Die Persona-Reihe – ein Ableger der Shin Megami Tensei-Serie – kombiniert seit 1996 rundenbasierte JRPG-Dungeons mit dem Alltag japanischer Schüler und einem starken Social-Sim-Anteil. Ehemals wurden die Spiele von dem vom japanischen Studio Atlus entwickelt und veröffentlicht. Seit der Übernahme des Unternehmens im Jahr 2013 ist Sega für die Veröffentlichungen verantwortlich. Persona 5 erschien 2017 und bescherte der Spielreihe von Pubslisher Sega weltweite Berühmtheit. Mit Persona 5: The Phantom X (abgekürzt P5X) ist am 25./26. Juni (je nach Region) ein Spin off zur Serie erschienen, entwickelt von Black Wings Game Studio – unter der Aufsicht von Atlus und Sega. Das Spiel ist für PC via Steam, iOS und Android verfügbar. Praktisch: Die Spielfortschritte synchronisieren sich zwischen PC und Mobile.
P5X ist keine direkte Fortsetzung, sondern eine Parallelgeschichte zu Persona 5, angesiedelt in einem alternativen Universum. Nach einem ominösen Albtraum erwacht der namenlose Protagonist – Codename „Wonder“ – in einem hoffnungslosen Tokio. An seiner Seite: die redegewandte Eule Lufel, der geheimnisvolle Igor, der bereits aus früheren Persona-Spielen bekannt ist, und dessen neue Assistentin Merope. Gemeinsam finden sie heraus, dass ein unbekannter Drahtzieher den Menschen ihre Wünsche stiehlt und damit das kollektive Unterbewusste – auch „Mementos“ genannt – in eine düstere Trümmerlandschaft verwandelt. Wonder gründet daher ein frisches Team von Phantomdieben, um dem Wunsch-Problem auf den Grund zu gehen. Indem sie die „Schätze“ der Täter entwenden, heilen sie deren Herzen und geben der Stadt ihren Lebensmut zurück.
Spielerisch bleibt The Phantom X der bekannte Persona-Formal treu: Die Tage verbringt man in der Schule, bei Minijobs oder beim Abhängen mit Freunden (Synergy-Links), was auch für das eigentliche Gameplay relevant ist. Denn jede Aktivität stärkt Werte und schaltet neue Kampfboni frei. Sobald es Nacht wird, bricht man mit seinem Team in Paläste oder das labyrinthartige Mementos auf. Dort warten klassische Rundenkämpfe. Neue Mitstreiter und Monster (Personas) können per Gacha gezogen werden. Finanziert wird P5X über optionale Mikrotransaktionen: Man kann Währungen kaufen, um zusätzliche Gacha-Tickets zu lösen oder die Stamina sofort nachzufüllen. Das ist der Ausdauerbalken, der Ausflüge in Dungeons ermöglicht. P5X kann komplett kostenlos gespielt werden. Wer nicht zahlt, muss allerdings gelegentliche Pausen einlegen. Wenngleich das nicht dem klassischen Pay-to-Win-Prinzip entspricht, zählt die Monetarisierung zu den größten Kritikpunkten der Spieler.
Steam-Bewertungen: Originalgetreues Spin-off, aber mit aggressiver Monetarisierung
Mit Blick auf die Steam-Rezensionen überzeugt P5X vor allem durch seine originalgetreue Umsetzung, die vertraute Kampfdynamik und die starke Aufmachung samt flüssiger Performance. Was Spielern weniger gefällt, ist die aggressive Monetarisierung: teure Mikrotransaktionen, aufdringliche Kaufangebote und sehr niedrige Dropchancen. Kritisiert werden außerdem die Benutzeroberfläche, die primär für Mobilgeräte optimiert ist, sowie die ausbaufähige Controller-Anpassung. Anzumerken ist auch, dass es keine deutsche Textausgabe gibt. Alles in allem hat das bislang zu eher durchwachsenen Steam-Bewertungen geführt: 72 Prozent positive Meinungen aus rund 1.900 Rezensionen. Auf Platz 1 in der Steam-Charts-Kategorie „Kostenlos und Angesagt“ hat es The Phantom X aber trotzdem geschafft – und für Fans der Reihe sowie Freunde von JRPGs dürfte es dennoch einen Blick wert sein. Nicht zuletzt, weil P5X auf Steam kostenlos spielbar ist. Zum Vergleich: Persona 5 kostet auf Steam regulär 60 Euro (bis zum 10. Juli mit 60 Prozent Rabatt für rund 24 Euro erhältlich).




