Datenschutz ist zu einem wichtigen Thema geworden, da große Technologiekonzerne weiterhin Produkte verkaufen, die angeblich zur Produktivitätssteigerung beitragen sollen, im Gegenzug aber viele Daten erfassen und diese mitunter weiterverkaufen. Während sich viele Nutzer zunehmend mit der Privatsphäre diverser Softwares beschäftigten, geraten mittlerweile auch diverse Hardware-Methoden ins Rampenlicht.
Wie viele andere Konzerne auch hat Intel Backdoors beziehungsweise Hintertüren in diversen Produkten integriert, die beispielsweise zur Fernwartung von Business-Laptops dienen sollen. In vielen Intel-Prozessoren ist deshalb die sogenannte Intel Management Engine zu finden.
Die Intel Management Engine (kurz ME) ist ein kleines, proprietäres Betriebssystem, das seit seiner Einführung im Jahr 2008 Bestandteil von Intel-Prozessoren ist. Laut Intel ist die ME Closed Source um die Sicherheit zu gewährleisten, und das, obwohl diese Engine Zugriff auf die CPU, den RAM und die Netzwerkschnittstellen des Notebooks hat.
Abgesehen davon wurde die ME bereits erfolgreich für diverse Hacks und Exploits genutzt. Zudem hat die amerikanische NSA die Intel ME von ihren eigenen Rechnern entfernt, was Intels Beweggründe eher widerspricht und stattdessen suggeriert, dass es sich bei der ME um eine Hintertür oder sogar um Spionagesoftware handelt.
Unabhängig davon, wie man die ME letztlich einordnet, hat sich der YouTuber und Modder namens Livny damit beschäftigt, wie man die Engine deaktivieren könnte. Dieser Vorgang ist überaus kompliziert, denn neben der passenden Hardware braucht man hierfür auch ein passendes Open-Source BIOS für den entsprechenden Intel-Prozessor.
In diesem Fall ist die Wahl auf das Lenovo ThinkPad T430 gefallen, da es auf der Liste modifizierbarer und langfristig nutzbarer ThinkPads steht, die von der Community empfohlen werden. Mithilfe eines Raspberry Pi, eines SOIC-Clips und eines vollständig zerlegten ThinkPad T430 mit freigelegtem BIOS-Chip installiert Livny eine vorkonfigurierte Version von Coreboot und nutzt anschließend das Tool me_cleaner, um die ME zu deaktivieren.
Für viele Nutzer dürfte dieser Aufwand nicht im Verhältnis zum Nutzen stehen. Die Komplexität des Vorgangs verdeutlicht trotzdem, wie tief derartige Mechanismen in Geräten integriert sind, und wie blind diesen oft vertraut wird. Jeder dürfte sich einen sicheren Laptop wünschen, ohne mehr Transparenz seitens der Hersteller bleibt jedoch unklar, ob ein Notebook tatsächlich sicher und geschützt ist oder aber von außen überwacht werden kann.
Quelle(n)
Livny auf YouTube





