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Nvidia GeForce GTX 280M Grafikkarte im Test

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Eben erst vorgestellt, schon im Test bei notebookcheck.com - In folgendem Artikel fühlen wir der neuen High End Notebook Grafikkarte - GeForce GTX 280M - von Nvidia auf den Zahn und vergleichen die Performance mit AMDs Topmodell HD 4870.

Nvidia GeForce GTX 280M im Test
Nvidia GeForce GTX 280M im Test

Pünktlich zur Eröffnung der Cebit 2009 stellt Nvidia neue High-End Grafikkarten für Notebooks vor. Das Flagschiff dieser neuen 200M Serie ist die GeForce GTX 280M, welche jedoch nicht mit der Desktop Grafikkarte GTX 280 verwandt ist, sondern noch auf den „alten“ G92b Kern in 55nm basiert. Durch den verbesserten 55nm Prozess konnte Nvidia nun alle 128 Renderpipelines des Chips freischalten und auch die Taktrate etwas erhöhen. Dadurch ist die GTX 280M mehr mit der 9800 GTX+ Desktop Grafikkarte verwandt.

Im Vergleich zur alten GeForce 9800M GTX ergeben sich dadurch folgende Veränderungen:

  • Mehr Renderpipelines des G92 freigeschaltet (128 wie bei der Quadro FX 3700M)
  • Um 17-19% erhöhte Taktraten (585/1463/950 versus 500/1250/800 = +17%/+17%/19%) bei Einsatz einer MXM 3 Karte (MXM 2 ist auf 800 MHz Speichertakt limitiert).
  • Herstellung nun in 55nm statt 65nm
  • Gleicher Abwärmebedarf wie 9800M GTX (75 Watt)
  • Deutlich verbessertes Performance / Watt Verhältnis
  • Schnellere Hybrid Power Umschaltung (unter 1 Sekunde versus 7 Sekunden)

Weiterhin punkten die neuen 100M und 200M Karten wie ihre Vorgänger auch mit PureVideo HD Engine zur Dekodierung von HD Videos und Support für CUDA und PhysX (die neuen High End Karten ermöglichen z.B. den Einsatz von PhysX mit Mirrors Edge).

Neben der GeForce GTX 280M hat Nvidia auch noch zwei weitere High-End Grafikkarten vorgestellt. Die Geforce GTX 260M ist eine 55nm 9800M GTX mit etwas höheren Taktraten. Die GeForce GTS 160M ist eine 55nm 9800M GTS, welche dadurch den Stromverbrauch einer GS aufweist (und dadurch auch in 15“ Notebooks eingesetzt werden kann).

GeForce GTX 280M GeForce GTX 260M GeForce GTS 160M
CUDA Processor Cores 128 112 64
Core Clock (MHz) 585 550 600
Processor Clock (MHz) 1463 1375 1500
Memory Clock (MHz) 950 950 800
Memory Interface 256 Bit 256 Bit 256 Bit
Framebuffer 1 GB 1 GB 1 GB
Gigaflops 562 462 288

Für den Test der neuen GeForce 280M stand uns folgendes Testgerät zur Verfügung:

  • Clevo M980NU 18.4“ Barebone (Pre-Production Sample)
  • Nvidia GeForce GTX 280M mit 1024 GDDR 3 (585/1463/950) im MXM 3.0 Slot (Pre-Production Sample)
  • Intel Core 2 Duo X9100 3.1 GHz CPU
  • 2048 MB DDR3
  • 320 GB 5400 U/min HDD
  • Vista 64 Bit

Synthetische Benchmarks

Zuerst führten wir im Zuge unseres Tests die bekannten synthetischen Benchmarks von Futuremark und Co. durch. Zum Vergleich verwendeten wir eine Desktop HD 4850 (auf Niveau der ATI Mobility Radeon HD 4870 mit GDDR3 heruntergetaktet) im Verbund mit einem Core 2 Duo E6600 (2.4 GHz) mit 4 GB RAMund Vista 64 Bit.

