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„Das sollte man besser lassen“: Mario-Schöpfer erklärt, warum Gaming schwächelt

Mario-Schöpfer Shigeru Miyamoto kritisiert die Jagd nach Gaming-Trends und erklärt, was Nintendo bei der Spieleentwicklung anders macht.
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Mario-Schöpfer Shigeru Miyamoto kritisiert die Jagd nach Gaming-Trends und erklärt, was Nintendo bei der Spieleentwicklung anders macht.
Warum bleiben manche Spiele über Jahrzehnte im Gedächtnis, während andere schnell wieder verschwinden? Mario-Schöpfer Shigeru Miyamoto hat darauf eine Antwort.

Warum sind ein italienischer Klempner, sammelbare Taschenmonster und farbverschießende Tintenfische weltweit so erfolgreich? Laut Shigeru Miyamoto, dem Schöpfer von Super Mario und The Legend of Zelda, liegt das daran, dass diese Spiele nicht mit der Zielstellung entwickelt wurden, möglichst viele Menschen zu erreichen. Wie der 73-jährige, der als Representative Director und Executive Fellow noch immer für Nintendo tätig ist, im Interview mit Famitsu (auf Japanisch) verrät, sieht er in der Gaming-Branche aktuell vor allem ein Problem: 

„Viele Entwickler nehmen ein Spiel, das sie lieben, und überlegen, wie sie es noch unterhaltsamer machen könnten. Ich sage ihnen dann immer: Das sollte man besser lassen.“ 

Mit diesem Satz erklärt Miyamoto auch ein größeres Problem der aktuellen Gaming-Branche. Wie schnell die Jagd nach Trends nach hinten losgehen kann, zeigte sich nämlich kürzlich bei Sony und Microsoft. Sony setzte lange stark auf Live-Service-Spiele, strich zuletzt aber mehrere Projekte – darunter auch ein vermeintliches God of War-Spiel. Microsoft zog unter anderem bei Perfect Dark und Everwild den Stecker. 

Das macht Nintendo anders 

Ob Miyamoto damit sagen will, dass Entwickler sich nicht von anderen Spielen inspirieren lassen sollten? Wahrscheinlich nicht. Einfach einen erfolgreichen Titel als Vorlage zu nehmen, ein paar Mechaniken auszutauschen und aktuelle Trends beizumischen, greift seiner Meinung nach aber zu kurz. Nintendo setzt deshalb früher an – nämlich bei der Frage, was Spielern überhaupt Spaß macht: 

„Wenn wir uns ein neues Spiel überlegen, beginnen wir bei den Grundlagen. Wir schauen nicht auf bestehende Spiele und fragen uns, welche Elemente wir verändern oder miteinander kombinieren könnten. Wir fragen uns zuerst: Warum spielen Menschen überhaupt?“ 

Kritisch sieht Miyamoto auch kurzfristiges Profitdenken. Wer sich ständig frage, ob eine Idee schnell Geld einbringe, könne kaum etwas wirklich Eigenständiges erschaffen. Gerade „persönliche Hobbys“ und damit sehr lokale Ideen seien es häufig, die später weltweit Anklang fänden. Bei Splatoon stand laut Miyamoto anfangs nur die Idee, Flächen mit Farbe zu markieren und um deren Besitz zu kämpfen. Pokémon entstand wiederum aus der Leidenschaft von Serienschöpfer Satoshi Tajiri für das Sammeln von Insekten. Daraus entwickelte sich das bekannte Prinzip, Monster zu fangen, mit Freunden zu tauschen und die Sammlung zu vervollständigen. 

Fans stimmen zu – jedenfalls zum größten Teil 

In einem Reddit-Thread zum Thema geben Fans Miyamoto größtenteils Recht. Ganz ohne Widerspruch bleibt seine Aussage allerdings nicht. Einige Reddit-Nutzer sprechen von „Survivorship Bias“: Für jedes ungewöhnliche Spiel, das zum Hit wird, gibt es zahlreiche ebenso kreative Projekte, die kaum jemand wahrnimmt. Leidenschaft und Eigenständigkeit seien zwar wichtig, aber noch lange kein Garant für gute Verkaufszahlen.

Zudem kann sich auch Nintendo nicht völlig davon freisprechen, erfolgreiche Trends aufzugreifen. Mario Kart World erweitert die bekannte Rennspiel-Formel um eine offene Spielwelt, während Metroid Prime 4: Beyond mit Sol Valley ebenfalls deutlich offenere Areale bietet. In beiden Fällen kam die vermeintlich im Trend liegende Open World bei Spielern allerdings weniger gut an. 

Quelle(n)

Famitsu (auf Japanisch)

Bildquelle: Nintendo

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-07 > „Das sollte man besser lassen“: Mario-Schöpfer erklärt, warum Gaming schwächelt
Autor: Marius Müller, 30.07.2026 (Update: 30.07.2026)