
HoverAir Aqua im Test: Diese Drohne macht DJI nass
Wasserdicht
Die HoverAir Aqua ist eine wasserdichte Sub-250-Gramm-Drohne, die direkt vom Wasser startet und Sportler zuverlässig verfolgt. Unser Test zeigt, wie sie Wind meistert und sich auf dem Wasser schlägt - und warum die fehlende Hinderniserkennung durchaus ein Problem sein kann.Silvio Werner Veröffentlicht am 🇺🇸
HoverAir Aqua: Die Drohne für den Wassereinsatz
Mit der Aqua bietet HoverAir eine sehr besondere Drohne an. Für Nutzer, die eine wasserdichte Drohne suchen, ist das Modell mindestens im Endkundensegment faktisch alternativlos. Das Tracking mit dem Lighthouse funktioniert zuverlässig, und die Steuerung ist auch an Land mit wenigen Knöpfen einfach möglich. So lassen sich Aufnahmen auch auf dem Wasser im Alleingang anfertigen. Funktionen wie die mögliche Drehung im Wasser vor dem Start sind durchdacht. Die Linse der HoverAir Aqua leitet dabei nicht nur Licht zum Sensor weiter, sondern lässt Wasser auch ablaufen, sodass keine Tropfen auf den Videos zu sehen sind.
Potenzielle Käufer sollten sich aber sehr klar sein, was sie mit der HoverAir Aqua kaufen: eine Drohne speziell für den Einsatz auf dem Wasser und keine wasserdichte Universal-Drohne. Vordefinierte GPS-Pfade lassen sich nicht abfliegen, die fehlende Hinderniserkennung kann die Nutzung an Land einschränken. Die Bildqualität ist mindestens einmal für Action-Aufnahmen stark. Der Preis von 1.299 Euro ist gehoben, die Wasserdichtigkeit aber ein sehr starker USP.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Die HoverAir Aqua ist beim Hersteller zu Preisen ab 1.299 Euro erhältlich. Dann sind neben der Drohne, einem USB Typ C-Kabel, einer wasserdichten Akkutasche und auch dem Lighthouse ein Akku enthalten. Das Fly-More-Paket mit insgesamt drei Akkus, einer Ladestation und dem Repair Kit kostet 1.499 Euro. Im 1.699 Euro teuren Komplettpaket ist dann unter anderem auch noch ein Controller enthalten. Über Amazon gibt es die Drohne ebenfalls.
Die HoverAir Aqua ist eine wasserdichte Drohne der Sub-250-Gramm-Klasse, die vom Wasser aus starten kann und mit einem speziellen Lighthouse-Tracking-System genutzt wird.
Spezifikationen (Herstellerangaben)
| HoverAir Aqua | Drohne |
| Geräteklasse | C0 (EU) |
| Gewicht | 249 Gramm |
| Abmessungen | 202 x 206 x 62 Millimeter |
| Maximale Starthöhe | 5.500 Meter |
| Maximale Flughöhe | 120 Meter |
| Maximale Geschwindigkeit, horizontal | 55 km/h |
| Maximale Steig- und Sinkgeschwindigkeit | 10,8 km/h |
| Windwiderstand | Windstärke 7, 61 km/h |
| Bildsensor | 1/1,28-Zoll-CMOS-Sensor |
| Objektiv, Blende | FOV 85°, 24 mm Äquivalenzbrennweite, f/2,55 |
| Fotoauflösung | 12 Megapixel |
| Videoauflösung | 3.840 x 2.160 Pixeln mit bis zu 100 FPS, vertikal mit bis zu 30 FPS, 2,7K mit 60 FPS |
| Maximale Videobitrate | 160 Mbps |
| Videokodierung | H.264, H.265 |
| Gimbal | 1-Achsen-Gimbal, -90° bis 30°C |
| Maximale Flugzeit | 23 Minuten |
| Ladezeit in der Kamera | 55 Minuten |
| Ladezeit in der Ladestation | 52 Minuten (1 Akku), 85 Minuten (2 Akkus) |
| Tracking | Visuelle Trägheitsnavigation (VIO), GNSS, Lighthouse-Tracking (RTK) |
| Besonderheiten | Wasserdicht, kann vom Wasser abheben |
Lieferumfang
Im Lieferumfang der Fly-More-Combo sind die Drohne, drei Akkus und die Ladestation enthalten. Dazu kommt unabhängig vom gewählten Paket der Lighthouse-Tracker. Das Repair Kit enthält unter anderem vier Ersatzrotoren, Schrauben, einen passenden Schraubendreher und einen Ersatz für den Schwimm- und Schutzring.
Die HoverAir Aqua ist anders
Schon auf den ersten Blick wird deutlich: Die HoverAir Aqua ist ein wenig anders als typische Drohnen. So ist diese sinnvollerweise orange-signalfarben und damit auch auf dem Wasser und bei Wellengang noch gut sichtbar. Um die eigentliche Drohne befindet sich ein austauschbarer Schaumstoff-Rahmen. Die Rotoren sind damit relativ gut geschützt, allerdings nicht ganz so stark wie mit entsprechenden Körben, wie etwa bei der DJI Neo.
