Sony-Aktie steigt: Aus für physische Spiele soll PlayStation-Gewinne steigern

Der Hersteller der PlayStation sieht sich nach der Ankündigung, künftig vollständig auf physische Spieledatenträger zu verzichten, mit Kritik konfrontiert. An der Börse fiel die Reaktion jedoch deutlich positiver aus: Die Sony-Aktie legte nach der Ankündigung um mehr als drei Prozent zu.
Investoren sehen den vollständigen Umstieg auf digitale Spiele als Möglichkeit, die Gewinnmargen zu sichern – insbesondere vor dem Hintergrund steigender Hardwarekosten infolge der angespannten Versorgung mit Speicherbausteinen.
Wie Investing.com berichtet, schloss die Sony-Aktie am 1. Juli an der japanischen Börse bei 3.354,0 Yen und damit 3,2 Prozent im Plus. Auch an der New Yorker Börse (NYSE) verzeichnete das Papier einen vergleichbaren Anstieg. Obwohl PlayStation nur einen Teil des Unternehmens ausmacht, trägt das Gaming-Geschäft einen erheblichen Anteil zum Umsatz bei.

In einem Blogbeitrag erklärte Sony, dass der Abschied von physischen Spielen ab Januar 2028 umgesetzt werden soll. Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit dem veränderten Kaufverhalten der Verbraucher, da inzwischen die überwältigende Mehrheit der Softwareverkäufe digital erfolge. Diese Aussage wird durch die eigenen Geschäftszahlen gestützt, denen zufolge rund 80 Prozent aller Käufe inzwischen über den PlayStation Store abgewickelt werden.
Spielverkäufe maximieren
Die Speicherknappheit hat bereits zu Preissteigerungen bei der PS5-Konsole beigetragen. Trotz Bedenken hinsichtlich der Erschwinglichkeit bestätigte der Hersteller kürzlich, dass die Hardware nicht mit Verlust verkauft werden soll. Eine weitere Möglichkeit, mögliche Auswirkungen auf die Gewinne auszugleichen, sieht das Unternehmen in höheren Einnahmen aus digitalen Spieleverkäufen und PS-Plus-Abonnements.
Das Ende der PS5-Discs dürfte außerdem den Wettbewerb für den offiziellen Marktplatz verringern. Käufer könnten dadurch künftig seltener von den oft deutlichen Preisnachlässen profitieren, die bei physischen Spielen üblich sind.
Aktionäre von Sony erwarten dagegen, dass die stärkere Kontrolle über die Preisgestaltung zusätzliche Einnahmen generieren wird. Darüber hinaus entfallen für das Unternehmen die Kosten für die Produktion von Blu-ray-Discs sowie Ausgaben für Versand und Druck von Spielen und Verpackungen.
Content Creator wie Moore's Law Is Dead haben unzufriedene Spieler bereits dazu aufgerufen, gegen die Pläne zu protestieren. Nachdem Sony schon länger vorgeworfen wird, mit dem PlayStation Store eine monopolartige Stellung einzunehmen, könnten nun weitere Klagen folgen.
Ein ausschließlich digitales Angebot könnte sich letztlich auch als Nachteil erweisen und dazu führen, dass sich Nutzer vom PlayStation-Ökosystem abwenden. Ungeachtet dessen gehen die Aktionäre davon aus, dass die Empörung mit der Zeit nachlassen und sich der Strategiewechsel letztlich positiv auf die Gewinne des Gaming-Konzerns auswirken wird.













