Neues PlayStation-Update führt problematisches DRM für digitale Spiele ein

Das jüngste Update für die PlayStation 4 hat digitalen Titeln offenbar einen neuen Kopierschutz hinzugefügt. Der YouTuber Modded Warfare hat die Änderungen bei einem PS4-Spiel entdeckt, das am 14. April gekauft worden ist und im Tab "Informationen" jeweils eine Start- und Endzeit für den Gültigkeitszeitraum angezeigt hat. Im Wesentlichen können digital gekaufte Spiele auf Konsolen mit dem Update vom März 2026 für 30 Tage offline gespielt werden. Ältere Titel, die vor der Verteilung des Updates installiert worden sind, sind nicht betroffen. Ob sich das ändert, wenn ältere Spiele deinstalliert und neu installiert werden, bleibt abzuwarten. Zusammen mit der Altersverifizierung für einige PSN-Funktionen lässt die genannte Änderung die Marke PlayStation in einem noch schlechteren Licht erscheinen.
Anschließend muss die Lizenz durch eine Internetverbindung "erneuert" werden. Der X-Nutzer DoesItPlay1 hat festgestellt, dass das Limit auch für PlayStation-5-Spiele gilt, das Start- und Enddatum der Lizenz im Tab "Informationen" aber nicht angezeigt wird. Stattdessen gibt das Spiel einen Fehlercode aus und startet nicht. Und nein, auch das Festlegen der Konsole als "Primär" hilft nicht. Die genannte Änderung zwingt Nutzer faktisch dazu, alle 30 Tage online zu gehen, nur um auf Spiele zuzugreifen, die sie bereits besitzen. Einige X-Nutzer sehen die Änderung skeptisch und geben an, die genannten Änderungen nicht beobachtet zu haben. DoesItPlay1 hat angekündigt, die Angelegenheit weiter zu untersuchen, und sobald diese Untersuchung abgeschlossen ist, dürften weitere Details vorliegen.

Auch wenn dies den Großteil der Spielerschaft nicht betreffen dürfte, haben Besitzer einer Konsole in abgelegenen Regionen mit instabiler oder fehlender Internetverbindung faktisch Pech. Die eigentliche tickende Zeitbombe sind jedoch die PSN-Server. Irgendwann wird Sony die PS4- und PS5-Server als unnötigen Ballast betrachten und abschalten, wodurch Konsolenbesitzer faktisch keine Möglichkeit mehr haben, auf ihre eigenen Spiele zuzugreifen.
Aus Sonys Sicht wird dieser Schritt die Eindämmung von Piraterie deutlich erleichtern, da Angreifer ihre Spiele auf zahlreiche Konsolen laden, diese Konsolen offline nehmen und mehrere Nutzer dauerhaft auf im Grunde dieselbe Kopie eines Spiels zugreifen lassen könnten. Auch die Jailbreak-Szene wird dadurch gefährdet, da diese häufig auf Offline-Inhalte angewiesen ist, um nach Schwachstellen zu suchen. Immerhin dürften Initiativen wie "Stop Killing Games" dabei helfen, in einer Zeit, die zunehmend auf Mieten statt Besitzen ausgerichtet ist, zumindest einen gewissen Besitzanspruch wiederherzustellen.
Insgesamt unterstreichen solche Maßnahmen erneut die Notwendigkeit physischer Spiele, die in diesen unruhigen Zeiten immer seltener werden. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Titel mit riesigen Day-One-Patches erscheinen und einige davon nicht einmal das vollständige Spiel auf der Disc enthalten.
Quelle(n)
Modded Warfare on YouTube





