
Hover Air X1 Promax: Robuste DJI Neo-Alternative mit 8K und Tracking im Test
Sturzfester Flieger.
Die HoverAir X1 Promax ist eine 8K-Drohne, die sich flexibel nutzen lässt und eine Art fliegende Actionkamera ist. Im Test kann die Drohne nicht nur glänzen, ist für bestimmte Nutzergruppen aber trotzdem eine Empfehlung wert.Silvio Werner Veröffentlicht am 🇺🇸
Fazit: Robuste Drohne mit mangelhafter Hindernisserkennung
Mit der HoverAir X1 Promax möchte der Hersteller eine fliegende Actionkamera anbieten. Zumindest im Test erwies sich die Drohne auch als ähnlich robust wie eine - wenngleich man diese Widerstandsfähigkeit in einem Praxistest eigentlich gar nicht erst ausreizen möchte. Die schwache Hinderniserkennung sorgt selbst beim lockeren Laufen oder entspannten Fahrradfahren für Kollisionen, sobald sich Hindernisse wie Bäume oder Verkehrsschilder in der Nähe befinden. Dementsprechend sollten oder müssen sich Käufer auf weniger anspruchsvolle Umgebungen beschränken, was je nach geplantem Einsatzzweck ein K.-o.-Kriterium sein kann.
Das ist durchaus ärgerlich, da die X1 Promax im Kern zeigt, dass mit einer besseren Hinderniserkennung starke Aufnahmen möglich wären. Für den Einsatz beim Offtrail-Trailrunning eignet sich die Drohne somit kaum, für die filmische Begleitung beim Fahrradtrekking auf freien Wegen oder beim Skifahren hingegen schon. Mit einem Preis von 699 Euro ist die X1 Promax zudem recht preisintensiv.
Die Bildqualität selbst fällt ordentlich aus. Ein klarer Pluspunkt ist die flexible Nutzbarkeit sowie das durchdachte Steuerungssystem aus Beacon und Joysticks. Da deren Nutzung optional ist, lässt sich die Drohne dank Display und Handstart auch ohne Zubehör schnell und einfach bedienen - und zusammengeklappt sogar bequem in der Hosentasche transportieren.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Die HoverAir X1 Promax ist in der Basisversion etwa direkt beim Hersteller für einen Preis von 699 Euro erhältlich. Für das von uns getestete Controller Bundle werden 1.069 Euro aufgerufen.
Die HoverAir X1 Promax ist eine Drohne mit 8K-Aufnahmemöglichkeit, geschützten Rotoren und Möglichkeiten auch zur manuellen Steuerung.
Spezifikationen
| Fluggewicht | 192,5 Gramm |
| Abmessungen gefaltet | 105 x 149 x 34 Millimeter |
| Abmessungen ausgeklappt | 173 x 149 x 39 Millimeter |
| Objektiv | 16 Millimeter, F2.25 |
| Aufnahmequalität | 8K mit bis zu 30 FPS, 4K bis zu 120 FPS |
| Vertikales Video | bis zu 4K mit 30 FPS |
| Maximale Bitrate 160 Mbps | |
| Fotoauflösung | Maximal 48 Megapixel |
| FOV | 107° |
| Maximale Geschwindigkeit im Auto Follow-Modus | 42 km/h |
| Widerstandsfähigkeit gegenüber Wind | 10,7 m/s, Stufe 5 |
| Speicher | Intern 64 Gigabyte, microSD-Karte |
| Übertragungsdistanz | 500 Meter über Smartphone, mit Beacon 1 Kilometer (Herstellerangabe) |
Lieferumfang und Hardware
Das von uns getestete Controller Bundle umfasst die Drohne selbst, zwei Akkus, den Charging Hub, den Beacon samt Joysticks, ein 65-Watt-Ladegerät, mehrere Kabel sowie jeweils eine solide Tasche für die Drohne und das Steuerungszubehör. Die Drohne ist klappbar konstruiert und lässt sich damit sogar in einer etwas größeren Hosentasche problemlos mitnehmen. Integrierte Magnete halten das Gehäuse im geschlossenen Zustand zuverlässig zusammen.
An der Front ist die Kamera auf einem Gimbal montiert, der sich jedoch nur neigen und nicht seitlich drehen lässt. Für die reine Aufnahme stellt dies zwar kein Problem dar, allerdings könnte die Kombination aus einem 3-Achsen-Gimbal und einer stärkeren Hinderniserkennung, die stets in Flugrichtung blickt, potenziell für ein noch besseres Flugverhalten sorgen. Gleichwohl wäre die Kamerasensorik an einem 3-Achsen-Gimbal mechanisch deutlich exponierter. Weitere Sensoren befinden sich an der Unter- sowie der Rückseite. Die vier im Betrieb recht lautstarken und kompakten Rotoren sind durch geschlossene Käfige hervorragend geschützt. HoverAir legt dem Lieferumfang eine Hyper-Elastic Material-Materialprobe bei - und tatsächlich: Trotz einer zweistelligen Anzahl an teils recht harten Kollisionen nahmen weder die Rotoren noch das Gehäuse oder Kamera sichtbare Schäden.
