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Hands-On: Acer Ferrari One 200 Netbook im Test

Das kleine Rote.

Die Zusammenarbeit zwischen Acer und Ferrari hat Tradition: Acer sponsert die Scuderia und verwendet dafür das berühmte Logo mit dem steigenden Pferd für ausgewählte, leistungsfähige Notebooks. Jetzt will Acer im Netbook-Sektor für Geschwindigkeit sorgen und greift dafür auf den guten Namen aus Italien zurück. Wir haben uns ein Vorabmodell des Acer Ferrari One 200 genauer angesehen.

Acer Aspire 5739G

Pünktlich zum Start von Windows 7 am 22. Oktober diesen Jahres soll das rote Netbook in den Läden stehen. Acer plant verschiedene Ausstattungsvarianten, die sich aber nur in Bezug auf Kommunikationsfeatures, wie Bluetooth und UMTS unterscheiden werden, nicht jedoch bei Prozessor und Grafikkarte: Als CPU kommt stets ein Athlon X2 L310 von AMD mit 1,2 GHz Taktung zum Einsatz, die Pixelarbeit verrichtet ein ATI Radeon HD 3200 onboard Grafikchip. Ab 499 Euro will Acer das Ferrari One 200 anbieten.

Gehäuse & Design

Natürlich gehört sich für ein Netbook welches Ferarri im Namen trägt eine entsprechende Farbgebung in Ferrari-Rot, und so sind der Deckel, die Beschriftung der Funktionstasten, sowie einige Akzente in leuchtendem „rosso“ gehalten.
Auch der oben rechts über der Tastatur platzierte Netzschalter leuchtet bei Betrieb im typischen Rot. An zwei Stellen wurde zudem das berühmte Ferrarilogo integriert: Mittig auf dem Deckel des Netbooks und unten rechts auf der Handballenauflage.

Mit 1,5 Kilo Gewicht ist das Ferrari One agenehm leicht und auch beim Platzbedarf sparen die Acer-Ingenieure: Nicht einmal 2,5 cm misst das Netbook an der dünnsten Stelle.

Das Chassis erinnert an das kürzlich bei uns getestete Acer Aspire Timeline 1810TZ. Daran haben wir sehr gute Erinnerungen: Beim 1810TZ war alles solide verbaut, das Design war nett anzuschauen, die Kuststoffe waren angenehm, nichts klapperte oder bog sich durch.
Und auch beim Ferrari One gibt es bei der ersten Augenscheinnahme kaum etwas auszusetzen: Die Tastatur sitzt fest und lässt sich nicht durchbiegen und das Gehäuse ist als verwindungssteif zu beschreiben. Der einzige, aber eigentlich kleinere Schwachpunkt, ist der Displaydeckel, der mäßigen Druck von hinten bis zum Display durchlässt.

Die Scharniere sind straff eingestellt und machen es schwierig das Netbook nur mit einer Hand zu öffnen, halten dafür den Bildschirm aber auch ohne Wippen in seiner Position. Über der Tastatur klafft bei entferntem Akku eine große Lücke, da das Batteriepack nahtlos ins Design eingefügt ist und nicht etwa an der Unterseite des Gehäuses sitzt.

Das Design wurde im Gegensatz zum 1810TZ etwas verfeinert: Mit abgerundeten Ecken, einer Handballenauflage mit schickem Karo-Muster, der verchromten Touchpadtaste und einigen roten Akzenten an den Seiten baut Acer ein schickes und sportliches, aber nicht übertrieben verspieltes Netbook.

Der Netzschalter leuchtet in feurigem Rot.
Der Netzschalter leuchtet in feurigem Rot.

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Anschlussausstattung

VGA-Port im hinteren Bereich
VGA-Port im hinteren Bereich

Wieder grüßt das 1810TZ, denn auch beim Ferrari One 200 sind alle Anschlüsse an den beiden Seitenkanten des Netbooks angebracht: Rechts finden sich von vorne nach hinten ein 5-in-1 Kartenleser, der SD, MMC, Memory Sticks, Memory Stick Pro und xD Picture Cards lesen kann, es folgen ein 3,5 mm Kopfhörerausgang, sowie ein Mikrofoneingang, 2 USB 2.0-Anschlüsse, der Stromanschluss, ein Kensington-Lock, sowie der LAN-Port mit feschem rotem Rahmen.

