Analyst: Ende der Spiele-Discs könnte PlayStation 6 Preis unter 1.000 Dollar halten

Kritiker von Sonys Abkehr von physischen PlayStation-Spielen sehen darin den Versuch, die Gewinne zu maximieren. Branchenanalyst Piers Harding-Rolls geht jedoch davon aus, dass das Ende von PS5-Discs dazu beitragen könnte, die PS6 bezahlbar zu halten. Sony könnte die zusätzlichen Einnahmen nutzen, um seine nächste Konsole zu subventionieren und den Preis auf einem vertretbaren Niveau zu halten.
GamesRadar+ hat über ein Interview mit Harding-Rolls im Edge Magazine berichtet. Der Leiter der Spielemarktforschung bei Ampere Analysis hält es für unausweichlich, dass Sony dem PlayStation Store Vorrang einräumt:
Durch den Verkauf physischer Spiele fließt ein größerer Teil der Einnahmen aus dem Ökosystem von Sony und seinen Publishing-Partnern ab, obwohl diese die Kosten tragen.
Sony und die Publisher können sich die Kosten für die Produktion und den Versand von PS5-Discs sparen. Bei digitalen Spielen erhält zudem der PlayStation Store eine Provision, statt dass stationäre Händler einen Anteil einbehalten.
Die PS6 könnte ausschließlich als digitale Konsole erscheinen. Abwärtskompatibilität und Sammler physischer Spiele ließen sich mit einem optionalen optischen Laufwerk berücksichtigen. Sollten Spiele der nächsten Generation nicht mehr auf Blu-ray veröffentlicht werden, dürfte dennoch das Modell ohne Laufwerk den Großteil der Hardwareverkäufe ausmachen. Da inzwischen mehr als 80 Prozent von Sonys Spieleverkäufen auf digitale Versionen entfallen, könnte der PS5-Nachfolger wirtschaftlich von dieser Verteilung profitieren.
Unklar ist, wofür Sony mögliche Mehreinnahmen verwenden würde. Eine Möglichkeit wäre eine bessere technische Ausstattung der nächsten Konsole. Gleichzeitig drohen die Engpässe bei Speicher und Arbeitsspeicher den Preis der PS6 zu erhöhen. Harding-Rolls argumentiert, dass eine Markteinführung für mindestens 864 Euro die potenzielle Käuferschaft bereits erheblich einschränken würde.
Die PS6 erschwinglich halten
Dem Analysten zufolge steht die Unternehmensführung vor der Aufgabe, die Konsole zu einem "vernünftigen Preis" auf den Markt zu bringen. Der Verzicht auf ein Disc-Laufwerk würde die UVP nur geringfügig senken. Sony müsste die Konsole möglicherweise noch stärker subventionieren als ihren Vorgänger.
Bei der Einführung der PS5 im Jahr 2020 hat Sony eingeräumt, mit der Hardware Verluste zu machen. Das Unternehmen wollte diese durch Softwareverkäufe und Abonnements wie PlayStation Plus ausgleichen. Die Einnahmen aus diesen Bereichen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Der zunehmende Anteil digitaler Spiele könnte die Gewinne weiter erhöhen.
Alternativ könnte Sony die zusätzlichen Einnahmen einfach einbehalten. Das Unternehmen könnte die PS6 dann gezielt an Enthusiasten vermarkten oder ihre Veröffentlichung verschieben und die PS5-Generation verlängern.





















