Ex-PlayStation-Chef rechnet mit weiteren PS5-Spielen für PC

Der frühere Präsident der PlayStation Studios, Shuhei Yoshida, hat sich zur Zukunft von PS5-PC-Portierungen geäußert. Im Gespräch auf dem australischen ALT Games Festival hat er Zweifel an Gerüchten geäußert, wonach Exklusivspiele dauerhaft an Sonys Konsolen gebunden bleiben sollen. Yoshida meint, dass die Kosten für die Entwicklung von AAA-Spielen eine Multiplattform-Strategie notwendig machen.
Warum hat sich Sony für PC-Ports entschieden?
Yoshida ist 2019 bei Sony Interactive Entertainment in eine Rolle zur Unterstützung von Indie-Studios gewechselt, bevor er das Unternehmen 2025 verlassen hat. Er erklärt, dass man sich in der PS4-Ära gegen die Veröffentlichung von PlayStation-Exklusivtiteln auf dem PC gestellt hatte. Mit den steigenden Entwicklungsbudgets sei es jedoch zunehmend attraktiver geworden, PS5-Spiele einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Jason Schreier von Bloomberg hat berichtet, dass auf Steam voraussichtlich weniger neue Titel von Sony erscheinen werden. Singleplayer-Projekte wie Ghost of Yōtei, Marvel's Wolverine und Saros könnten demnach nie eine Portierung erhalten. Kandidaten aus dem Live-Service-Mehrspielerbereich sollen dagegen weiterhin auf der Plattform erscheinen. Trotzdem scheint Yoshida davon auszugehen, dass auch kommende Solo-Abenteuer letztlich den Sprung schaffen werden.
Der frühere Manager rät von Veröffentlichungen zum ersten Tag auf dem PC und anderen Systemen ab. Einige Analysten vermuten, dass Sony der PS6 besondere Vorteile verschaffen will. Zur Vorstellung, Desktop- und Laptop-Besitzer künftig ganz außen vorzulassen, sagt er jedoch: "Ich sehe keine Belege dafür, dass sie ihre Strategie in dieser Generation ändern."
Falls sich die Haltung des Publishers gegenüber PlayStation-Exklusivtiteln tatsächlich verändert hat, fragt sich Yoshida, "wie sie die Investitionen in große First-Party-Spiele mit hohem Budget in Zukunft aufrechterhalten wollen".
Wie sich PS5-Spiele auf dem PC verkauft haben
Trotz Yoshidas gut informierter Einschätzungen deuten andere Berichte darauf hin, dass PS5-PC-Portierungen hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Laut Alinea Analytics sind die Verkäufe auf Steam nach früheren Veröffentlichungen wie God of War und Horizon: Zero Dawn zurückgegangen. Ob Sony, das die Einnahmen mit Valve teilen muss, stärker davon profitiert, Titel auf den Konsolen zu halten, bleibt umstritten.
Das Marktforschungsunternehmen Newzoo hat diese Probleme auf die Verzögerung zwischen Konsolen- und PC-Veröffentlichungen zurückgeführt. Yoshida hält diesen Ansatz für einen sinnvollen Kompromiss. In einem überfüllten Markt riskiert Sony damit aber dennoch, das Interesse der Käufer zu verlieren.
Bislang hat Sony seine Multiplattform-Pläne für erwartete Singleplayer-PS5-Spiele nicht näher erläutert. Es ist möglich, dass Fans dazu auch dann keine Klarstellung erhalten, wenn die Spiele bereits für die Konsole erscheinen.







