Microsoft verliert Rechtsstreit wegen Sperrung von gehackten Xbox-Kontos

Sonys Entscheidung, die Produktion neuer PS5-Discs Anfang 2028 einzustellen, könnte den Absatz digitaler Spiele weiter ankurbeln. Zugleich sind unter Anhängern physischer Medien Sorgen um Eigentumsrechte aufgekommen. Eine erfolgreiche Klage gegen Microsoft könnte ihnen Hoffnung geben, dass Gerichte die Interessen der Verbraucher schützen.
Sicherheitsprobleme bei Xbox
Anfang 2027 hat der brasilianische Reddit-Nutzer Ordo_Liberal begonnen, seinen Fall zu schildern. Die Probleme haben eingesetzt, nachdem Microsoft sein Xbox-Konto gesperrt und ihm damit den Zugriff auf eine umfangreiche Spielebibliothek entzogen hatte. Mitarbeiter des Kundendienstes haben erklärt, das Konto sei trotz aktivierter Zwei-Faktor-Authentifizierung gehackt worden.
Trotz seiner hartnäckigen Bemühungen hat Microsoft den Zugriff während der Untersuchung nicht wiederherstellen wollen. Auch die verfügbaren Wiederherstellungsoptionen haben es ihm nicht ermöglicht, seine Inhalte freizuschalten. Stattdessen hat der Konzern Ordo_Liberal nahegelegt, sämtliche digitalen Spiele erneut zu kaufen.
Nach Rücksprache mit einem Anwalt vor Ort hat sich der Reddit-Nutzer zu einer Klage entschlossen. Am 10. Juni hat er mitgeteilt, dass das Gericht zu seinen Gunsten entschieden und Microsoft zur Entsperrung des Xbox-Kontos verpflichtet hat. Zudem sind dem Kläger rund 350 Euro als Entschädigung für immaterielle Schäden zugesprochen worden. Sollte Microsoft der Anordnung nicht innerhalb von 15 Tagen nachkommen, drohen weitere Sanktionen.
Brasilianische Spieler haben mehr Rechte
Für Betroffene in anderen Ländern könnte ein vergleichbarer Erfolg allerdings schwerer zu erreichen sein. Brasilien verfügt über verbraucherfreundliche Gesetze, die unter anderem gegen Missbrauch durch digitale Marktplätze gerichtet sind. Ordo_Liberal hat kostenlos einen Anwalt erhalten und musste keine Verfahrenskosten tragen, was in vielen Ländern ungewöhnlich ist.
Microsoft setzt erhebliche Mittel ein, um ungünstige Präzedenzfälle zu verhindern. Offenbar ist der Konzern davon ausgegangen, zur Sperrung des kompromittierten Xbox-Kontos berechtigt zu sein, und hat zwölf Anwälte mit dem Verfahren betraut. Für Spieler in anderen Ländern könnte ein solcher juristischer Widerstand kaum zu bewältigen sein.
Angesichts Sonys Abkehr von physischen Spielen wächst bei Käufern die Sorge, den Zugriff auf digitale Käufe zu verlieren. Ordo_Liberal hat sich zwar durchgesetzt, die Sperrung eines PlayStation-Kontos könnte jedoch erhebliche Kosten verursachen.
Laut GamingBolt hat die Entwicklung bereits das Interesse der brasilianischen Politikerin Erika Hilton geweckt. Besonders problematisch findet die Abgeordnete, dass die teureren PS5-Konsolen mit Laufwerk dadurch an Nutzen verlieren.











