Sony könnte PlayStation-Discs durch Spielmodule ersetzen

Einige Spieler befürchten, dass physische Datenträger verschwinden und eine rein digitale Zukunft unausweichlich wird. PlayStation hat diese Sorgen mit der Ankündigung verstärkt, die Produktion von PS5-Discs deutlich zu reduzieren. Ein britischer Tech-Manager hat jedoch mehrere Alternativen vorgeschlagen, darunter Mikromodule mit 3D-NAND-Flash. Die hohen Kosten könnten diesen Ansatz allerdings unpraktikabel machen.
Dotun Rominiyi ist Chief Technology Officer bei Assetera, einem EU-Marktplatz für digitale Vermögenswerte. Der Technikexperte hat zudem als Softwareentwickler in der Spielebranche gearbeitet. In einem LinkedIn-Beitrag hat er die Bedenken über den Rückgang physischer Spiele aufgegriffen.
Spielmodule für die PS6?
Unabhängig davon, ob der Hersteller seine Blu-Ray-Fabriken schließt, hält Rominiyi PS5-Discs für eine veraltete Lösung. Immer mehr Spiele überschreiten deren Speicherkapazität, zudem erreichen die Datenträger nicht annähernd die Geschwindigkeit der Konsolen-SSDs. Ähnlich wie bei den Spielkarten der Switch 2 könnte 3D-NAND-Flash diese Nachteile beseitigen.
Rominiyi zufolge erreicht der kompakte, austauschbare Speicher Lesegeschwindigkeiten von bis zu 4GB/s. Sony könnte Spielmodule mit einer Kapazität von bis zu 1TB einsetzen, was für PS5- oder PS6-Spiele mehr als ausreichen würde. Installationszeiten auf PlayStation-Konsolen ließen sich dadurch drastisch verkürzen oder könnten vollständig entfallen.
Die Speicherknappheit erschwert allerdings die Veröffentlichung physischer Spiele auf Flash-Speichern. Selbst bei den kleineren Speicherkarten hat Nintendo Schwierigkeiten, die Kosten in Grenzen zu halten. Dies hat einige Drittanbieter dazu veranlasst, ihre Spiele ausschließlich digital anzubieten.
Physische Spiele könnten zum Nischenprodukt werden
Der LinkedIn-Beitrag schlägt 512GB als Kompromiss vor, doch selbst diese Spielmodule wären teurer als Blu-Rays. Zudem müsste Sony eine geeignete Verschlüsselung zum Schutz vor Raubkopien entwickeln. Engagierte Sammler könnten dennoch bereit sein, einen Aufpreis zu zahlen, zumal sich die Spiele anschließend weiterverkaufen ließen.
Eine deutlich günstigere Alternative könnten glasähnliche, passive Fotopolymer-Karten darstellen. Rominiyi vergleicht sie mit den nicht mehr erhältlichen Medien für Nintendos e-Reader, da die passive Technik weder Chips noch Kontakte benötigt. Das zum Lesen der Karten erforderliche optische Laufwerk wäre jedoch teuer und könnte die ohnehin hohen Konsolenpreise weiter erhöhen.
Eine kurzfristig umsetzbare Lösung für die PS6 wäre ein externes Laufwerk, das auch PS4- und PS5-Discs unterstützt. Sony hat bislang jedoch nicht auf die Proteste reagiert, eine Investition in ein neues physisches Speichermedium erscheint daher ungewiss.



















