Intels kommende Nova-Lake-Prozessoren für Desktop-PCs sind in ersten PassMark-Benchmarks aufgetaucht. Die Ergebnisse deuten auf eine möglicherweise deutlich höhere Leistung pro Takt hin. Ein Vorserienmodell mit 28 Kernen erreicht im Single-Thread-Test rund 5.200 Punkte und übertrifft damit mehrere aktuelle Desktop-Spitzenmodelle von Intel und AMD. Da es sich um Vorserienchips handelt, sind die Werte allerdings mit Vorsicht zu bewerten.
In der Datenbank von PassMark PerformanceTest 11.1 sind mehrere Systeme mit Nova-Lake-S-Prozessoren aufgetaucht. Darunter befinden sich Vorserienmodelle mit 28 Kernen und einem angegebenen Boost-Takt von bis zu 4,8GHz sowie Varianten mit acht Kernen.
Im Single-Thread-Test erreicht ein Nova-Lake-Modell mit 28 Kernen 5.210 Punkte. Zum Vergleich kommen der Intel Core Ultra 9 285K auf 5.059 Punkte, der AMD Ryzen 9 9950X3D auf 4.805 Punkte und der Intel Core i9-14900KF auf 4.635 Punkte. Auch ein Nova-Lake-Vorserienchip mit acht Kernen und einem angegebenen Boost-Takt von 4,8GHz liegt knapp vor dem Core Ultra 9 285K.
Auf den Takt umgerechnet fallen die Ergebnisse noch vielversprechender aus. Sofern der angegebene Boost-Takt von 4,8GHz stimmt, erreicht das 28-Kern-Modell etwa 1.085 PassMark-Punkte pro GHz. Das sind rund 15 Prozent mehr als beim Core Ultra 9 285K und 29 Prozent mehr als beim Ryzen 9 9950X3D. Für den AMD-Prozessor fließt allerdings der offizielle maximale Boost-Takt in die Berechnung ein. Den tatsächlich anliegenden Takt hat PassMark nicht ausgewiesen.
Die Multi-Thread-Ergebnisse überzeugen weniger. Die Nova-Lake-Vorserienmodelle mit 28 Kernen erreichen rund 61.000 Punkte und liegen damit leicht vor dem Core i9-14900KF, aber deutlich hinter dem Core Ultra 9 285K und dem Ryzen 9 9950X3D. Die Achtkernmodelle schneiden trotz gleicher Kernzahl erheblich schlechter ab als der Ryzen 7 9850X3D. Niedrige Taktraten unter Multi-Core-Last oder noch ausstehende Softwareoptimierungen könnten die Ergebnisse teilweise erklären.
Die Benchmarks geben einen ersten Einblick in das Potenzial von Nova Lake, erlauben aber noch keine verlässlichen Rückschlüsse auf die Leistung der späteren Serienmodelle. Die Taktraten unterscheiden sich zwischen den Vorserienchips. Auch ihre Konfigurationen und der Stand der Softwareoptimierung können von den fertigen Prozessoren abweichen.
Intel dürfte die Nova-Lake-S-Prozessoren für Desktop-PCs im ersten Quartal 2027 einführen. Das anfängliche Sortiment soll Berichten zufolge Modelle mit bis zu 28 Kernen umfassen. Für einige Varianten werden zudem deutlich größere L3-Caches erwartet, mit denen Intel möglicherweise AMDs X3D-Gaming-Prozessoren Konkurrenz machen könnte.









