Ältere PS5 entwickelt starke Überhitzungsprobleme: Flüssigmetall hinterlässt dauerhafte Schäden am Kühlkörper

Eine ältere PlayStation 5 hat starke Überhitzungsprobleme entwickelt, die offenbar mit einer Beeinträchtigung der Flüssigmetall-Wärmeleitlösung zusammenhängen. Bei der betroffenen Konsole handelt es sich um ein CFI-1116-Modell, wobei auch andere PS5-Besitzer nach mehreren Jahren Nutzung von ähnlichen Symptomen berichten.
Der polnische Konsolen-Reparaturtechniker Modyfikator89 hat Bilder einer PlayStation 5 des Modells CFI-1116 veröffentlicht, bei der es sich offenbar um einen besonders schweren Fall von Flüssigmetall-Degradation handelt. Laut dem Techniker überhitzte die Konsole, während auf den Bildern deutliche Verfärbungen an Teilen der Kontaktflächen von APU und Kühlkörper zu erkennen sind.
Flüssigmetall war eine der bemerkenswerteren technischen Neuerungen im Inneren der PlayStation 5. Auf dem Papier bietet es eine hervorragende Wärmeleitfähigkeit, sein Verhalten über längere Zeiträume ist jedoch etwas komplizierter als das herkömmlicher Wärmeleitmaterialien.
In einem weiteren Beitrag berichtete der Techniker, dass nach dem Entfernen der krustenartigen Rückstände ein makelloser, spiegelglatter APU-Die zum Vorschein kam. Anders sah es bei der Kontaktfläche des Kühlkörpers aus. Dort seien in Bereichen, in denen die Beschichtung offenbar beschädigt wurde, dauerhafte Spuren zurückgeblieben. Er stellte daher die Frage in den Raum, ob erneut Flüssigmetall auf die beschädigte Oberfläche aufgetragen werden sollte oder ob PTM7950 inzwischen die sicherere Alternative wäre.
Gallium kann nach und nach in bestimmte Metalle, wie zum Beispiel Kupfer, diffundieren und mit ihnen reagieren. Eine Nickelbeschichtung wird häufig als Barriere gegen diesen Prozess eingesetzt. Schäden an der Beschichtung des PS5-Kühlkörpers könnten daher dazu führen, dass das darunterliegende Metall weiter mit dem galliumbasierten Flüssigmetall reagiert. iFixit weist in seiner Anleitung zum Austausch des PS5-Flüssigmetalls darauf hin, dass das Material im Laufe der Zeit oxidieren oder sich ungleichmäßig auf APU und Kühlkörper verteilen kann. Oxidiertes Flüssigmetall kann mit der Zeit ein ausgetrocknetes oder rissiges Erscheinungsbild annehmen. Zu den möglichen Symptomen gehören Überhitzung und eine Drosselung der Leistung.
Es gibt zudem vereinzelte Berichte von Besitzern älterer PS5-Konsolen, die zu diesem Fehlerbild passen. In einem Reddit-Beitrag beschreibt ein Besitzer eine PS5 der ersten Generation, die nach 20 bis 30 Minuten zu überhitzen und sich abzuschalten begann. In einer weiteren Reddit-Diskussion vom Juli 2026 berichtet ein Besitzer einer PS5 vom Erstverkaufstag, dass sich die Konsole trotz Staubentfernung immer wieder abschaltet. In beiden Fällen soll der Austausch des Flüssigmetalls und der Wärmeleitpads den normalen Betrieb wiederhergestellt haben.
Andererseits berichten einige Nutzer auch nach einem Austausch des Flüssigmetalls weiterhin von Überhitzungsproblemen. Das entfacht Diskussionen darüber, ob Korrosion vor dem Auftragen des neuen Materials ordnungsgemäß vom Die entfernt worden war und ob das Flüssigmetall korrekt aufgetragen wurde. Für sich genommen ist der aktuelle Fall kaum ein eindeutiger Beweis, er liefert jedoch ein weiteres Beispiel dafür, dass Reparaturtechniker und Besitzer auf sichtbar beeinträchtigte Oberflächen im Bereich der Flüssigmetall-Wärmeleitlösung der PS5 stoßen.
Ein weitverbreiteter Defekt des CFI-1116-Modells lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Das Modell kam als zweite größere Hardware-Revision der PS5 auf den Markt und sorgte damals vor allem aufgrund seines deutlich leichteren Kühlkörpers für Aufmerksamkeit. Der aktuelle Fall zeigt daher vielmehr, was mit der Wärmeleitlösung einer alternden PS5 passieren kann, als dass er darauf hindeutet, dass alle CFI-1116-Konsolen früher oder später dasselbe Schicksal ereilt.
Dennoch ist das Problem insbesondere mit Blick auf Sonys spätere Änderungen am Kühlsystem der PS5 interessant. Bei neueren Konsolen wurden weitere Anpassungen vorgenommen, die die Verteilung des Flüssigmetalls auf der APU kontrollieren sollen. Da sich die ältesten PlayStation-5-Konsolen inzwischen einer Nutzungsdauer von sechs Jahren nähern, lassen sich langfristige Verschleißerscheinungen ihrer ungewöhnlichen Wärmeleitlösung zunehmend in der Praxis beobachten.













