Sony dürfte Entscheidung zu physischen PlayStation-Spielen kaum rückgängig machen

Sony hat gestern bestätigt, ab Januar 2028 keine neuen PlayStation-Spiele mehr auf physischen Discs zu veröffentlichen. Ab diesem Zeitpunkt sollen neue PlayStation-Titel nur noch digital über den PlayStation Store und andere digitale Händler erhältlich sein.
Die Ankündigung hat in der Gaming-Community deutliche Kritik ausgelöst. Viele Spieler bevorzugen weiterhin physische Versionen, sei es zum Sammeln, zur Archivierung oder schlicht wegen der Möglichkeit, Spiele später weiterzuverkaufen. Einige Fans hatten gehofft, dass ausreichender Widerstand Sony zu einem Umdenken bewegen könnte. Ein neuer Bericht deutet allerdings darauf hin, dass dies äußerst unwahrscheinlich ist.
Der Umstieg läuft bereits
Berichten aus Österreich zufolge bereitet Sony diesen Schritt hinter den Kulissen schon "seit einiger Zeit" vor. Das große Produktionswerk des Unternehmens in Thalgau, in dem derzeit unter anderem Discs mit PlayStation-Spielen hergestellt werden, hat seine Abläufe bereits im Hinblick auf die Umstellung im Jahr 2028 neu ausgerichtet.
Das Werk produziert derzeit rund 600.000 Discs pro Tag, etwa die Hälfte davon entfällt auf PlayStation-Discs. Sobald Sony keine neuen Spiele mehr auf physischen Medien veröffentlicht, rechnen Verantwortliche des Unternehmens damit, dass nur noch ein kleiner Teil der heutigen discbezogenen Arbeit in der Fabrik übrig bleibt.
Sony wartet mit den Änderungen aber nicht bis 2028, sondern hat bereits in neue Fertigungstechnik investiert. Dem Bericht zufolge hat das Unternehmen rund 30 Millionen Euro für Anlagen ausgegeben, mit denen optische Mikrolinsen hergestellt werden sollen. Diese kommen in Produkten zum Einsatz, die eine besonders präzise Lichtsteuerung erfordern. Als Beispiel werden Fahrzeugscheinwerfer genannt, die Blinker oder andere Hinweise direkt auf die Straße projizieren können.
Der Umbau läuft bereits, denn Beschäftigte, die zuvor in der Disc-Produktion tätig gewesen sind, sind Berichten zufolge schon in Test- und Entwicklungsaufgaben für das neue Fertigungsverfahren gewechselt. Sony will zudem die Belegschaft umschulen, damit das Werk seinen Schwerpunkt verlagern kann, ohne die Zahl der Mitarbeiter zu reduzieren. Die Massenproduktion der optischen Mikrolinsen soll bereits 2027 beginnen, also deutlich vor dem offiziellen Ende der Produktion von Discs mit PlayStation-Spielen.
Das ist einer der wichtigsten Gründe, warum Sony seine Entscheidung kaum rückgängig machen dürfte. Das Unternehmen kündigt nicht nur eine künftige Strategie an, sondern hat bereits viel Geld investiert, um einen Teil seines bestehenden Fertigungsgeschäfts zu ersetzen. Da Beschäftigte versetzt werden, neue Produktionslinien entstehen und die langfristige Planung schon angelaufen ist, ist eine Rückkehr zur Spieleproduktion auf Disc im großen Stil sehr unwahrscheinlich.




