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Langzeit-Akkutest: Schadet schnelles Laden tatsächlich der Akkulebensdauer?

Ein aufwändiger Langzeit-Test mehrerer iPhones und Android-Smartphones klärt die Frage ob Fast-Charging die Akkulebensdauer negativ beeinflusst. (Bildquelle: HTX Studio)
Ein aufwändiger Langzeit-Test mehrerer iPhones und Android-Smartphones klärt die Frage ob Fast-Charging die Akkulebensdauer negativ beeinflusst. (Bildquelle: HTX Studio)
Das Ergebnis eines überaus aufwändigen und professionell präsentierten Langzeit-Tests ist eindeutig. Mehrere iPhones und Android-Handys wurden in unterschiedliche Ladegruppen eingeteilt und über mehrere Monate hinweg automatisiert getestet. Der aufstrebende YouTube-Channel beantwortet nicht nur die Frage, ob Fast-Charging tatsächlich der Akkulebensdauer schadet, sondern gibt auch andere hilfreiche Tipps, etwa für die Lagerung.

Sehr viel Aufwand haben Techies des vergleichsweise jungen YouTube-Channels HTX Studio betrieben, um herauszufinden, ob schnelles Laden tatsächlich der Akkulebensdauer schadet, wie ja immer wieder zu lesen ist. Soll man sein Handy über Nacht besser mit einem langsamen 5 Watt Ladegerät volltanken oder vielleicht nur zwischen 30 und 80 Prozent der Gesamt-Kapazität nutzen? Beide Fragen und einige weitere beantwortet das mit großem zeitlichem, technischem und produktionstechnischem Aufwand erstellte, knapp 7 Minuten kurze Video in kompakter Form. Wer sich die Spannung nicht nehmen lassen will - wir verraten die Ergebnisse erst danach.
 

Die Testmethode

10 Apple iPhone 12 Modelle und 10 iQOO 7 Phones wurden jeweils in vier Gruppen getrennt:

  • Drei iPhones und Android-Phones wurden in eine Fast-Charging-Gruppe eingeteilt. Erstere laden wohl mit maximal 20 Watt (das Maximum für iPhone 12), letztere mit bis zu 120 Watt.
  • Drei iPhones und Android-Phones laden in einer Slow-Charging-Gruppe mit (vermutlich, wird nicht spezifiziert) 5 Watt beziehungsweise 18 Watt bei den iQOO-Modellen.
  • Drei iPhones und Android-Phones landen in einer speziellen Gruppe, die nur zwischen 30% und 80% geladen wird.
  • Jeweils ein iPhone und iQOO-Phone dient als Kontrollgruppe, es wird im Verlauf des 6-monatigen Tests nicht geladen.

Vor und nach den Tests wird die Akkukapazität aller Smartphone-Batterien gemessen, der Lade und Drain-Test selbst läuft über eine Discharge-Loop-App automatisiert ab, die mittels Relay das Laden aktiviert sobald die Akkukapazität 5 Prozent erreicht. Nach 500 Ladezyklen ergeben sich folgende, noch verfügbare Akkukapazitäten für die vier Gruppen:
 

Am iPhone 12 führt Fast-Charging zu 0,5 Prozent niedrigerer Akkukapazität nach 500 Ladezyklen.
Am iPhone 12 führt Fast-Charging zu 0,5 Prozent niedrigerer Akkukapazität nach 500 Ladezyklen.
Nur 50 Prozent des Akkus im idealen Bereich zu nutzen erhöht die Kapazität nach 500 Zyklen um 4 Prozent.
Nur 50 Prozent des Akkus im idealen Bereich zu nutzen erhöht die Kapazität nach 500 Zyklen um 4 Prozent.
Am iQOO 7 führt 120 Watt Fast-Charging nur zu 0,3 Prozent niedrigeren Kapazitäten nach 500 Ladezyklen.
Am iQOO 7 führt 120 Watt Fast-Charging nur zu 0,3 Prozent niedrigeren Kapazitäten nach 500 Ladezyklen.
Auch hier bringt es 2,5 Prozent mehr Akkukapazität nach 500 Ladezyklen, wenn nur die halbe Kapazität genutzt wird.
Auch hier bringt es 2,5 Prozent mehr Akkukapazität nach 500 Ladezyklen, wenn nur die halbe Kapazität genutzt wird.

Die Ergebnisse

Die Ergebnisse sind recht eindeutig. Weder auf iPhones noch auf Android-Phones führt schnelles Laden zu signifikant reduzierten Akkukapazitäten nach 500 Ladezyklen. Sein Smartphone immer nur im "idealen" Bereich zwischen 30 und 80 Prozent Kapazität zu nutzen, kann tatsächlich einen geringen Kapazitätsgewinn nach vielen Ladezyklen bringen, im Test sind es 4 Prozent mehr Kapazität bei iPhones und 2,5 Prozent mehr bei den getesteten Android-Handys. Das Fazit des Testers lautete dennoch: Es macht de facto keinen großen Unterschied, wie und wie schnell man seinen Smartphone-Akku lädt. 

Ab Minute 3:40 werden übrigens noch weitere Fragen rund um Akkus behandelt, etwa ob die Lagerung besser bei halb geladenem, voll geladenem oder kaum geladenem Akku erfolgen soll. Der Zeitraum von einer Woche ist vielleicht nicht lange genug, in dieser Zeit war allerdings kein Unterschied in der Kapazität zu beobachten. Der Aufwand, der für dieses Video betrieben wurde ist übrigens nur die halbe Geschichte. Wie die letzten Minuten des Videos zeigen, gab es im Vorfeld schon zwei ähnliche Experimente in den letzten zwei Jahren, die allerdings keine schlüssigen Resultate lieferten. Durchaus rührend auch die Anekdote zum ersten iPhone des Testers, die das Video beendet.

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Autor: Alexander Fagot,  8.11.2025 (Update:  9.11.2025)