God of War Schöpfer: PlayStation hat PS5-Besitzer mit Aus für Spiele-Discs belogen

David Jaffe war maßgeblich für die Entwicklung des ersten God of War verantwortlich. Inzwischen arbeitet er nicht mehr für Sony Interactive Entertainment und äußert sich als Podcaster zu aktuellen Entwicklungen in der Spielebranche. Zuvor hat er Kritik auf sich gezogen, weil er PlayStations Abkehr von physischen Spielen befürwortet hatte. Mittlerweile zeigt Jaffe jedoch Verständnis für Verbraucher, die während des gesamten Lebenszyklus der Konsole mit neuen PS5-Spielen auf Disc gerechnet haben.
Ein Mittelweg
Die Gegner von Sonys verstärktem Fokus auf digitale Spiele sind deutlich zahlreicher als dessen Befürworter. Jaffe hat den Schritt zunächst dennoch als notwendig und wirtschaftlich sinnvoll verteidigt. Da Spieler kostspielige AAA-Projekte erwarten, dürften seiner Ansicht nach auch die meisten Drittanbieter-Studios die Ankündigung begrüßt haben. PlayStation steigert durch Verkäufe im PS Store seine Gewinne, zugleich können auch die Entwickler zusätzliche dringend benötigte Einnahmen erzielen.
In seinem neuesten YouTube-Video hat der Schöpfer von God of War eingeräumt, einen entscheidenden Aspekt der Debatte übersehen zu haben. Er sei "völlig falsch" gelegen, weil er die Sichtweise vieler Konsolenbesitzer nicht berücksichtigt habe. Eine vollständig digitale Zukunft hält Jaffe weiterhin für unvermeidlich. Dennoch wirke die "Entscheidung, keine neuen Discs mehr für die PS5 zu produzieren, wie ein Lockvogelangebot".
Im Podcast geht es auch darum, dass weiterhin PS5-kompatible Spiele erscheinen werden, nachdem Sony die Produktion von PS5-Discs Anfang 2028 zurückfährt. Projekte wie The Witcher 4 und mögliche Neuauflagen von God of War könnten in diesen Zeitraum fallen. Selbst wenn die PS6 dann bereits erhältlich ist, könnten ihr hoher Preis und weitere Faktoren dafür sorgen, dass Sony die Vorgängerkonsole noch mehrere Jahre unterstützt.
Käufer, die aktuelle Konsolenhardware mit optischem Laufwerk erworben haben, haben Grund zur Verärgerung. Sie sind davon ausgegangen, dass Sony zumindest bis zum Erscheinen der Nachfolgekonsole weiterhin physische Spiele für das System veröffentlicht. Der Spieledesigner kommt daher zu dem Schluss, dass diese Kunden "belogen wurden".
Eine gescheiterte PR-Strategie
Trotz seiner geänderten Haltung rechnet der Mitschöpfer von Twisted Metal nicht damit, dass PlayStation seine Entscheidung zurücknimmt. Die Empörung in den sozialen Medien dürfte dennoch nicht so schnell nachlassen, und auch das Ignorieren der Bedenken treuer Fans hält er für unklug. Stattdessen schlägt Jaffe vor, dass sich Sony bei allen Spielern entschuldigt, die sich getäuscht fühlen.
Eine Entschuldigung dürfte jedoch viele Protestierende nicht zufriedenstellen. Das aktuelle Video könnte zwar weniger negative Bewertungen erhalten, Verbraucherschützer planen aber bereits weitere Klagen. Da digitale Spiele zunehmend den Markt übernehmen, dürfte auch der Vorwurf häufiger werden, der PlayStation Store stelle ein Monopol dar.





