Einzig nach einem Aufprall rutschte der Akku einmalig teilweise aus seiner Halterung. Auf der Oberseite befindet sich ein Display zur einfachen Modusauswahl. Das Aufladen eines bis auf 10 Prozent teilentladenen Akkus im Charging Hub dauert rund 40 Minuten. Die realistische Flugzeit liegt bei 4K-Aufnahmen bei etwa 14 Minuten, inklusive einer Sicherheitsreserve von rund 15 Prozent.
Mit und ohne Smartphone und Controller
Die HoverAir X1 Promax lässt sich auf verschiedene Arten bedienen. Am unkompliziertesten gelingt der Einsatz per Handstart: Modus über die beiden Tasten sowie das Display auswählen und starten. Das funktioniert schnell und zuverlässig. Über die zugehörige Smartphone-App lassen sich die einzelnen Betriebsmodi im Vorfeld detailliert konfigurieren.
Zudem wird eine manuelle Steuerung via Smartphone und Touchscreen unterstützt, was in der Praxis gut funktioniert. Alternativ lässt sich die Drohne über den Beacon in Kombination mit den Joysticks manuell manövrieren. Das kleine Display auf dem Beacon zeigt dabei das Live-Bild der Kamera an. Wer eine größere Vorschau bevorzugt, kann ein Smartphone per USB-Kabel anschließen und direkt in die Steuerungseinheit einspannen.
Ebenso ist es möglich, lediglich den Beacon ohne Joysticks zu nutzen. Das erwies sich beim Laufen und Fahrradfahren als sehr praktisch. Über die Tasten des Beacons lässt sich die Aufnahme anpassen. Der Beacon verfügt zudem über ein integriertes Mikrofon, sodass sich beispielsweise während einer Radtour direkt eine Audiospur einsprechen lässt. Praktisch: Beacon und Joysticks sind auch zur HoverAir Aqua kompatibel, aber nicht wasserdicht.
Überhitzung und Kollisionen
Ich bin im Test auf zwei recht große Probleme gestoßen. Zum einen kann die Kamera insbesondere bei der Anfertigung von 8K-Videos überhitzen – und das keineswegs erst bei Hochsommertemperaturen von 35 °C. Im Test trat das Problem bereits bei 25 °C und direkter Sonneneinstrahlung auf. Dies geschieht tendenziell dann, wenn sich die Drohne nicht oder nur mit geringer Geschwindigkeit bewegt, da in diesen Situationen offenbar der kühlende Flugwind fehlt. Bei der Aufnahme von 4K-Material trat die Überhitzung deutlich seltener auf. Bei einer Überhitzung reduziert die Drohne die Aufnahmequalität.
Ein wesentlich größeres Problem ist jedoch die unzureichende Hinderniserkennung. Diese hatte ich bereits bei der HoverAir Aqua kritisiert; da die HoverAir X1 Promax jedoch nicht primär über freien Wasserflächen eingesetzt wird, wiegt die Schwäche hier deutlich schwerer. Wie sich exemplarisch an unserem Videomaterial zeigen lässt, kommt es selbst bei einfacheren Routen zu Kollisionen: Schon beim lockeren Laufen flog die Drohne im Test in einen weithin sichtbaren Holzstapel (im YouTube-Video). Bei einem weiteren Ausflug ins echte Gelände erzeugte die HoverAir X1 Promax zwar durchaus ansprechendes Material und manövrierte zunächst souverän zwischen zwei Bäumen hindurch, kollidierte kurz darauf jedoch unvermittelt mit einem Ast (im YouTube-Video). Zu solchen Vorfällen kommt es bei Hinderniserkennung und in verschiedenen Flugmodi. Beim Fahrradfahren kollidierte die HoverAir X1 Promax ebenfalls (im YouTube-Video).
Das Tracking ist zudem auch nicht immer optimal. Beim schnelleren Um-die-Kurve-Fahren mit dem Fahrrad kann es durchaus zum Verlust des Trackings kommen. Gleichwohl möchte ich an dieser Stelle zwei Aspekte relativierend erwähnen: Es ist keinesfalls so, dass sich mit der HoverAir X1 Promax keine tauglichen Aufnahmen anfertigen lassen. Das beweisen auch zahlreiche Beispiele auf YouTube und das kann ich voll bestätigen. Für die Nutzung im dichten Gelände mit vielen Hindernissen würde ich das Modell jedoch nicht empfehlen. Zudem kam es zumindest in unserem Test zu keinerlei Beschädigungen an der Drohne, was jedoch erst einmal nur als ein einzelner Datenpunkt zu werten ist. Nach etwas längerem Suchen im dichten Unterholz hätte ich mir übrigens gewünscht, dass sich HoverAir für eine auffällige Signalfarbe statt für ein schlichtes Schwarz entschieden hätte.
Bildqualität
Die HoverAir X1 Promax fertigt Videos in einer Auflösung von bis zu 8K an. Die allgemeine Bildqualität fällt ordentlich aus. Insbesondere das 8K-Material bietet in der Nachbearbeitung Reserven für einen sauberen Bildausschnitt (Cropping). Das erzeugte Videomaterial wirkt hochauflösend und effektiv stabilisiert, wobei auffällige Lens Flares bei Gegenlicht hervorstechen. Mit wechselnden Helligkeits- und Lichtbedingungen kommt das Kamerasystem hingegen recht gut zurecht.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.



















