Intel: Fabrikexplosion kostet 600 Millionen bei schwächelnder PC-Nachfrage

Eine Explosion in einem Intel-Werk könnte den Konzern über zwei Quartale hinweg umgerechnet rund 539 Millionen Euro Umsatz kosten. Das hat Intel nun mitgeteilt. Der Vorfall in der israelischen Halbleiterfabrik hat sich in diesem Monat ereignet und die Produktion für rund zwei Wochen zum Stillstand gebracht. Zugleich fällt die Finanzprognose schwächer aus als erwartet, während die weitere Entwicklung der PC-Nachfrage unsicher bleibt.
Laut Reuters hat Intel-Finanzchef David Zinsner bestätigt, dass die Produktionsunterbrechung den Umsatz im vierten Quartal voraussichtlich um umgerechnet rund 270 Millionen Euro schmälern wird. Die Bruttomarge soll dadurch um etwa 200 Basispunkte sinken. Für das erste Quartal 2027 wird mit ähnlich hohen Umsatzeinbußen gerechnet.
Das Werk in Kiryat Gat fertigt hauptsächlich Prozessoren für Rechenzentren im 10nm-Verfahren. Intel prüft noch, welche Siliziumwafer nach dem Vorfall gerettet und weiterverwendet werden können. Das volle Ausmaß der Produktionsstörung ist daher noch unklar.
Bei dem Unfall am 14. Oktober sind lokalen Berichten zufolge zwei Arbeiter ums Leben gekommen, ein dritter hat schwere Verletzungen erlitten. Intel arbeitet nach eigenen Angaben mit den zuständigen Behörden zusammen, die den Vorfall untersuchen. Zinsner rechnet damit, dass die Produktion im Werk bis Ende dieser Woche wieder schrittweise hochgefahren wird.
Die Produktionsunterbrechung trifft Intel in einer schwierigen Phase für das PC-Geschäft. Im dritten Quartal hat der Konzern einen Umsatz von umgerechnet 14,83 Milliarden Euro erzielt, ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz mit PC-Prozessoren ist allerdings um 5 Prozent auf umgerechnet 7,28 Milliarden Euro gesunken. Das Geschäft mit Rechenzentren und KI ist hingegen um 78 Prozent auf umgerechnet 6,56 Milliarden Euro gewachsen.
Für das vierte Quartal erwartet Intel nun einen Umsatz zwischen umgerechnet 13,48 und 14,38 Milliarden Euro. Damit liegt die Prognose unter der Analystenschätzung von umgerechnet 15,34 Milliarden Euro. Die Schwäche des PC-Marktes dürfte nach Einschätzung des Unternehmens mindestens bis zum Ende des ersten Halbjahres 2027 anhalten. Die Nachfrage nach Serverprozessoren bleibt dagegen hoch, weshalb der Ausbau der Fertigungskapazitäten nun zu den wichtigsten Prioritäten gehört.
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Bild: Brecht Corbeel on Unsplash




