GTA 6: Ex-Rockstar-Entwickler kritisiert PS5-Region-Lock und verteidigt Discs, gibt Studio aber keine Schuld

Rockstar Games hat den Region-Lock von GTA 6 auf der PS5 bestätigt und damit die Argumente der Befürworter physischer Spiele gestärkt. Ein ehemaliger Animator des Studios zeigt Verständnis für die Kritik und erkennt die Vorteile von Discs an. Mike York sieht die Verantwortung für die Einschränkungen jedoch an anderer Stelle und rechnet nicht mit Auswirkungen auf die Verkaufszahlen.
Die Schuldfrage
Wie TheGamer berichtet, hat York mit Covers.com über die wenig erfreuliche Ankündigung gesprochen. Der Entwickler hat bis 2017 bei Rockstar gearbeitet und war unter anderem an GTA 5 beteiligt. Für die Einschränkungen hat er deutliche Worte gefunden und sie als "Schrottregelung" bezeichnet. Als Verantwortliche sieht er allerdings Regierungen, die das Spiel sperren wollen.
Tatsächlich könnten Rockstar und Sony gemeinsam für die Situation verantwortlich sein. Anders als auf der Xbox lässt sich der Code aus der PS5-Packung von GTA 6 nur einlösen, wenn dessen Region mit der Region des PlayStation-Kontos übereinstimmt. Dadurch können Spieler keine günstigeren physischen Ausgaben aus anderen Ländern importieren. Auch für Besitzer der Konsole, die häufig reisen, entstehen dadurch Nachteile. Fans haben außerdem festgestellt, dass der Code in Japan möglicherweise bereits nach 170 Tagen verfällt.
Microsofts Vorgaben für digitale Käufe sind etwas weniger streng. Erschwerend kommt hinzu, dass PlayStation keinen einfachen Wechsel der Kontoregion erlaubt, wie er auf Xbox- und Nintendo-Systemen möglich ist. Betroffene Spieler erstellen daher häufig ein Zweitkonto. Werden dabei falsche Angaben gemacht, verstößt dies allerdings technisch gesehen gegen Sonys Nutzungsbedingungen.
Mehr Freiheit durch physische Spiele
Rockstar hätte die Kontroverse auch vermeiden können, indem GTA 6 auf einer physischen PS5-Disc ausgeliefert wird. Zwar sind mittlerweile viele Disc-Spiele zusätzlich auf Downloads angewiesen, bei einem Umzug in ein anderes Land bieten sie Käufern aber dennoch mehr Flexibilität. Zudem lässt sich der Datenträger später tauschen oder weiterverkaufen.
Für die Enttäuschung von Sammlern könnte das Studio jedoch weitere Gründe haben. Rockstar geht bekanntlich besonders strikt gegen Leaks vor, die geplante Marketingkampagnen beeinträchtigen könnten. Der Verzicht auf eine Disc gibt dem Unternehmen mehr Kontrolle darüber, wer vor dem Veröffentlichungstermin Zugriff auf das Spiel erhält, sofern dies überhaupt jemandem möglich ist.
York teilt die Bedenken hinsichtlich regionaler Beschränkungen und des zunehmenden Verschwindens physischer Spiele. Die Vorbestellungen von GTA 6 dürften darunter seiner Einschätzung nach dennoch kaum leiden. Er erwartet, dass Fans die Einschränkungen hinnehmen und Wege finden werden, das Gangster-Epos trotzdem zu spielen.


