Angeschaltet wird die Drohne durch einen Knopf auf der Batterie, ein kurzer Druck zeigt den Ladestand an. An der Front befindet sich ein Display, auf diesem lässt sich der Aufnahmemodus mit insgesamt vier Knöpfen einstellen. Die Kamera lässt sich neigen, aber nicht schwenken. Es gibt ein Millimeterwellen-Radar, womit sich die Wellenhöhe und Oberflächenbeschaffenheit entsprechend erfassen lassen soll. Auf der Unterseite ist auch noch ein USB Typ C-Port vorhanden, dieser unterstützt die Datenübertragung. Einen Speicherkartenslot, der interne Speicher ist mit 128 Gigabyte aber mehr als nur ausreichend groß.
Elementarer Bestandteil des Systems ist das Aqua Lighthouse. Dabei handelt es sich um eine Bedien- und Trackingeinheit. Diese wird am Oberarm befestigt und bietet mehrere Tasten. Auch der Controller ist sinnvollerweise wasserdicht, lässt sich einfach wiederfinden und ist wie die Drohne auch mit einem Lautsprecher ausgestattet.
Wassereinsatz mit viel Wind
Getestet wurde die HoverAir erst einmal an einem Badestrand und primär im SUP-Modus. Die Geschwindigkeiten beim Stand-Up-Paddling sind natürlich eher gering. Ganz einfach hatte es die HoverAir Aqua aber nicht: An dem Tag gab es Windgeschwindigkeiten von bis zu 45 km/h. Die Drohne musste ziemlich stark gegen den Wind arbeiten. Das war der Drohne von außen deutlich anzusehen, die Videos wurden hingegen gut stabilisiert. Die Umstände dürften sich aber auf die Akkulaufzeit niedergeschlagen haben, so war schon nach 17 Minuten Schluss. Der Akku lässt sich auf dem Wasser wechseln, wasserdichte Beutel sind mitgeliefert. Im Inneren der Drohne gibt es auch einen Feuchtigkeitsindikator. Verfärbt sich dieser, muss die Drohne vor der weiteren Nutzung getrocknet werden. Im Test ist das aber nicht passiert.
Die Nutzung der HoverAir Aqua geht intuitiv von der Hand: Den gewählten Modus an der Drohne oder in der App auswählen und dann das Lighthouse aktivieren. Das Aqua Lighthouse wird am Oberarm befestigt. Sind Drohne und Lighthouse eingeschaltet und gekoppelt, kann die Drohne einfach ins Wasser geworfen werden und startet auf Knopfdruck auf dem Lighthouse und verfolgt dann zuverlässig. Landet die Drohne kopfüber im Wasser, dreht sie sich erst einmal und hebt dann problemlos ab. Einen Nachteil haben wir aber gleich festgestellt: Es gibt keine omnidirektionale Hinderniserkennung. Auf dem Gewässer selbst ist das weniger ein Problem, im Uferbereich kann es aber eines sein. Wir hatten leichten Kontakt zu Schilf.
Auch für höhere Geschwindigkeiten
Wir konnten die HoverAir Aqua beim Wassersport mit erhöhter Geschwindigkeit erleben und zwar auf einem Event des Herstellers. HoverAir lud nach München ein und demonstrierte die Aqua beim Wakeboarding und damit bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h. Die Verfolgung funktionierte hier zuverlässig, in einem Fall gelang es der Drohne sogar noch, einen rund 100 Meter entfernten Sportler einzuholen und dann zuverlässig zu verfolgen.
Fehlende Hindernisserkennung kann zum Problem werden
Auf dem Land lässt sich die Drohne ebenfalls sinnvoll einsetzen, wenn man eben die fehlende Hinderniserkennung im Hinterkopf behält. An Land ist die Nutzung des Lighthouse-Trackings nicht unbedingt möglich, es gibt auch eine taugliche, optische Verfolgung. Die manuelle Steuerung ist ebenfalls vorgesehen. Auch für die Nutzung an Land gibt es verschiedene Modi. So kann die HoverAir Aqua etwa vom Benutzer weg und nach oben schweben oder den Nutzer umkreisen.
Bildqualität
Der fast wichtigste Punkt: Die Linse der HoverAir Aqua erfüllt ihre spezielle Aufgabe sehr gut und leitet Wasser zuverlässig ab. Damit ergeben sich diesbezüglich auch keine Einschränkungen der Aufnahmequalität, welche eine klare Abwertung darstellen würden. Im eingebetteten Video lässt sich ein Eindruck von der Bildqualität verschaffen. Aufzeichnen lässt sich durchaus scharfes 4K-Material, ein klein wenig fehlt es allerdings an Details, so sind die Pflanzen im Video leicht weichgezeichnet. Das wird auch auf Fotos deutlich, der 1/1,28-Zoll-CMOS-Sensor dürfte hier dann schlicht an Grenzen stoßen. In Spielfilm-Qualität lässt sich mit der HoverAir Aqua insgesamt eher nicht aufnehmen. Davon abgesehen ist die Bildqualität aber überzeugend. Die Stabilisierung arbeitet sehr ordentlich, wie oben erwähnt sind die Testaufnahmen an einem windigen Tag entstanden.
Smartphone-App
Die Smartphone-App lief im Test stabil und bietet alle notwendigen Funktionen und dürfte in der Praxis insbesondere für feinere Einstellungen die praktischere Option sein. So lassen die die verschiedenen Flugmodi zwar auch direkt auf der Drohne einstellen, aber in der App dürfte dies aber schneller gehen. Über WiFi lassen sich Daten auf das Smartphone übertragen. In der App lassen sich mithilfe von einer Art Formatvorlagen kurze Snippets erstellen. Diese lassen sich dann auch anderen Nutzern präsentieren.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.






































