Petition zur Rettung physischer PlayStation-Spiele verliert an Schwung, PS5-Discs vor dem Aus

PlayStations Entscheidung, die Produktion von PS5-Discs Anfang 2028 zu reduzieren, hat Proteste ausgelöst. Besonders die Petition "Don’t Kill the Disc" ist erfolgreich gestartet und hat mehr als 355.000 Unterschriften gesammelt. Insider Gaming hat jedoch darauf hingewiesen, dass die Zahl der neuen Unterstützer inzwischen deutlich langsamer wächst. Sony hat unterdessen angekündigt, die Entscheidung trotz der Kritik nicht zu überdenken.
Nach dem Start der Change.org-Kampagne am 1. Juli hat es kaum mehr als eine Woche gedauert, bis die Marke von 300.000 Unterschriften erreicht worden ist. Seitdem sind allerdings nur rund 55.000 weitere Unterstützer hinzugekommen.
Werden Discs überleben?
Die PlayStation-Petition hat dennoch auf die Vorteile physischer Spiele aufmerksam gemacht. Ihre Initiatoren betonen, dass Sonys verbraucherfeindliche Entscheidung nicht nur Sammler betrifft. Mit dem wachsenden Einfluss des PlayStation Store könnte der abnehmende Wettbewerb zu höheren Preisen führen.

Einzelhändler, die auf Laufkundschaft angewiesen sind, geraten dadurch unter Druck. Einige dieser Geschäfte verkaufen auch gebrauchte PS5-Discs, doch diese Möglichkeit entfällt bei der für GTA 6 vorgesehenen Verpackung mit Downloadcode. Käufer können ihre Spiele später weder weiterverkaufen noch eintauschen, was das Budget zusätzlich belastet.
Der Rückgang der Beteiligung an "Don’t Kill the Disc" könnte einem Muster folgen, das sich bereits bei anderen Protestaktionen gezeigt hat. Die größte mediale Aufmerksamkeit erhalten solche Kampagnen häufig unmittelbar nach ihrem Start. In den vergangenen Wochen ist der Change.org-Petition zudem zunehmend Konkurrenz durch Aktionen wie PSBlackout entstanden. Deren Initiatoren rufen Spieler dazu auf, Konsolen und das PlayStation-Ökosystem sieben Tage lang zu boykottieren.
Sony lenkt nicht ein
Sony könnte argumentieren, dass die Petition inzwischen alle erreicht hat, denen der Erhalt physischer Spiele wichtig ist. Im Bericht zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 vom 31. Juli hat das Unternehmen bekannt gegeben, dass 82 Prozent der Spieleverkäufe digital erfolgen. Finanzchefin Lin Tao hat die Unzufriedenheit einiger Fans eingeräumt, hält aber weiterhin an der Strategie fest, weniger PS5-Discs pressen zu lassen.
Kritiker stellen die Aussagekraft dieser Zahlen infrage, da sie auch Spiele umfassen, die ausschließlich im PlayStation Store erhältlich sind. Ohne eine Alternative auf Blu-ray lässt sich aus den Verkaufszahlen keine tatsächliche Präferenz der Käufer ableiten.
Auf den Social-Media-Kanälen des Konzerns deutet nichts darauf hin, dass die Proteste nachlassen. Marketingbeiträge werden weiterhin von Beschwerden überschattet, die mit ihrem eigentlichen Inhalt nichts zu tun haben. Befürworter physischer Medien hoffen, dass Sony einen Kompromiss anbieten wird, sobald der Unmut bei den Partnern des Unternehmens wächst.




















