PS5-Konsolen warnen jetzt vor dem Aus von Spiele-Discs, Sony will physische Spiele abschaffen

Trotz entschlossener Proteste scheint Sony nicht bereit zu sein, die unpopuläre Entscheidung rückgängig zu machen. Auf den Verpackungen der PS5-Konsolen wird inzwischen vor dem Ende physischer Spiele gewarnt. Käufer haben die überarbeiteten Verpackungen in sozialen Medien entdeckt, die den zunehmenden Wechsel zu digitalen Spielen bestätigen.
Behind the Games ist einer der ersten Accounts gewesen, der ein Bild des Warnaufklebers veröffentlicht hat. Darauf steht (frei übersetzt aus dem Englischen):
WICHTIGER HINWEIS: Ab Januar 2028 werden neu erscheinende PlayStation-Spiele im PlayStation Store und bei Händlern ausschließlich in digitaler Form zum Kauf angeboten. Spielediscs, die vor Januar 2028 veröffentlicht worden sind, bleiben mit dieser Konsole kompatibel.
Der Hinweis entspricht der Erklärung in Sonys Blogbeitrag vom 1. Juli. Ab Anfang 2028 will das Unternehmen keine neuen Spiele mehr auf PS5-Discs pressen. Ältere Titel sollen abhängig von der Nachfrage weiterhin auf Blu-ray ausgeliefert werden.

Auch weitere Spieler haben den Warnaufkleber entdeckt, der sowohl auf den Verpackungen der digitalen PS5 als auch der Version mit Laufwerk angebracht ist. Dies gilt als weiteres Indiz dafür, dass PlayStation die Abkehr von physischen Spielen konsequent umsetzen will.
Warum zeigen die Proteste keine Wirkung?
Kritiker haben die Social-Media-Kanäle des Gaming-Konzerns mit Beschwerden über die Entscheidung überzogen. Die Empörung droht, die Werbung für hauseigene und externe Spiele zu überschatten. In einer kürzlich abgehaltenen Fragerunde mit Investoren hat sich Sony-Finanzchefin Lin Tao dennoch erstmals zu dem Thema geäußert. Ihrer Einschätzung nach wiegt das Potenzial für höhere Gewinne schwerer als eine vorübergehende Unzufriedenheit der Kunden.
Sony verweist auf Statistiken, laut denen Käufer digitale Spiele deutlich bevorzugen. Die Initiatoren der Petition "Don't Kill the Disc" halten dagegen, dass diese Zahlen auch Titel umfassen, die gar nicht in physischer Form angeboten werden. Zudem weisen sie auf die weiterhin hohe Nachfrage nach PS5-Konsolen mit Laufwerk hin.
Schätzungen zufolge haben sich rund 75 Prozent der Käufer gegen die rein digitale Variante der Konsole entschieden. Zu Beginn der aktuellen Generation hat PlayStation mehr PS5-Modelle mit Laufwerk produziert. Unabhängig davon entscheiden sich weiterhin viele Spieler für die Version, die physische Datenträger unterstützt.
Der Warnaufkleber könnte dazu dienen, möglichen Klagen vorzubeugen. Verbraucherschützer, die den PlayStation Store bereits als Monopol betrachten, dürfte der Hinweis jedoch kaum abhalten. Zuletzt hat eine niederländische Gruppe rechtliche Schritte eingeleitet und argumentiert, dass die Preise mangels Wettbewerb steigen werden. Ohne physische Spiele im Einzelhandel dürften die Bedenken hinsichtlich der Marktmacht des PlayStation Store weiter zunehmen.





















