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Linux-PC im Brillenformat: Neue AR-Brille funktioniert ohne Smartphone

Die Raven Prism 1 kombiniert einen eigenständigen Linux-Computer mit einem vollfarbigen Display und austauschbaren Akkus. (Bildquelle: Raven Resonance)
ⓘ Raven Resonance
Die Raven Prism 1 kombiniert einen eigenständigen Linux-Computer mit einem vollfarbigen Display und austauschbaren Akkus. (Bildquelle: Raven Resonance)
Die Raven Prism 1 will mehr sein als eine gewöhnliche Smart-Brille. Mit einem eigenen Linux-Betriebssystem, Augensteuerung und einem ungewöhnlichen Akkukonzept soll sie viele Aufgaben eines Computers übernehmen, ohne dafür auf ein Smartphone angewiesen zu sein. Jetzt ist die Brille erstmals reservierbar – allerdings zu einem stolzen Preis.

Während klassische Smart-Brillen wie die Ray-Ban Meta oder die Amazon Echo Frames als verlängerter Arm des Smartphones dienen, setzt Raven bei der Prism 1 auf einen autarken Ansatz: Die Brille soll als eigenständiger Linux-PC fungieren, der viele Anwendungen auch ohne verbundenes Smartphone ausführen kann.

Im Inneren arbeitet ein 64-Bit-ARM-Prozessor mit vier Kernen, dem bis zu 4 GB Arbeitsspeicher und mindestens 32 GB interner Speicher zur Seite stehen. Als Betriebssystem kommt das Linux-basierte Raven OS zum Einsatz. Damit soll die Brille eigenständig kompatible ARM64-Anwendungen ausführen können. Zum Marktstart sollen laut Hersteller mehr als 25 Anwendungen über einen eigenen App Store verfügbar sein. Welche Anwendungen das konkret sind, ist noch nicht bekannt. Als mögliche Einsatzgebiete nennt Raven unter anderem Videowiedergabe, Navigation oder KI-Anwendungen . 

Optisch ist die Raven Prism 1 nicht von einer herkömmlichen Brille zu unterscheiden.
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Optisch ist die Raven Prism 1 nicht von einer herkömmlichen Brille zu unterscheiden.

Informationen werden über ein vollfarbiges LCoS-Display in das Sichtfeld des rechten Auges projiziert. Die virtuelle Anzeige soll dabei ungefähr einem 16 Zoll großen Bildschirm entsprechen, der sich eine Armlänge entfernt befindet. Mit einem Sichtfeld von 30 Grad dürfte sich die Brille allerdings eher für kompakte Info-Fenster als für großflächige AR-Darstellungen eignen. Bedient wird die Raven Prism 1 hauptsächlich über Augenbewegungen und Sprachbefehle. Alternativ können über Bluetooth auch klassische Eingabegeräte wie Tastaturen oder Mäuse verbunden werden.

Raven scheint dabei auch großen Wert auf Datenschutz zu legen. Die integrierte 13-Megapixel-Kamera hat eine mechanische Abdeckung, während spezielle Leuchtanzeigen Personen in der Umgebung über aktive Kameraaufnahmen informieren sollen. Augenbewegungen werden laut Hersteller lokal verarbeitet. Cloud-Funktionen sollen nur auf persönliche Daten zugreifen können, wenn Nutzer dem ausdrücklich zugestimmt haben.

Besonderes Akkusystem mit magnetischer Befestigung

Eine weitere Besonderheit ist das modulare Akkusystem namens Raven Wings. Dabei handelt es sich um magnetisch befestigte Akkumodule, die sich laut Hersteller sogar während des laufenden Betriebs austauschen lassen. Zwei Akkupaare sowie ein Ladecase gehören zum Lieferumfang. Die Anschlüsse sollen künftig auch zusätzliche Hardware wie GPS-Empfänger, Mobilfunkmodems oder KI-Beschleuniger unterstützen.

Die sogenannten „Raven Wings“ sind Akkus, die sich seitlich an der Brille befestigen lassen.

Preis und Verfügbarkeit

Nachdem die Raven Prism 1 auf der Augmented World Expo (AWE) in Long Beach, Kalifornien, offiziell vorgestellt wurde, kann sie seit dem 29. Oktober nun auch reserviert werden. Die Höhe der Anzahlung beläuft sich auf 49 US-Dollar. Der reguläre Verkaufspreis liegt bei 1.499 US-Dollar (rund 1.340 Euro). Der Preis scheint in Anbetracht der verbauten Hardware allerdings recht hoch angesetzt zu sein, wie auch viele Nutzer auf Reddit finden.

Erste Geräte sollen im Januar 2027 ausgeliefert werden. Die ersten beiden Produktionschargen sind allerdings bereits ausgebucht. Reguläre Neukunden können derzeit nur die vierte Charge reservieren, deren Auslieferung für Sommer 2027 geplant ist. Zunächst liefert Raven ausschließlich innerhalb der USA. Ein Verkaufsstart in Europa ist angekündigt, ein konkreter Termin steht jedoch noch aus.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-10 > Linux-PC im Brillenformat: Neue AR-Brille funktioniert ohne Smartphone
Autor: Marius Müller, 30.10.2026 (Update: 30.10.2026)