Xbox-Gamer 16 Stunden lang ausgesperrt: Microsoft behebt Bug

Microsoft hat mit der Verteilung eines Software-Updates begonnen, das den Fehler hinter einer schwerwiegenden Störung beheben soll. Diese hatte Xbox-Spieler vor einigen Wochen vom Zugriff auf ihre Spiele ausgeschlossen. Xbox-Technikchef Scott Van Vliet hat auf X mitgeteilt, dass die Aktualisierung bereits erste Nutzer erreicht und bis zum 17. August 2026 für alle Xbox-Nutzer verpflichtend wird.
Die Störung hat in der Nacht zum 27. Juli begonnen und rund 16 Stunden gedauert, bevor Microsoft die Dienste am 27. Juli um 23:30 Uhr deutscher Zeit wiederhergestellt hat. Während dieses Zeitraums konnten sich Spieler auf Xbox 360, Xbox One und Xbox Series X|S weder anmelden noch ihre vollständigen Spielebibliotheken aufrufen. Auch bereits gekaufte Titel ließen sich nicht starten, selbst nicht mit vorhandener Disc.
Laut Van Vliet haben zwei sich gegenseitig verstärkende Probleme zu der Störung geführt. Zunächst ist ein gemeinsam genutzter Lizenzdienst ausgefallen, der außerhalb der eigentlichen Xbox-Sparte angesiedelt ist. Xbox ist auf diesen Dienst angewiesen, um Anmeldungen zu überprüfen und den Besitz gekaufter Spiele sowie von Game-Pass-Titeln zu bestätigen. Hinzu kam ein Fehler im Software-Stack des Xbox-Clients, der ebenfalls für Lizenzprüfungen zuständig ist. Statt die Auswirkungen des ausgefallenen Lizenzdienstes einzudämmen, hat dieser Fehler es also noch schlimmer gemacht.
Da Discs auf Xbox-One- und Xbox-Series-Konsolen auf verschlüsselte Lizenzen angewiesen sind und nicht als eigenständige bootfähige Datenträger funktionieren, konnten auch Besitzer physischer Spiele während der Störung nicht spielen, obwohl sich die jeweilige Disc im Laufwerk befand. Die Xbox-Statusseite hatte während der Probleme davor gewarnt, dass auch Spiele auf Disc betroffen sein könnten.
Die Auswirkungen haben sich nicht auf einzelne Spieler beschränkt. Laut Microsoft sind auch Publisher und Handelspartner betroffen gewesen, die für Berechtigungsprüfungen auf dasselbe Lizenzsystem angewiesen sind. Deshalb haben bei einigen Spielen Probleme bestanden, während andere weiterhin zugänglich geblieben sind.
Van Vliet zufolge übernehmen Microsofts eigene Techniker künftig den direkten Betrieb und die Wartung des Lizenzdienstes. Das Unternehmen will sich damit nicht länger auf das externe System verlassen, das an der Störung im Juli beteiligt gewesen ist. Durch künftige Aktualisierungen sollen der Dienst und die zugrunde liegende Infrastruktur gezielt widerstandsfähiger gemacht werden.
Das bereits verteilte Update enthält einige dieser Verbesserungen. Laut Van Vliet überprüfen die Xbox-Techniker zudem den gesamten Software-Stack auf Möglichkeiten zur Steigerung der Zuverlässigkeit. Weitere Aktualisierungen mit neuen Funktionen und Komfortverbesserungen am System sind für die kommenden Wochen und Monate geplant.
Die Störung im Juli hat sich in derselben Woche ereignet, in der die Xbox-Dienste beim Early-Access-Start von Halo: Campaign Evolved unabhängig davon ebenfalls beeinträchtigt gewesen sind. Zuvor ist es am 24. Juli bereits zu einer mehrstündigen Störung des PlayStation Network gekommen. Der Vorfall hat zudem erneut Kritik an permanenten Online-Lizenzprüfungen für Disc-Spiele ausgelöst. Das Thema hat zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten, nachdem Sony bestätigt hat, die Produktion physischer Datenträger für neue PlayStation-Spiele im Januar 2028 einzustellen.












