LG TVs und Monitore sollen Nutzer überwachen, ungefragt Bloatware installieren

Nutzer von LG Smart TVs äußern schon seit Jahren Bedenken zum fehlenden Schutz der Privatsphäre, denn um viele Features eines LG Smart TVs nutzen zu dürfen, muss zwangsläufig zugestimmt werden, dass LG Zugriff auf bestimmte Daten erhält. Die aktuellen Nutzungsbedingungen verschärfen diese Situation nochmals dramatisch, denn LG nimmt sich das Recht, Gespräche aufzuzeichnen und zu analysieren, um AI-Dienste zu "verbessern".
Dass dabei keine Abhör-, Überwachungs- und Datenschutz-Gesetze gebrochen werden, ist laut der Nutzungsbedingungen die Verantwortung des Nutzers, der alle Gäste und Familienmitglieder darüber informieren muss, dass diese gerade abgehört werden. Falls jemand nicht zustimmt, müssen alle Mikrofon- und Sprach-Features des Smart TVs deaktiviert werden. Darüber hinaus erlaubt die Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen, dass LG die Nutzung eines Produkts überwacht, und diese Daten Drittanbietern zur Verfügung stellt.
Um diese jüngsten Nutzungsbedingungen auf älteren Smart TVs zu umgehen, ist es möglich, schlicht keine neuen webOS-Updates zu installieren, allerdings erhält der Smart TV in diesem Fall auch keine Sicherheits-Patches mehr. Wie eine Untersuchung von Gamers Nexus anhand eines LG UltraGear 34GX900A-B (ca. 699 Euro auf Amazon) zeigt, gibt es bei der Nutzung neuerer LG UltraGear- und UltraFine-Monitore ähnliche Privatsphäre-Bedenken.
Denn sobald ein Monitor an einen Windows-Computer angeschlossen wird, installiert dieser automatisch sowohl den LG Monitor App Installer als auch McAfee Scam Detector, ohne den Anwender je um Erlaubnis zu fragen. Der LG Monitor App Installer hat laut eigenen Angaben vollen Zugriff auf "alle System-Ressourcen", und sammelt Daten zu Standort, Hardware, Online-Aktivität des Nutzers, Account-Logins und Kontaktdaten. Das betrifft laut Gamers Nexus nicht nur neue Monitore, sondern nach einem Firmware-Update auch einige etwas ältere Bildschirme.








