Proteste gegen digitale PlayStation-Spiele: Sony könnte PS5-Discs doch noch länger produzieren

Zur Enttäuschung von Sammlern hat Sony bekannt gegeben, die Disc-Produktion im Januar 2028 einstellen zu wollen. Ein Bericht von Game File deutet jedoch darauf hin, dass der Wechsel ins Digitale nicht abrupt erfolgen dürfte. Laut Stephen Totilo wird das Unternehmen auch nach diesem Datum noch physische Medien für einige PS5-Spiele an seine Partner ausliefern.
Neue geleakte Infos
Totilo hat Mitteilungen eingesehen, die Sony an Publisher und Entwickler verschickt hat. Wie schon in der Blog-Ankündigung hat das Unternehmen erklärt, dass Verbraucher digitale Spiele inzwischen mit großer Mehrheit bevorzugen. Dennoch sollen Partner auch nach Januar 2028 "weiterhin Nachbestellungen für bestehende PlayStation-Spiele auf Disc aufgeben können". Außerdem soll sich das Verfahren zur Beantragung physischer Discs ändern, nähere Details sollen später folgen.
Kürzlich ist bekannt geworden, dass ein österreichisches Werk, das PlayStation-Discs presst, die Produktion herunterfahren will. Nun sieht es allerdings danach aus, dass die Blu-Ray-Produktion in reduziertem Umfang fortgesetzt werden soll. Ältere PS5-Titel verkaufen sich in der Regel langsamer, wodurch die Belastung für das Werk geringer ausfällt.
Die Mitteilung deutet außerdem an, dass der PlayStation Store nicht die einzige Bezugsquelle für neue Veröffentlichungen bleiben wird. Das Unternehmen hat zugesagt, "Publishern die Möglichkeit zu geben, neue Spiele im Handel über digitale Codes zu veröffentlichen."
Mehr Konkurrenz für den PS Store?
Derzeit ist der PS Store, abgesehen vom bei GTA 6 genutzten "Code in a Box" Ansatz, die exklusive Verkaufsstelle für downloadbare PlayStation-Titel. Nachdem Sony diese Möglichkeit 2019 beendet hat, könnte das Unternehmen Publishern oder anderen Händlern künftig wieder erlauben, Gutscheincodes direkt zu verkaufen.
Der Bericht dürfte Unterstützern der Proteste gegen Sonys deutlichen Wechsel ins Digitale etwas Entlastung bieten. Neue PS5-Spiele und voraussichtlich auch PS6-Titel werden dennoch nicht mehr physisch erhältlich sein. Käufer können ihre Spiele damit weder tauschen noch auf Marktplätzen von Drittanbietern anbieten.
Microsoft könnte in der Project-Helix-Ära eine Alternative bieten, ohne dafür Blu-Rays pressen zu müssen. Ein geleaktes Disc-to-Digital-Programm ermöglicht es, Discs in Xbox-Store-Lizenzen umzuwandeln. Die weiterhin vorhandene Disc wäre jeweils an ein Konto gebunden, wodurch ein Weiterverkauf grundsätzlich möglich bleiben würde.












