Neuer Mini-PC mit Ryzen AI und 192 GB RAM unterbietet AMDs Halo-Workstation deutlich

Der chinesische Hersteller TOPC hat mit dem TXA2 eine kompakte Workstation vorgestellt, die von AMDs Ryzen AI Max+ PRO 495 angetrieben wird. Der Prozessor bietet 16 Zen-5-Kerne, 32 Threads und Taktraten von bis zu 5,2 GHz. Die integrierte Radeon 8065S verfügt über 40 Recheneinheiten auf Basis der RDNA-3.5-Architektur, während die XDNA-2-NPU eine KI-Rechenleistung von bis zu 55 TOPS erreicht.
Das eigentliche Highlight sind allerdings die 192 GB LPDDR5X-8533-RAM, die CPU und GPU gemeinsam nutzen. Davon lassen sich bis zu 160 GB der Grafikeinheit zuweisen. Auch bei der Speichererweiterung ist der TXA2 großzügig ausgestattet: Insgesamt stehen vier M.2-2280-Steckplätze für SSDs zur Verfügung, von denen zwei mit PCIe 4.0 x4 und die übrigen beiden mit PCIe 4.0 x2 angebunden sind. Zur weiteren Ausstattung gehören Netzwerkanschlüsse mit 10 und 2,5 Gbit/s, Wi-Fi 7, zwei USB4-Anschlüsse, HDMI, DisplayPort und ein SD-Kartenleser.
Technisch bewegt sich der TXA2 auf einem ähnlichen Niveau wie andere Mini-PCs mit Gorgon-Halo-Prozessoren. Mit einem Einstiegspreis von 6.399 US-Dollar (rund 5.700 Euro) positioniert er sich allerdings als interessante Alternative zu den teilweise deutlich teureren Modellen etablierter Hersteller. Eine Variante mit 4 TB Speicher kostet 6.699 US-Dollar (rund 5.970 Euro).
Zum Vergleich: AMDs kürzlich vorgestellte Ryzen-AI-Halo-Entwicklerplattform wird bei Micro Center für 7.299 US-Dollar (rund 6.510 Euro) angeboten. Beide Systeme haben denselben Gorgon-Halo-Prozessor, 192 GB LPDDR5X-RAM und 2 TB Speicher. Damit ist das Angebot von TOPC rund 900 US-Dollar (etwa 800 Euro) günstiger. Der Hersteller liefert auch nach Deutschland. In diesem Fall müssen allerdings etwaige Versand- und Zollkosten berücksichtigt werden.
Auch gegenüber anderen ähnlich ausgestatteten Systemen fällt der Preisunterschied auf. Der Minisforum MS-S1 MAX-P495 kostet derzeit 7.799 Euro, während der GMKtec EVO-X5 Pro für rund 6.000 Euro und der Acemagic F9A Pro 495 für rund 6.399 Euro erhältlich sind. Eine weitere Alternative ist der Framework Desktop, der in der DIY-Konfiguration ohne SSD ab rund 6.060 Euro angeboten wird. Ein vollständig vormontiertes System mit 2 TB Speicher kostet dagegen rund 6.640 Euro.
Hinzu kommt der Peladn YO2 495, der in China mit 192 GB RAM und einer 2-TB-SSD für 49.999 Yuan (rund 6.675 Euro) auf den Markt gekommen ist. Damit ist die Workstation von TOPC preislich durchaus konkurrenzfähig, selbst wenn man ihre umfangreichen Möglichkeiten zur Speichererweiterung noch nicht berücksichtigt. Ein Preisvergleich in Euro ist nicht möglich, da die genannten Systeme bislang nicht in Europa erhältlich sind.
Allerdings sollten potenzielle Käufer auch Unterschiede bei der Kühlung, beim Kundendienst und bei der Softwareintegration berücksichtigen. Ein niedrigerer Preis bedeutet schließlich nicht zwangsläufig, dass ein System auch die bessere Workstation ist.