Bei den 3DMark Benchmarks von Futuremark gewinnt knapp die HD 4870 den Vergleich. Nur im 3DMark Vantage kann die GeForce GTX 280M mit PhysX Unterstützung der GPU klar den Vergleich gewinnen. Jedoch ist der Gesamtscore eher fraglich, da sich die PhysX Unterstützung nur auf den CPU Score auswirkt und diesen von 6200 Punkten auf 25000 erhöht. Ohne PhysX bleibt der Vantage Score auch knapp hinter der simulierten HD 4850.

Auch im Cinebench OpenGL Test bleibt die 280M deutlich hinter der Mobile HD 4870. Dies ist jedoch oft sehr abhängig von den verwendeten Treibern.

In der ersten Runde der (nur teilweise aussagekräftigen) synthetischen Benchmarks muss die Geforce GTX 280M gegen das 800 Shader Monster von AMD knapp den Kürzeren ziehen.

Futuremark Benchmarks der GTX 280M
Futuremark Benchmarks der GTX 280M

Spielebenchmarks

Viel interessanter und aussagekräftiger sind jedoch aktuelle Spielebenchmarks.

In Call of Duty 4 in 1280x1024 – high - zeigt die GTX 280M erstmals was in ihr steckt. Mit 67 bzw. 75 fps (2,1 bis 3 GHz CPU) im Schnitt gewinnt das Nvidia Flagschiff  gegen die 62 fps der simulierten HD 4850.  Punkt für Nvidia – 1:0

Als nächstes betrachteten wir das ältere aber grafisch sehr anspruchsvolle World in Conflict mit dem integrierten Benchmark. In der höchsten Detailstufe und SXGA Auflösung erzielen beide Karten 21 fps im Schnitt. Unentschieden – 2:1

Als nächstes warfen wir den Call of Juarez DirectX 10 Benchmark der Demoversion in XGA und hohen Details mit 4x Antialiasing an. Hier kann AMD mit 48 versus 33 fps einen eindeutigen Sieg einfahren. Jedoch soll der Demo Benchmark (im Gegensatz zum Spiel selbst) etwas AMD lastig ausgefallen sein, trotzdem – 2:2 es bleibt spannend.

Supreme Commander – Forged Alliance ist durch seine aufwändigen Multiplayerschlachten immer noch ein Dauerbrenner im Strategiegenre. Der aufwendige Benchmark zeigt Szenen einer riesigen Schlacht von 4 Parteien. Die Mobility Radeon HD 4870 gewinnt mit 2.4 GHz CPU hier mit ein paar Frames Vorsprung gegen die GTX 280M mit 3,1 GHz CPU. Punkt ATI 2:3

In Crysis gewinnt die GTX 280M eindeutig bei geringeren Details und Auflösungen. In den nicht mehr flüssig spielbaren Einstellungen very high bei SXGA gewinnt jedoch die HD 4870 um einen Frame. Gesamt würde man hier eher Nvidia den Sieg zusprechen (wegen der deutlich höheren Frameraten in high). 3:3 erneut unentschieden

Auch der Nachfloger Crysis Warhead hat es in unseren Benchmarkvergleich geschafft. Die leicht verbesserte Engine von Crysis kommt mit der Nvidia Grafikkarte etwas besser zurecht und vergibt daher einen Punkt an die GTX 280M. 4:3 Vorteil Nvidia

Auch Far Cry 2 wurde von uns ausgiebig getestet und zeigt auf der Nvidia High-End Notebookgrafikkarte eine deutlich bessere Performance. 5:3 für Nvidia

Performance Call of Duty 5
Performance Call of Duty 5

Bei den relativ alten Spielen Half Life 2 und Doom 3 gewinnt AMD mit etwas Abstand. Da jedoch beide GPUs Frameraten über 100 fps erzeugen, ist dies wohl eher zweitrangig und auch auf eine mangelnde Treiberoptimierung bzw. den Pre-Production Stand unseres Testgerätes zurückzufühen. Die alte 9800M GTX erreicht hier z.b. deutlich höhere Werte. Auffällig war auch das die 280M in F.E.A.R. nur 38 Bilder pro Sekunde darstellte. 5:4 für Nvidia

