Unity-Spiele laufen jetzt in Unreal Engine - aber was bringt das eigentlich?

Dass Unity-Spiele und die Unreal Engine künftig zusammenarbeiten sollen, hatten Unity und Epic Games bereits angekündigt. Auf der Unite Seoul 2026 wurde nun erstmals eine funktionierende Demo der Technologie gezeigt. Das gezeigte Spiel Fantasy Kingdom lief gleichzeitig in zwei Engines. Unity berechnete Gameplay, Physik und NPCs, während die Unreal Engine für Darstellung und Beleuchtung zuständig war.
Möglich ist das durch PolySpatial – ein Protokoll, das Positionen, Animationen und andere Szenendaten zwischen den Engines überträgt. Dadurch können Spieler nahtlos durch Unity- und Unreal-Bereiche laufen, wobei sogar Kollisionen und Licht engineübergreifend funktionieren.

Was bringt das eigentlich?
Wie Epic-Games-CEO Tim Sweeney auf X als Reaktion auf die Demo schreibt, würde man offenbar am liebsten alle Engines miteinander verbinden. Doch schon die Verbindung von Unity und Unreal Engine birgt große Vorteile – vor allem für Entwickler. Sie könnten Spiele weiterhin mit Unity, C# und ihren gewohnten Werkzeugen erstellen und anschließend direkt in Fortnite veröffentlichen. Eine aufwendige Portierung auf die Unreal Engine wäre nicht mehr nötig. Fortnite würde damit praktisch zu einer weiteren Zielplattform – ähnlich wie PC, Konsolen (Nintendo Switch 2 derzeit 440 Euro auf Amazon) oder Mobilgeräte.
Auch für Epic ist die Kooperation natürlich vielversprechend. Da Unity neben Unreal zu den verbreitetsten Spiele-Engines gehört, könnten künftig auch kleinere Studios ihre bestehenden Projekte leichter in das Fortnite-Ökosystem übertragen. Für Epic winken potenziell also deutlich mehr Fortnite-Inhalte.
Ganz so weit ist die Technik allerdings noch nicht. Bislang wurde nur die Zusammenarbeit zwischen Unity und einer Unreal-Umgebung gezeigt – nicht der direkte Betrieb in Fortnite. Zudem bereitet die zusätzliche Serverkommunikation laut Unity noch Latenzprobleme, weshalb schnelle Fighting- oder Rhythm-Games schwierig umzusetzen sein könnten. Der Early Access soll frühestens 2027 starten.















