Spiele nur noch digital? Steam Deck-Nutzer startet Games per Diskette

PC-Spiele werden heute nahezu ausschließlich digital gekauft und heruntergeladen – und auch PlayStation-Fans müssen sich künftig wohl oder übel damit abfinden, Spiele nur noch per Knopfdruck und nicht mehr durch das Einlegen einer Disc zu starten. Das ist zwar praktisch und platzsparend, nimmt dem Gaming aber auch seine physische Komponente – und damit auch ein Stück Nostalgie. Reddit-User u/BlackIceLA möchte beides miteinander verbinden. Seine Lösung: Spiele bleiben digital installiert, werden aber über Disketten gestartet.
So werden Disketten zu physischen Steam Deck-Modulen
Die Idee entstand durch den Wunsch, Zaparoo auf dem Steam Deck (derzeit 580 Euro auf Amazon) zu nutzen. Dabei handelt es sich um eine Software, mit der sich Spiele über physische Medien wie NFC-Tags, QR-Codes oder USB-Sticks starten lassen. Zwar unterstützt Zaparoo grundsätzlich auch SteamOS, für die Verknüpfung bestimmter Tags ist jedoch eine Smartphone-App erforderlich. Außerdem werden die Zuordnungen von einem dauerhaft laufenden Dienst verwaltet, wodurch sich die vorbereiteten Medien nicht ohne Weiteres zwischen verschiedenen Geräten austauschen lassen.
Also begann der Nutzer gemeinsam mit dem KI-Assistenten Claude mit der Entwicklung einer eigenen Lösung. Das Ergebnis heißt „Decky Links“. Mit diesem Plugin soll es möglich sein, Steam- und Nicht-Steam-Spiele über physische Medien wie Disketten, USB-Sticks, NFC-Tags oder QR-Codes zu starten. Dafür wird lediglich die URL des jeweiligen Spiels auf dem Medium gespeichert. Als Beispiel nennt der Entwickler „steam://run/1174180“, womit Red Dead Redemption 2 gestartet wird. Erkennt das Plugin die Verknüpfung, startet es automatisch den entsprechenden Titel.
Für den ersten Test hat BlackIceLA provisorische Cover ausgedruckt und auf mehrere Disketten geklebt, was ihnen durchaus den Look von Spielmodulen verleiht. Jetzt nur Spiel auswählen, in das per USB verbundene Laufwerk stecken und der gewünschte Titel startet automatisch. Die eigentlichen Spieldateien bleiben natürlich auf dem internen Speicher oder der microSD-Karte des Handhelds. Immerhin bietet eine klassische 3,5-Zoll-Diskette gerade einmal 1,44 MB Speicherplatz. Moderne Spiele sind häufig mehr als 100.000-mal größer.
Und was bringt das?
Im Alltag bietet Decky Links gegenüber dem klassischen Start über die Steam-Bibliothek kaum Vorteile. Ganz nutzlos ist das Plugin aber nicht: Ein eingelegtes oder gescanntes Medium startet das verknüpfte Spiel direkt, ohne dass Nutzer erst durch ihre Bibliothek navigieren müssen. Da die Steam-URL direkt auf dem jeweiligen Medium gespeichert ist, lässt es sich zudem ohne erneute Kopplung an mehreren entsprechend eingerichteten Geräten verwenden.
Der eigentliche Reiz liegt jedoch darin, digitalen Spielen wieder eine physische Komponente zu geben. Statt einen Titel nur aus einer langen Liste auszuwählen, hält man ein echtes Medium in der Hand, legt es ein und startet damit das Spiel. Decky Links steht bereits als Open-Source-Projekt auf GitHub bereit. Eine fertige Version, die sich bequem über den Decky Plugin Store installieren lässt, gibt es bislang allerdings nicht. Wer die Software ausprobieren möchte, muss sie daher derzeit noch manuell einrichten und sollte mit möglichen Fehlern rechnen.
Quelle(n)
Bildquelle: Everyday basics/Unsplash, Valve