Auf der linken Seite verbaut Acer einen weiteren USB-Anschluss, die Lüftungsschlitze sowie ganz hinten einen VGA-Anschluss wieder mit roten Akzenten. Zwischen Lüftungschlitzen und VGA-Port sitzt eine der größten Besonderheiten unseres Vorserienmodells: Ein XGP (External Graphic Platform)-Port, über den man eine externe Grafikbox anschließen kann, die eine leistungsstarke Grafikkarte enthält.

So könnte man an einem externen Monitor wesentlich mehr Grafikpower, beispielsweise für Spiele auch aus einem kleinen Netbook holen. Acer nennt als möglichen Inhalt so einer Grafikbox eine Radeon HD4670, sagt aber auch, dass die Markteinführung noch nicht gesichert ist. Es wird also interessant zu sehen, ob in den Verkaufsversionen des Ferrari One 200 wirklich ein XGP-Port verbaut wird. Ein ähnliches Prinzip bot auch Fujitsu mit dem Amilo Graphic Booster bereits einmal an - Hier finden Sie einen umfangreichen Test.

An der Rückseite befindet sich lediglich der Einschub für den Akku, an der Vorderseite zwei Schalter zur Aktivierung von WLAN und Bluetooth. Außerdem sitzen unter der vorderen Kante die Lautsprecher.

Auf der rechten Seite befindet sich unter anderem der Stromanschluss.
Auf der rechten Seite befindet sich unter anderem der Stromanschluss.
Links ein XGP-Port, über den man eine externe Grafikkarte anschließen kann.
Links ein XGP-Port, über den man eine externe Grafikkarte anschließen kann.
An der Vorderseite Schalter für WLAN und Bluetooth.
An der Vorderseite Schalter für WLAN und Bluetooth.

Acer konstruiert das Ferrari One, die Anschlüsse und Stecker so, dass automatisch alle Kabel nach hinten abgeleitet werden sollen und weder Links- noch Rechtshänder zu sehr stören. So hat etwa das Netzteil einen abgeknickten Stecker, durch den sich das Kabel nach hinten führen lässt. Mit handelsüblichen USB Steckern wird dies aber wohl nicht klappen...

Da sich auf beiden Seiten USB-Anschlüsse befinden, sollte es auch mit dem Anschluss einer Maus für Linkshänder keine Probleme geben. Allerdings muss man auf der linken Seite mit dem Luftstrom aus dem Inneren des Netbooks leben, der blieb allerdings während der geringen Belastung unseres Testgeräts kaum spürbar.

Eingabegeräte

Ein Kritikpunkt beim Acer 1810TZ war das Touchpad, das haptisch schwer aufzufinden war, da es sich kaum von der Handballenauflage abhob. Dank des veränderten Designs ist das beim Ferrari One 200 kein Problem mehr: Das Touchpad ist sowohl optisch als auch haptisch gut von der Umgebung zu unterscheiden. Acer hat sich ein nach unten leicht zulaufendes Design ausgesucht und verwendet eine durchgehende, verchromte Taste mit eingeprägtem „Ferrari One“ Schriftzug.

Das Touchpad ist als recht leichtgängig und angenehm zu beschreiben, und unterstützt diverse Gesten, mit denen man scrollen und in bestimmten Anwendungen auch zoomen oder umblättern kann.

Auch die Tastatur fühlt sich angenehm an: Das Chiclet-Design mit großen Einzeltasten und kleinen Zwischenräumen vermittelt ein gutes Schreibgefühl. Die vielen Sonderfunktionen, die sich in Kombination mit der „Fn“-Taste auslösen lassen, sind in rot auf die Tasten geprägt, um dem Design treu zu bleiben.

Als kleine Besonderheit prangt auf der Taste „F10“ in rot das Ferrari-Logo. Nutzer, die sich von der Tastenkombination „Fn“ + „F10“ nun einen Turbo-Modus für Prozessor und Grafikkarte versprechen, werden enttäuscht: Man erreicht über die Kombination lediglich die Website von Ferrari - Hurray!

Das Touchpad mit zulaufendem Design und verchromter Taste.
Das Touchpad mit zulaufendem Design und verchromter Taste.
Mit der Tastatur lässt sichs angenehm schreiben.
Mit der Tastatur lässt sichs angenehm schreiben.