Eine „echte“ ATI Mobility Radeon HD 4870 hat bisher nur PCTuning (eigentlich zwei HD 4870 im Crossfire Modus im Asus W90) gestestet. Wir versuchten einige ihrer in Full HD ausgeführten Tests mit der einzelnen GTX 280M nachzustellen um die Performance vergleichen zu können. Die restliche Hardwareausstattung ist relativ vergleichbar (W90 mit auf 2,9 GHz übertakteten Core 2 Duo und 6 GB RAM). 
In Call of Duty 5 erreichten wir eine ähnliche Performance mit der einzelnen GeForce 280M. Die durchschnittliche Framerate war sogar deutlich höher.
Auch in Far Cry 2 (wir lesen die Intro Sequenz des Spiels laufen, welche auch der Framerate im Spiel später entspricht, laufen) war die GTX 280M ähnlich leistungsfähig.
Zu guter letzt versuchten wir noch den Test mit Race Driver Grid nachzustellen. Das erste Rennen der Vollversion erzielte praktisch dieselben Ergebnisse wie PCTuning mit ihrem Test der HD 4870 X2.
Obwohl die Ergebnisse von PCTuning mit unseren nicht direkt vergleichbar sind, sieht man das die einzelne GeForce GTX 280M gut mit den zwei HD 4870 im Asus Notebook mithält.

GeForce GTX 280M (mit 3,1 und 2,1 GHz CPU) versus Mobility Radeon HD 4870
GeForce GTX 280M (mit 3,1 und 2,1 GHz CPU) versus Mobility Radeon HD 4870

Gesamt kann man also im Vergleich Mobility Radeon HD 4870 zu GeForce GTX 280M, die GeForce zum knappen Sieger küren, da sie in den meisten Spielen etwas schneller arbeitet. Ob eine ATI Mobility Radeon HD 4870 mit schnellem GDDR5 Speicher den Spieß umdrehen kann, bleibt abzuwarten. Bis jetzt wurde kein  Notebook mit GDDR5 angekündigt und durch den geringen Chiptakt der HD 4870 bleibt der Nutzen auch fraglich.

Spieleimpressionen

Zusätzlich zu den vergleichenden Benchmarks, haben wir uns noch einige aktuelle Spiele hinsichtlich Performance mit der GTX 280M angesehen.

Burn Out Paradise lief in nativer Displayauflösung von 1920x1080 mit höchsten Details und 8x Anti Aliasing flüssig mit konstant 60 fps (max. Obergrenze von Burn Out Paradise). Nur die Schattenoption SSAO muss dabei deaktiviert sein. Aktiviert man diese Option läuft es selbst in 1024x768 nur mit 40 fps (und interessanterweise sehr ruckelig).

Das neueste Grand Theft Auto – GTA IV, benchten wir in verschiedenen Einstellungen. In der nativen Auflösung des Displays in 1920p und hohen Details war leider kein flüssiger Spielgenuss erreichbar (nur 22 fps durchschnittlich). Eine flüssige Darstellung erreichten wir erst mit 1024x768, mittleren Details und 21 Sichtdistanz. 33 Bilder pro Sekunde reichten für einen akzeptablen Spielgenuss. Für unser High-End Testgerät jedoch nicht wirklich ein gutes Ergebnis. Teilweise kann man das Ergebnis auf die Dual-Core CPU in unserem Testgerät zurückführen. Außerdem, zeigt sich GTA 4 auch auf Desktop Karten extrem leistungs-hungrig.

 

Grand Theft Auto IV Benchmark
Grand Theft Auto IV Benchmark

Besser sah es da schon bei Fear 2 (Demo) aus. Welches in 1280x1024 auf höchsten Details mit durchschnittlichen 93 Bildern pro Sekunde hervorragend lief.

Performance FEAR2
Performance FEAR2

Zu guter letzt starteten wir noch den OpenGL Multiplayer-Shooter Enemy Territory Quake Wars. In einem Trainings Spiel mit Bots erreichten wir in 1920x1080 und max. Details durchschnittlich 57 fps. Dank den minimal erreichten 44 fps war das Spiel flüssig spielbar.

