Perowskit-Solarzellen erhöhen Reichweite des Hongqi EHS7 täglich um 80 km

Chinas älteste Automarke hat für ihren FAW Hongqi EHS7 ein Solardach entwickelt, das Sonnenenergie erzeugt. Die Technologie kann, wenn sie auf der gesamten Fläche des Elektro-SUVs eingesetzt wird, täglich bis zu 80 Kilometer zusätzliche Reichweite allein aus Sonnenlicht erzeugen. Würde die Technologie zusätzlich in weitere Karosserieteile wie die Motorhaube integriert, könnte damit der tägliche Arbeitsweg von 85 Prozent der Menschen abgedeckt werden.
Das mit Solarmodulen ausgestattete Dach des EHS7 dient derzeit als Proof-of-Concept-Prototyp und soll bestimmte Herausforderungen bei der Verkapselung und der Anpassung an gekrümmte Flächen lösen. Hongqi hat dabei auf das spröde Silizium verzichtet, das derzeit bei der überwiegenden Mehrheit der Photovoltaikmodule zum Einsatz kommt, und stattdessen ein Panorama-Solardach mit Perowskit-Elementen entwickelt.
Das Mineral Calciumtitanat ist flexibel und ermöglicht es dem traditionsreichen Automobilhersteller, es in das gekrümmte Panoramadach des Elektro-SUVs zu integrieren. Je nach Vorstellungen des Designteams kann es außerdem in verschiedenen Farben ausgeführt werden. Mailuo Energy belieferte FAW zunächst mit flexiblen Perowskit-Modulen mit einer Größe von 300 × 300 mm². Später wurden diese über mehrere Phasen der Leistungserprobung, der Validierung des Konzepts und der Fahrzeugintegration bis hin zu Modulen der Quadratmeterklasse weiterentwickelt.
Die Module von Mailuo lassen sich hinsichtlich Teiltransparenz, Farbe, Farbverläufen, unregelmäßigen Formen, Spannungsanpassung und stark gekrümmten Oberflächen individuell anpassen. All dies sind Voraussetzungen für den Einsatz auf dem Panoramadach und der Motorhaube eines Elektrofahrzeugs. Auch bei der Umwandlung von Sonnenlicht erreichen die Perowskit-Photovoltaikmodule eine hohe Effizienz. Allein das Panoramadach liefert eine Leistung von 300 Watt. Dadurch können jährlich 400 kWh Energie in die Batterie eingespeist werden.
Das Photovoltaik-Dach des SUV könnte beispielsweise ausreichen, um die Klimaanlage oder einen Kühlschrank im Fahrzeug zu betreiben, während das Auto im Überwachungsmodus steht. Hongqi plant, die Perowskit-Solarzellen auch in die übrige Oberfläche des Fahrzeugs zu integrieren. Das Unternehmen rechnet damit, dass ein solches System bei entsprechenden Bedingungen täglich 10 kWh Strom erzeugen kann. Das soll ausreichen, um allein mit Solarenergie pro Tag 80 Kilometer zusätzliche Reichweite zu erzielen. Natürlich gilt auch für die solar erzeugte Reichweite des EHS7 weiterhin der übliche Hinweis, dass dafür ausreichend Sonnenlicht vorhanden sein muss.
Hongqi weist jedoch darauf hin, dass die Perowskit-Zellen des Solardachs vergleichsweise kostengünstig sind und den Preis des ursprünglichen SUV daher nicht wesentlich erhöhen würden. Der letztlich höhere Preis eines Elektrofahrzeugs, dessen Karosserieoberfläche mit Perowskit-Solarmodulen bedeckt ist, würde sich demnach durch die täglich kostenlos erzeugte elektrische Reichweite ausgleichen – vorausgesetzt, es steht ausreichend Sonnenlicht zur Verfügung.
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