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Display

Beim Bildschirm greift Acer auf ein glänzendes 11,6-Zoll Display mit 1366 mal 768 Pixeln Auflösung zurück. Daraus ergibt sich ein Seitenverhältnis von 16:9. Wie bei allen neuen Geräten verwendet Acer ein LED-hinterleuchtetes Panel. Diese Technik soll für gleichmäßigere Ausleuchtung bei weniger Energieverbrauch sorgen.

Unser erster Eindruck des Displays fiel positiv aus: Die Farben wirken knackig, die Kontraste sind gut und Flecken, wie sie bei unregelmäßiger Ausleuchtung oft auftreten, sind nicht wahrzunehmen. Da Acer dem Display des Ferrari One 200 eine glänzende Oberfläche verpasst, dürfte allerdings ein Außeneinsatz bei hellem Sonnenlicht relativ schwierig werden und auch in geschlossenen Räumen können störende Spiegelungen entstehen, was auch schon am ausgestellten Pre-Sample zu beobachten war.

Die horizontalen Blickwinkel sind relativ groß, wir konnten während eines ersten Praxistests aus beinahe jeder Lage ein unverfälschtes Bild sehen. Die vertikalen Blickwinkel fallen zwar kleiner aus, gehen aber immer noch in Ordnung.

spiegelndes Panel im 1366x768 HD_Format (16:9)
spiegelndes Panel im 1366x768 HD_Format (16:9)

Leistung

Für die nötige Ferraripower soll ein AMD Athlon 64 X2 L310 Prozessor mit 1,2 GHz Taktung und zwei Kernen sorgen. Auf einen stromsparenden Dual-Core-Prozessor, allerdings von Intel, setzte Acer auch beim Aspire 1810TZ und schaffte damit ansehnliche Leistungswerte.

Für die Grafikberechnung ist ein Radeon HD3200 Grafikchip verantwortlich, der in den Chipsatz integriert ist und sich maximal 512 MB vom Systemspeicher für Grafikberechnungen borgt. Die Leistungswerte der Grafikkarte sind etwas besser als beispielsweise bei Intels beliebter onboard-Grafiklösung 4500MHD, reichen aber für aktuelle Spiele oder größere Grafikarbeiten kaum aus.

Wer allerdings ab und an einen älteres Spiel zocken oder ein Familienvideo bearbeiten möchte, für den dürfte die Systemleistung ausreichen. Wie bereits erwähnt, lässt sich über den XGP-Port eine Grafikbox anschließen, die auf externen Monitoren für mehr Spielepower sorgt. Mit der genannten ATI Mobility Radeon HD 4670 ließen dich dann auch aktuelle Games bei guter Grafikqualität flüssig darstellen. Weitere Informationen, welches Computerpiel mit dem Ferrari One bewältigt werden könnten, entnehmen Sie unserer Spieleliste.

Achtung Pre-Sample: Interessante Ausstattung des Ferrari One 200
Achtung Pre-Sample: Interessante Ausstattung des Ferrari One 200

4 GByte DDR2-RAM mit 667 MHz Taktung verbaut Acer im Ferarri One. Um die volle Kapazität auszunutzen benötigt man ein 64-Bit-Betriebssystem, sonst können nur ungefähr 3 GByte des Hauptspeichers genutzt werden. Und tatsächlich liefert Acer dieses 64-Bit System gleich mit: Windows 7 Home Premium 64 Bit soll es sein.

Zwar lässt sich damit der gesamte Speicher ansprechen, allerdings ist auch ein bisschen Vorsicht geboten: Nicht für jede Hardware ist bereits ein entsprechender 64-Bit-Treiber vorhanden. Man sollte sich also vorher beim jeweiligen Hersteller erkundigen, ob entsprechende Treiber für Scanner, Drucker und Co. bereits erhältlich sind.

Apropos Windows 7, wir haben als kleinen Anhaltspunkt uns einmal den Windows Experience Index am Pre-Sample angesehen, der ähnlich wie bei Vista die Leistungsfähigkeit des Computers durch verschiedene Tests beurteilt: Bei einer maximalen Bewertung von 7,9 erreichte unser Testsystem eine 2,9 im Gesamtscore.

