Windows 11: Integrierte Wetter-App verschwendet mehr als 1 GB Arbeitsspeicher

Microsoft arbeitet daran, Windows 11 auf PCs mit wenig Arbeitsspeicher effizienter zu machen. Eine der vorinstallierten Anwendungen des Unternehmens scheint diesem Ziel jedoch entgegenzuwirken. Tests von Windows Latest zufolge kann die Wetter-App des Betriebssystems mehr als 1 GB Arbeitsspeicher belegen, obwohl sie eine vergleichsweise einfache Aufgabe erfüllt.
Windows Latest berichtet, dass die App bei der Anzeige einer Wettervorhersage mehr als 1,2 GB RAM beanspruchte – ohne intensive Interaktion durch den Nutzer. Wccftech beobachtete ein ähnliches Verhalten: Demnach liegt die Speichernutzung zu Beginn meist bei rund 1 GB, sinkt im Leerlauf auf etwa 500 bis 600 MB und kann bei einfachen Aktionen wie dem Zoomen oder Navigieren durch die Benutzeroberfläche auf 1,5 bis 1,6 GB steigen. Auf einem PC mit 8 GB RAM könnte allein die Anwendung somit fast 20 Prozent des gesamten Arbeitsspeichers belegen.
Zum Vergleich: Apples native Wetter-App unter macOS benötigt unter ähnlichen Bedingungen Berichten zufolge weniger als 250 MB RAM. Damit fällt der Speicherbedarf von Microsofts Umsetzung etwa fünfmal so hoch aus.
Windows Latest zufolge ist der hohe Speicherverbrauch darauf zurückzuführen, dass Wetter keine vollständig native Windows-Anwendung ist. Stattdessen handelt es sich im Wesentlichen um eine auf Microsofts WebView2-Framework basierende Web-App von MSN Wetter. Im Task-Manager werden mehrere gleichzeitig laufende Chromium-basierte Unterprozesse angezeigt, die zu dem ungewöhnlich hohen RAM-Verbrauch beitragen.
Auf leistungsstarken PCs mit 32 GB RAM oder mehr dürfte das Problem kaum ins Gewicht fallen. Bei Einsteigersystemen könnte es sich jedoch deutlich bemerkbar machen. Auf Computern mit 8 oder sogar 16 GB Arbeitsspeicher kann das Starten der Wetter-App den Speicherdruck so weit erhöhen, dass Windows verstärkt auf die Auslagerungsdatei zurückgreift. Dadurch könnte sich das System weniger reaktionsschnell anfühlen.
Die Anwendung enthält zudem Werbung in ihrer Benutzeroberfläche. Laut Windows Latest sind gesponserte Inhalte direkt in den Vorhersage-Feed eingebettet und erscheinen neben Wetterkarten in einem ähnlichen visuellen Stil. Microsoft lizenziert zwar Wetterdaten von mehreren Anbietern – darunter Foreca, das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) und weitere regionale Wetterdienste –, doch die Werbung in einer vorinstallierten Windows-Anwendung sorgt für Kritik.
Die Ergebnisse scheinen außerdem Microsofts jüngsten Bemühungen zu widersprechen, die Effizienz von Windows 11 zu verbessern. Das Unternehmen aktualisiert derzeit mehrere vorinstallierte Anwendungen und hat wiederholt erklärt, dass das Betriebssystem auf leistungsschwächerer Hardware besser laufen soll. Microsoft-Manager Rudy Huyn erklärte zudem, dass das Unternehmen künftig mehr vollständig native Windows-Anwendungen entwickeln wolle. Ob MSN-Apps wie Wetter irgendwann auf Basis von WinUI neu entwickelt werden, bleibt jedoch unklar.












