Ehemalige Mitarbeiter: Iwata und Furukawa führten Nintendo mit Integrität, doch „Work-Life-Balance existiert nicht“

Kürzlich blickten ehemalige Mitarbeiter von Nintendo of America auf ihre Erfahrungen aus fast 25 Jahren im Unternehmen zurück. Die langjährigen Angestellten Kit Ellis und Krysta Yang, die zusammen mehr als zwei Jahrzehnte bei Nintendo of America gearbeitet hatten, sprachen in einem Podcast über die Vor- und Nachteile einer Tätigkeit bei einem der größten Videospielunternehmen der Welt. In Folge 232 des Kit and Krysta Podcast erinnerten sich die beiden an ihre Zeit bei Nintendo und schilderten die Vorteile und Herausforderungen der Arbeit in der Vertriebs- und Marketingabteilung des Unternehmens.
Kit erklärt, dass die Unternehmensführung in puncto Ehrlichkeit und Integrität gute Arbeit geleistet habe:
„Die Führungskräfte auf der höchsten Ebene des Unternehmens besitzen Integrität und ihnen liegen das Unternehmen und seine Mitarbeiter am Herzen. Wir sprechen also von Herrn Iwata und anschließend Herrn Furukawa, Reggie Fils-Aimé, Doug Bowser, Devon Pritchard und dieser ganzen Gruppe. Wenn man das mit den Menschen vergleicht, die andere Unternehmen leiten, wirkt es dort mehr denn je so, als würden sie einen Betrug betreiben, um das Unternehmen auszubluten und auf dem Weg nach draußen so viel Geld wie möglich mitzunehmen.“
Die beiden betonen außerdem, dass Nintendo sowohl auf individueller als auch auf organisatorischer Ebene großen Wert auf Arbeitsplatzsicherheit lege und darauf bedacht sei, dass in schwierigen Zeiten niemand die Hauptlast tragen müsse. Bislang gibt es keine Berichte über Entlassungen bei Nintendo. Damit steht das Unternehmen in deutlichem Kontrast zu den Stellenstreichungen bei zahlreichen Studios unter Microsofts Gaming-Sparte Xbox.
Auf der anderen Seite entwickelte sich die Work-Life-Balance jedoch zu einem erheblichen Problem und einer dauerhaften Herausforderung. Kit macht seinem Ärger Luft und erklärt: „Eine Work-Life-Balance existiert nicht. Es gab keine. Das ist nichts, was ausschließlich Nintendo betrifft. Nintendo ist nicht das einzige Unternehmen auf der Welt, bei dem es so ist, aber es ist ein Ort, an dem es keinerlei Verständnis für ein angemessenes Arbeitstempo gibt.“
Kit und Krysta beschrieben lange Arbeitszeiten, ein hohes Arbeitstempo und ständigen Zeitdruck, denen sie bei kaum vorhandener Flexibilität ausgesetzt gewesen seien. Aufstiegsmöglichkeiten seien selten gewesen, da Beförderungen nur äußerst zurückhaltend vergeben worden seien. Wer bei Nintendo die Karriereleiter hinaufsteigen wollte, musste strenge Leistungsbewertungen und Prüfungen durchlaufen. Darüber hinaus erklären die beiden, dass Aufgaben mit der Zeit eintönig und repetitiv werden konnten und nur begrenzte Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung und zum Lernen geboten hätten.