Als Datenspeicher kommt eine Hitachi HT 545025BA9300 SATA-Harddisk mit 5.400 Umdrehungen und 250 GByte Speicher zum Einsatz.

Windows 7 Home Premium 64 Bit ist vorinstalliert.
Windows 7 Home Premium 64 Bit ist vorinstalliert.

Emissionen

Lautstärke

Während der Präsentation war der Lüfter des Ferrari One 200 Vorseriengerätes kaum hörbar. Allerdings konnten wir das Netbook keinem Belastungstest unterziehen. Hier muss der ausführliche Testbericht zeigen, ob das Gerät auch unter Last leise bleibt. Ebensowenig fiel die Festplatte auf, die ihre Arbeit beinahe lautlos verrichtete.

Temperatur

Im Office-Betrieb fühlte sich das Netbook kühl an, eine Erwärmung war weder an der Ober- noch an der Unterseite wahrzunehmen. Auch hier muss erst ein ausführlicher Belastungstest zeigen, ob das Ferrari One 200 auch bei intensiven Tätigkeiten gut gekühlt wird.

Lautsprecher

Unter der vorderen Kante sitzen die Lautsprecher, die zwar Dolby-zertifiziert sind, trotzdem aber einen relativ dünnen Sound lieferten, zumindest beim vorgestellten Gerät. Wenig Bass und relativ geringe Lautstärke liesen sich bei Netbooklautsprechen noch verschmerzen, aber die Positionierung an der Unterseite führt dazu, dass eher die Unterlage als der Benutzer beschallt wird, was besonders beim mobilen Betrieb auf den Oberschenkeln zum Problem werden könnte. „Optimierte Soundqualität“, wie Acer sie in seiner Pressemitteilung beschreibt, konnten wir bislang nicht feststellen.

Akkulauzeit

Acer verbaut wie schon beim Aspire Timeline 1810TZ einen 6-Zellen-Akku. Wegen dieses, für ein Netbook recht potenten Akkus, kann Acer guten Gewissens 5 Stunden Laufzeit versprechen. Das entspricht angesichts der hervorragenden Akkulaufzeit des 1810TZ und der leicht veränderten Konfiguration durchaus unseren Schätzungen.

Fazit

Acer Ferrari One 200
Acer Ferrari One 200

Der Name Ferrari verspricht zwei Dinge: Qualität und vor allem  - Geschwindigkeit! Das erste Versprechen wird definitiv eingehalten: Bereits beim Vorseriengerät wirkte alles stabil und verwindungssteif. Auch das Design ist gut gelungen, dabei aber nicht übertrieben verspielt.

Die Leistungsfähigkeit des Netbooks sollte angesichts seiner Größe zufriedenstellend ausfallen: Zwar konnten wir keine Benchmarks auf dem Gerät laufen lassen, der Dual-Core-Prozessor ermöglichte aber verzögerungsfreies Arbeiten mit Windows 7 und die ATI Radeon HD 3200 Grafikkarte sollte auch den einen oder anderen Spieleklassiker auf das Netbook holen.

Schön, dass Acer wieder einige clevere Details einbaut, einen starken Akku spendiert und ein offenbar gutes Display verbaut. Lediglich an den ungünstig positionierten und etwas schwachbrüstigen Lautsprechern könnte Acer noch arbeiten.

Wir freuen uns schon darauf, das Acer Ferrari One 200 durch unseren ausführlichen Testparcours jagen zu können und berichten dann nochmals in aller Ausführlichkeit, ob es seinem Namen alle Ehre macht. Der erste Eindruck ist aber in jedem Fall viel versprechend.

Acer Ferrari One 200
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Autor: Florian Wimmer,  4.10.2009 (Update:  6.06.2013)
Florian Schmitt
Florian Schmitt - Managing Editor Mobile
Als ich 12 war, kam der erste Computer ins Haus und sofort fing ich an rumzubasteln, zu zerlegen, mir neue Teile zu besorgen und auszutauschen – schließlich musste immer genug Leistung für die aktuellen Games vorhanden sein. Als ich 2009 zu Notebookcheck kam, testete ich mit Leidenschaft Gaming-Notebook, seit 2012 gilt meine Aufmerksamkeit vor allem Smartphones, Tablets und Zukunftstechnologien.