God of War-Entwickler verrät: Kratos’ aschfahles Design entstand eher zufällig

Eine der bekanntesten und auf den ersten Blick erkennbaren Figuren der Gaming- und PlayStation-Welt ist Kratos, der Geist von Sparta aus der God-of-War-Reihe, dessen Markenzeichen seine blasse, aschfahle Haut ist. Sein geisterhaftes Erscheinungsbild, ergänzt durch die roten Markierungen auf Schläfe und Gesicht, erinnert an die Tragödie, bei der er unter dem Einfluss von Ares seine Frau und seine Tochter tötete.
Kratos’ blasses Design war allerdings nicht das Ergebnis eines langen kreativen Feinschliffs und auch nicht von Anfang an fest in seiner Hintergrundgeschichte verankert. Stattdessen entstand der Look eher durch Zufall: Die Entwickler von God of War sahen unvollständige Konzeptzeichnungen von Kratos’ frühem Entwurf, fanden die Optik gelungen – und behielten sie einfach bei.
Stig Asmussen, der beim ersten God of War für die PS2 aus dem Jahr 2005 als Lead Environment Artist mitwirkte und später God of War III leitete, erzählte in einer aktuellen Ausgabe des Retro Gamer Magazine (auf englisch) die Geschichte hinter Kratos’ finalem Design.
Asmussen erinnerte sich an die frühen Tage von God of War und erklärte, dass das Entwicklerteam in den Spielumgebungen stark auf weißen Marmor setzte. Die neue Engine ermöglichte zudem präzisere Reflexionen, was für besonders starke Kontraste sorgte.
Asmussen sagte dem Magazin: „Wir hatten viel weißen Marmor und konnten auch Spiegelungen darstellen. Dadurch entstand ein starker Kontrast zwischen den blutüberströmten Körpern und den sehr hellen Oberflächen. Kratos selbst war ebenfalls weiß, was dabei half, das von ihm angerichtete Massaker deutlicher hervorzuheben, weil er sich darin immer klar abhob.“
God-of-War-Schöpfer fand Kratos’ unfertiges Konzept „richtig cool“ – und behielt es bei
Die Geschichte hinter Kratos’ Design ist jedoch deutlich einfacher. God-of-War-Schöpfer David Jaffe sah sich während der Entwicklung des ersten God of War frühe Konzeptzeichnungen des leitenden Konzeptkünstlers Charlie Wen an. Zu diesem Zeitpunkt war Kratos’ Entwurf noch auf weißem Papier skizziert, einen eigentlichen Hautton hatte Wen ihm noch nicht gegeben.
Jaffe warf einen Blick auf Kratos’ aschfahle Figur auf dem Blatt und entschied, dass genau dieser Look das finale Design des Geistes von Sparta werden sollte.
Asmussen erklärte: „Dass Kratos mit weißer Asche bedeckt ist, wurde schon früh entschieden.“ Als Jaffe „eine Illustration sah, bei der Lead-Konzeptkünstler Charlie Wen die Haut noch nicht ausgearbeitet hatte, war Kratos auf der Zeichnung noch ganz weiß, und Dave fand, dass das wirklich cool aussah. Ich weiß nicht, ob er damals schon an die Asche gedacht hat, aber das könnte ein Auslöser gewesen sein.“
Daraufhin verankerte das Entwicklerteam Kratos’ Design direkt in der Handlung. Die Asche seiner getöteten Frau und Tochter verband sich dauerhaft mit seiner Haut und wurde so zu einer ewigen Erinnerung an seine Schuld.
Jahre später, mit God of War (2018) und God of War Ragnarök, veränderte sich Kratos’ Erscheinungsbild in der nordischen Saga spürbar – unter anderem durch den vollen Bart und einen kräftigeren Körperbau. Seine aschfahle Haut und die roten Markierungen auf Kopf und Oberkörper blieben jedoch erhalten – als sichtbares Echo seiner Vergangenheit.








