Scalper überrennen DDR5-RAM-Verkäufer, 10x so viele Bots wie echte Käufer

Ein Cybersicherheitsforscher, der zugleich Vice President of Threat Research bei DataDome ist, hat eine bemerkenswerte und zugleich alarmierende Einzelheit zum aktuellen DDR5-Markt veröffentlicht.
Seinen Ergebnissen zufolge stammen inzwischen 91 Prozent der gesamten Zugriffe auf die DDR5‑RAM-Produktseiten eines bestimmten Händlers von Bots. Ein ähnlicher Bericht ist bereits im März dieses Jahres erschienen. Demnach war auf derselben Webseite nur jeder sechste Besucher ein echter Mensch.

Das ist zwar durchaus alarmierend, kommt jedoch kaum überraschend. Wie Jerome selbst anmerkt, sind Scalper seit jeher in Märkten mit hoher Nachfrage und geringem Angebot aktiv, etwa bei Grafikkarten und Konsolen sowie infolge der DRAM-Knappheit inzwischen auch bei DDR5-RAM.
Ein für Endkunden bestimmtes 32GB-DDR5-6400-RAM-Kit von Crucial hat im September vergangenen Jahres beispielsweise rund 88 Dollar gekostet. Im Dezember desselben Jahres ist der Preis auf etwa 270 Dollar und im Juni dieses Jahres schließlich auf 400 Dollar gestiegen. Aktuell kostet dasselbe Kit bei Amazon 480 Dollar, wobei der Preis gelegentlich kurzzeitig etwas niedriger ausfällt.
In den vergangenen Wochen und Monaten haben mehrere Hersteller ihre Preise deutlich erhöht, um auf die DDR5-Knappheit zu reagieren. Selbst Branchen, die nur wenig DRAM benötigen, sind von den Auswirkungen betroffen. Der bedeutende Mini-LED-Anbieter KTC hat beispielsweise kürzlich angekündigt, aufgrund der steigenden Komponentenpreise ebenfalls Preiserhöhungen zu planen.
Aus demselben Grund hat Sony auch seine neue PlayStation 6 verschieben müssen. Da frühestens 2028 mit einer Entspannung der DDR5-Knappheit gerechnet wird, sind die Aussichten für Gamer und Technikinteressierte insgesamt eher düster.