> Im Vergleich mit Desktop Grafikkarten

Im direkten Vergleich mit Desktop Grafikkarten positioniert sich die GeForce GTX 280M etwas unterhalb der GeForce 9800 GTX+ welche ebenfalls auf den 55nm G92b Kern basiert, jedoch höher getaktet ist. 

Fazit

Die-Shot Nvidia Geforce GTX 200M
Die-Shot Nvidia Geforce GTX 200M

Evolution – So könnte man die GeForce GTX 280M am besten beschreiben. Trotz des neuen vielversprechenden Namens, ist die neue High End GPU sehr eng verwandt mit der alten GeForce 9800M GTX bzw Quadro FX 3700M. Dank des kleinerem 55nm Produktionsprozesses erzielt Nvidia jedoch ein deutlich besseres Performance zu Watt Verhältnis.

In den eigentlichen Benchmarks zeigt sich die GTX im Schnitt knapp vor der Mobility Radeon HD 4870 und fähig die meisten Spiele in hohen Details flüssig darzustellen. Nur vor "Performance-Löchern" wie GTA 4 muss sie klarerweise kapitulieren. Insgesamt erklimmt die GTX 280M dadurch den Thron unserer Grafikkartenliste für "Single-Core" GPUs.

Ein weiterer Vorteil der GTX 280M sind auch die Treiberupdates über die Nvidia Homepage und derzeit noch die CUDA Software und PhysX Unterstützung.

Testberichte von Notebooks mit GeForce 280M GTX und weitere Benchmarks finden Sie auf der Einzelseite der Nvidia GeForce 280M GTX.

Durchgeführte Benchmarks im Detail

Nvidia GeForce GTX 280M
HD 4870
Benchmark
3,1 GHz CPU
2,1 GHz CPU
2,4 GHz CPU
3DMark 2001 40754
3DMark 03 36865
3DMark 05 18082 14594
3DMark 06 11767 10183
3DMark Vantage 5314 4860 5336
3DMark Vantage + Physx 6330
3DMark Vantage GPU 5071 5070
Cinebench OpenGL 5072
GTA 4, XGA, med, 50, 8 36,16
GTA 4, 180p, very high, 35, 100, 16 28,01
GTA 4, 800x600, low, 1 48,05
GTA 4, XGA, med, 21, 10, 50, 8 47,3
GTA 4, 1280x1024, high, 25, 100, 100, 16 32,74
Cod 4, 1280x1024, 4xaa, alles on, bzw high 75 66,9 62?
Far Cry 2 640 low 97,5 72,5
Far Cry 2 XGA high 62,1 43,5
Far Cry 2 SXGA very high 40,4 38,6 36,1
Call of Juarez high XGA 4xAA 33,4 33,2 48,2
Crysis Warhead 800x600, low 76 49
Crysis Warhead XGA, very high 21 17
Crysis Warhead SXGA, very high 17 17 14
Crysis Warhead 1080p, very high 12 12
WIC 800, very low 176 110
WIC XGA, high 46 34
WIC XGA, med 77 51
WIC SXGA very hig 26 26 26
Supcom XGA, high, 2xAA 45,4 50
HL2 Lost Coast XGA high 143,7 109,5 165
Crysis XGA GPU low 105,7 68,6
Crysis XGA GPU med 66,5 41,8
Crysis XGA GPU high 44,7 33,6
Crysis SXGA GPU very high 20,4 21,64
Doom3 low 161
Doom3 ultra 160
Doom3 ultra 1280x1024 16xAA 36
Burn Out Paradise 1920x1200 high 60
Fear 2 Demo SXGA high 94
ET Quake Wars 1080p ultra 57
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Autor: Klaus Hinum,  3.03.2009 (Update:  9.07.2012)
Klaus Hinum
Klaus Hinum - Founder, CTO - @klaushinum
Als Gründer von Notebookcheck und Tech-Enthusiast kümmere ich mich hauptsächlich um technische Themen und auch die Weiterentwicklung unserer Plattform. Direkt nach dem Doktorat in Informatik startete ich Vollzeit bei Notebookcheck durch.