten, Standorte oder Ladestände mit dem Smartphone abgerufen werden. Einstellungen sind lediglich über das Menü im 4,5 Zoll großen LC-Display möglich.
Der Hersteller wirbt mit Entsperrung per NFC. Das ist mit einer mitgelieferten Karte problemlos möglich. Alternativ kann der Scooter per Zahlencode entsperrt werden. Eine Alarmanlage oder Wegfahrsperre bietet der L1 nicht. Der Scooter kann problemlos weggeschoben werden, nur die Aktivierung des Antriebs ist ohne Karte oder Code nicht möglich.
Fahreindruck und Komfort - Ausome L1 mit viel Grip
Ausom wirbt mit Offroad-Fähigkeiten des Scooters. Zumindest auf Fahrradwegen ohne Asphalt macht der L1 eine gute Figur. Der E-Scooter fährt sicher und lässt sich auch durch Schlaglöcher nicht aus der Ruhe bringen.
Die Federung reagiert jedoch ab Werk nicht besonders sensibel. Grobe Stöße werden gefiltert, kurze Unebenheiten wie Kopfsteinpflaster gibt der eScooter aber trocken weiter. Überzeugen können die grob-profilierten Reifen. Zwar sorgen sie für ein recht lautes Abrollgeräusch, die Gripreserven sind sowohl auf Asphalt als auch auf unbefestigten Wegen überraschend gut. Selbst auf nasser Fahrbahn zieht der L1 unbeirrt auch enge Kurven.
Anders als beim L2 Max ist der Lenker des L1 in der Höhe verstellbar. Das sorgt zusammen mit dem großzügigen Trittbrett und den ergonomischen Flossengriffen für einen komfortablen Fahrplatz. Lediglich der als Fingergriff ausgeführte Gashebel ist auf Dauer unangenehm. Einen Tempomaten bietet der E-Scooter nicht.
Seltsam ist, dass der Tacho maximal 22 km/h anzeigt, auch wenn der Scooter bergab deutlich höheres Tempo erreicht.
Beschleunigung und Bremsen - Kräftige Verzögerung beim L1
Die Beschleunigung des Ausom L1 fällt sanft aus - das wird auch in unserer Vergleichstabelle deutlich. Dabei macht es kaum einen Unterschied, in welchem Modus der L1 bewegt wird. Eco, Sport und Race stehen als Fahr-Modi zur Wahl. Die haben aber vor allem Auswirkungen auf die Höchstgeschwindigkeit: 10, 15 oder 22 km/h laut Tacho.
Die Beschleunigung ist sehr linear und überrascht auch ungeübte Fahrer nicht. Die Abregelung bei der Höchstgeschwindigkeit ist harmonisch gelöst. Überzeugen kann der Ausom L1 bei den Bremsen. Diese werden mechanisch angesteuert und müssen eingebremst werden. Dann liefert die Anlage aber hervorragende Bremswerte und bleibt dabei gut dosierbar.
Akku und Laden - 998 Wh im Ausom L1
Ausom verbaut einen großen Akku mit einer Kapazität von 998 Wh. Der Hersteller verspricht eine Reichweite von bis zu 90 Kilometern. Wir ermitteln auf einer knapp 20 Kilometer langen Testrunde einen Verbrauch von 19,4 Wh pro Kilometer und eine rechnerische Reichweite von 50 Kilometern mit einer Akkuladung. Dabei wird der Roller nahezu immer mit Vollgas bewegt und er muss Steigungen bewältigen.
Geladen wird mit maximal 89 Watt, die Ladeleistung bleibt dabei stabil. Der Akku ist nicht entnehmbar. Die Ladeklappe ist federbelastet, schützt vor Spritzwasser und ist gut erreichbar. Für eine vollständige Ladung vergehen über zehn Stunden.
Conclusio
Mit dem L1 konzentriert sich Ausom auf das Wesentliche. Er bietet kaum smarte Funktionen, aber sichere Fahreigenschaften und eine hohe Reichweite. Der Motor ist allerdings recht zahnlos.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.































