Sony: "Vernünftige Verbraucher" wissen schon dass ihnen Spiele nicht gehören

Sony führt einen Rechtsstreit gegen eine Gruppe von Spielern, die dem Unternehmen unzureichende Hinweise zu den Eigentumsverhältnissen bei digitalen Käufen vorwirft. Die Klage ist beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk Kaliforniens eingereicht worden. Am 21. August hat Sony seine Argumentation vorgetragen und dabei einen Teil der Spieler offenbar indirekt als unvernünftig bezeichnet.
Die Informationen stammen von Gamefile. Dem Bericht zufolge hat Sony im laufenden Verfahren erklärt, dass "vernünftige Verbraucher" durch die Formulierung der Hinweise im digitalen Store nicht getäuscht würden. Allerdings haben die Kläger selbst diesen Begriff für die betroffenen Kunden verwendet.
Die Kläger berufen sich auf ein kalifornisches Gesetz aus dem Jahr 2025, das "klare und deutlich erkennbare" Hinweise beim Kauf digitaler Güter vorschreibt. Ihrer Ansicht nach geht aus Sonys Angaben im Store nicht eindeutig hervor, dass die erworbenen Inhalte nicht in das Eigentum des Käufers übergehen, sondern lediglich lizenziert werden. Als Beispiele nennen sie die Formulierungen "Jetzt kaufen" und "Kauf bestätigen", die für sich genommen den Eindruck erwecken, dass eine Kopie des Spiels und keine widerrufbare Lizenz erworben wird.

Direkt über der Schaltfläche "Kauf bestätigen" verweist Sony auf die PlayStation-Nutzungsbedingungen und die Lizenzvereinbarung für Softwareprodukte. Solche Links werden von Kunden häufig übersprungen, nicht nur im PlayStation Store. Zur Verteidigung seiner Position beruft sich Sony auf Passagen zum Thema Lizenzen und Eigentum auf den verlinkten Seiten. Das Unternehmen argumentiert außerdem, Kunden müssten verstehen, dass sie das Medium nicht besitzen können, da andernfalls niemand sonst darauf zugreifen dürfte. Im indischen PlayStation Store fehlt vor dem Kauf allerdings sowohl dieser Hinweis als auch jeder andere Vermerk zu den Lizenzbedingungen.
Sonys Argumentation zu Lizenzen und Eigentum erscheint zumindest fragwürdig. Schließlich haben zahlreiche Kunden über Jahre hinweg physische Exemplare derselben Spiele gekauft und gleichzeitig besessen. Für digitale Spiele gilt grundsätzlich dasselbe. Wie Gamefile berichtet, will Sony erreichen, dass der Richter den Fall an ein Schiedsgericht verweist. Dadurch könnte das Unternehmen ein Geschworenenurteil vermeiden und die Auseinandersetzung außerhalb eines regulären Gerichtsverfahrens beilegen.
Quelle(n)
Gamefile (Paywall), Sammelklage











