PlayStation vor großer Öffnung? Fans träumen von Steam auf der PS6

Beim digitalen Kauf von PlayStation-Spielen sind Käufer nahezu vollständig auf den PlayStation Store angewiesen. Dort hat Sony die volle Kontrolle und bestimmt alleine über Rabattaktionen. Anders als auf dem PC gibt es auf der PlayStation keine konkurrierenden Plattformen wie Steam, Epic Games Store oder GOG – zumindest bis jetzt. In der Reddit Community besteht die Hoffnung, dass sich das bald ändern könnte.
Klagen aus Großbritannien und den Niederlanden lassen hoffen
Durch physische Datenträger gibt es bei PlayStation-Spielen zumindest einen geringfügigen Wettbewerb. Händler können Discs rabattieren, während Spieler gebrauchte Spiele kaufen, verkaufen oder verleihen können. Ab Anfang 2028 ist damit aber Schluss. Ab diesem Zeitpunkt wird Sony die Disc-Produktion einstellen – eine Entscheidung, von der sich das Unternehmen selbst durch Boykottdrohungen der Fans nicht abbringen zu lassen scheint. Es besteht jedoch noch Hoffnung, dass diese kontroverse Entscheidung auch etwas Positives für Fans zur Folge haben könnte.
Konkret kommt diese Hoffnung aus Großbritannien und den Niederlanden, wo derzeit Klagen gegen Sony laufen. In Großbritannien fordert eine Sammelklage knapp zwei Milliarden Pfund Schadenersatz für rund zwölf Millionen PlayStation-Kunden. Dem Konzern wird vorgeworfen, seine starke Stellung beim Verkauf digitaler PlayStation-Inhalte auszunutzen. Auch die „Fair PlayStation“-Klage in den Niederlanden richtet sich gegen Sonys geschlossenes digitales Ökosystem. Die Kläger kritisieren unter anderem die Provision von 30 Prozent auf digitale Verkäufe sowie Einschränkungen, die Publisher daran hindern, ihre PlayStation-Spiele über konkurrierende Plattformen anzubieten. Dadurch fehle es an echtem Preiswettbewerb und Verbraucher müssten mehr bezahlen.
Fans träumen von Steam auf der PS6 ...
Die Hoffnungen der Fans beruhen auf den Aussagen der Jusristin Magdalena Tuliback, die von Marketplace zum Thema befragt wurde. Sollten die Klagen erfolgreich sein, könnten laut Tulibacka nicht nur Entschädigungszahlungen auf Sony zukommen, sondern das Unternehmen könnte auch dazu verpflichtet werden, den Verkauf digitaler Spiele für Drittanbieter zu öffnen.
Wenn PlayStation-Spiele auch über andere Händler angeboten werden, würde das im Umkehrschluss bedeuten, dass Sony nicht mehr alleine über den digitalen Vertrieb bestimmen könnte. Durch konkurrierende Anbieter könnten mehr Rabattaktionen entstehen und die Preise für digitale Spiele sinken. In der Reddit-Community hoffen einige Nutzer sogar darauf, dass Sony vollständige Plattformen wie Steam auf der PS6 zulassen könnte.
… halten Download-Codes über Drittanbieter aber für wahrscheinlicher
Ob eine erfolgreiche Klage tatsächlich so weitreichende Folgen hätte, ist jedoch fraglich. Für wahrscheinlicher halten viele den Verkauf frei rabattierbarer Download-Codes über Drittanbieter. Zudem würden mögliche Urteile zunächst nur in Großbritannien beziehungsweise den Niederlanden gelten. Da ein Erfolg der Klagen jedoch ähnliche Verfahren in weiteren Ländern auslösen könnte, wäre es denkbar, dass Sony entsprechende Anpassungen global umsetzt.
In Großbritannien wurde der Prozess am 8. Mai 2026 abgeschlossen, ein Urteil steht jedoch noch aus. Einen festen Termin für die Entscheidung hat das zuständige Competition Appeal Tribunal bislang nicht genannt. In den Niederlanden befindet sich das Verfahren noch in einer frühen Phase. Dort muss zunächst geklärt werden, ob die Verbraucherorganisation die betroffenen Spieler vertreten darf und das Verfahren inhaltlich verhandelt werden kann. Mit einer schnellen Entscheidung ist daher nicht zu rechnen. Ob die Verfahren Sony am Ende wirklich zu einer Öffnung zwingen, bleibt abzuwarten – und selbst wenn, dürfte das noch eine Weile dauern.
Quelle(n)
Bildquelle: PlayStation













