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Nachtsichtkamera im Outdoor-Smartphone ausprobiert – was taugt sie wirklich?

Rechts im Modul des LED-Blitzes verstecken sich auch die Infrarot-LEDs, welche für die nötige Ausleuchtung bei Nachtaufnahmen sorgen.
Rechts im Modul des LED-Blitzes verstecken sich auch die Infrarot-LEDs, welche für die nötige Ausleuchtung bei Nachtaufnahmen sorgen.
Vor einigen Tagen testeten wir das Cubot KingKong 11, welches mit einer Nachtsichtkamera kommt. Damit soll man auch in völliger Dunkelheit Fotos machen können. Was die Technologie taugt, das haben wir mal ausprobiert.

Im ersten Moment klingt es wie eine Schnapsidee: Eine Nachtsichtkamer im Handy, braucht man sowas wirklich? Nun, gerade Outdoor-Smartphones, welche ja für den Gebrauch im Freien, auf langen Wanderungen oder auch bei anstrengenden, schmutzigen oder sogar gefährlichen Arbeiten genutzt werden, bringen diese Funktion immer öfter mit und sie kann durchaus Sinn machen.

Vor Kurzem hatten wir das Cubot KingKong 11 im Test (demnächst auch auf amazon.de erhältlich) welches uns zwar insgesamt nicht völlig überzeugen konnte, dafür aber günstig ist und eben eine Nightvision-Kamera mitbringt. Nötig dafür ist Infrarot-Licht, welches von zwei LEDs erzeugt wird, die im Blitzmodul der rückwärtigen Kamera integriert sind. Das Ergebnis sind dann Schwarz-Weiß-Aufnahmen, welche auch bei völliger Dunkelheit funktionieren.

Am meisten Sinn macht die Kamera tatsächlich für Tierbeobachtung bei Nacht: Infrarotlicht können die meisten Tiere (wie auch der Mensch) nicht sehen. Somit kann man sie ungestört beobachten und fotografieren.

Im Spiegel sieht man, dass das Infrarotlicht für die Nachtsicht wie ein Blitz wirkt.
Im Spiegel sieht man, dass das Infrarotlicht für die Nachtsicht wie ein Blitz wirkt.

Testaufnahmen und Einschätzung

Auch in hellen Umgebungen wird die Kamera übrigens nicht geblendet und macht auch bei normalem Licht ordentliche Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Wir probieren die Kamera in völlig abgedunkelten Räumen aus, in denen wir mit bloßem Auge nichts sehen können.

Beim Blick auf das Handydisplay können wir im Raum aber alle Details erkennen. Wir machen ein Foto unseres Puppenkopfs und stellen fest, dass der Autofokus oft ein wenig braucht, bis er ein scharfes Bild zustande bringt. Auch wirkt das Bild schnell überstrahlt, wenn sich ein Objekt zu nahe an den Infrarot-LEDs befindet. Aber schließlich bekommen wir doch ein gutes Bild.

Uns interessiert noch die Reichweite der Nachtsicht und so gehen wir in einen dunklen Kellergang, der ungefähr 10 Meter lang ist. Schafft es die Nachtsicht, bis zum Ende des Ganges zu dringen? Tatsächlich ist es problemlos möglich. Das Bild wirkt aber erneut nicht ganz scharf.

Nachtsichtaufnahme Stofftiere
Nachtsichtaufnahme Stofftiere
Nachtsichtaufnahme Puppenkopf: Bis solche Aufnahmen scharf und nicht überbelichtet sind, muss man etwas herumprobieren.
Nachtsichtaufnahme Puppenkopf: Bis solche Aufnahmen scharf und nicht überbelichtet sind, muss man etwas herumprobieren.
Nachtsichtaufnahme Kellergang: Auch an der 10 Meter entfernten Wand sind noch Details zu erkennen.
Nachtsichtaufnahme Kellergang: Auch an der 10 Meter entfernten Wand sind noch Details zu erkennen.

Einschränkungen und Fazit

Was mit der Infrarotkamera, zumindest beim Cubot KingKong 11, nicht möglich ist, sind Videos oder Serienaufnahmen. Das ist schade, denn so hätte man auch Bewegtbilder von Wildtieren speichern können. Ein Nachteil gegenüber einer echten Wildkamera ist zudem der fehlende Bewegungsmelder für die Auslösung, man muss sich also immer selbst hinter der Kamera befinden.

Insgesamt ist die Nachtsichtkamera im Cubot KingKong 11 und in anderen Outdoor-Handys eine nette Spielerei. Man kann das Handy damit auch als Nachtsichtgerät verwenden, die Reichweite ist tätsächlich beachtlich. Natürlich könnte man nachts auch einfach die Handytaschenlampe aktivieren, wenn man etwas sehen möchte. Der Clou liegt eher darin, dass man weniger Aufmerksamkeit auf sich zieht, etwa von Tieren.

Der Autofokus braucht oft etwas länger, bis er wirklich scharf stellt und der Funktionsumfang ist eingeschränkt.

Wenn Sie sich für ein Outdoor-Handy wie das Cubot KingKong 11 mit Nachtsichtkamera interessieren, empfehlen wir unseren ausführlichen Testbericht, welcher alle Stärken und Schwächen auflistet.

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Autor: Florian Schmitt, 25.08.2025 (Update: 25.08.2025)