„Sie sind keine Entwickler, sie sind Gamer“: Dragon Age-Produzent kommentiert Spieler-Feedback

Der ehemalige Dragon Age-Executive-Producer Mark Darrah hat eine klare Botschaft an Entwickler formuliert, die das Feedback von Spielern zum Maßstab für ihre Designentscheidungen machen. Seiner Ansicht nach ist die Gaming-Community sehr gut darin, Bugs, Glitches und andere Probleme aufzuspüren – weniger gut ist sie allerdings darin, diese auch zu beheben.
Der Grund dafür sei, dass Gamer „keine Entwickler“ seien. In einem neuen Video auf seinem YouTube-Kanal mit dem Titel „Warum ‚Auf die Community hören‘ ein schlechter Ratschlag ist“ erklärte Darrah, der mehr als zwei Jahrzehnte bei BioWare an Spielen wie Mass Effect, Dragon Age und Baldur’s Gate gearbeitet hat, seine Sicht auf Community-Feedback. Dabei wandte er sich direkt an Entwickler und sagte, dass Feedback von Gamern eher als Rohdaten und nicht als fertiger Bauplan behandelt werden sollte.
In deutlichen, nüchternen Worten sagte er: „Sie sind keine Entwickler, sie sind Gamer.“ Es handelt sich um eine seit Langem vertretene Ansicht, die in den vergangenen Monaten auch in Entwicklerkreisen immer wieder aufgekommen ist. Auch Path of Exile-Mitschöpfer Chris Wilson veröffentlichte zu diesem Thema ein nahezu identisches Video. Er untermauerte seine Position mit einem Zitat von Mark Rosewater, dem leitenden Designer von Magic: The Gathering: „Dein Publikum ist gut darin, Probleme zu erkennen, aber schlecht darin, sie zu lösen.“
Community-Feedback sollte also eines von mehreren Dingen sein, die Entwickler berücksichtigen – aber nicht das Einzige
Diese Ansichten stammen zwar aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Branche, kommen aber zum gleichen Schluss. Darrah stellte dabei klar, dass dies keine Entschuldigung dafür sei, Gamer komplett zu ignorieren. Seiner Aussage zufolge ist das Feedback der Spieler von unschätzbarem Wert, wenn es darum geht, Bugs, Balance-Probleme und andere Schwierigkeiten aufzudecken – oft lange bevor ein QA-Team sie entdeckt.
Letztendlich liefern Spieler mehr Datenpunkte, als irgendein QA-Team oder eine Testgruppe erreichen könnte. Problematisch wird es jedoch, wenn Studios nach dem Motto vorgehen: „Die Spieler sind unzufrieden, also bauen wir genau das, was sie verlangen“, ohne das Feedback der Community noch einmal kritisch zu hinterfragen.
Darrahs vorgeschlagene Lösung für das Problem mit Spieler-Feedback besteht deshalb nicht darin, die Community zu ignorieren. Stattdessen sollte der Prozess ausgeweitet werden, indem man das Feedback der Spieler mit Playtests, Telemetriedaten und Verkaufszahlen vergleichbarer Spiele kombiniert.
Auf diese Weise lasse sich besser erkennen, was tatsächlich schiefläuft. Entwickler sollten nicht einfach den lautesten Stimmen auf Plattformen wie Gaming-Subreddits nachgeben. Selbst dann, so Darrah, sollten Entwickler in der Lage sein, populäre Meinungen oder Vorschläge aus der Gaming-Community auszublenden, wenn diese mit der grundlegenden Vision des Spiels kollidieren.




