20-Euro-Rabatt auf GTA 6 zeigt, was mit dem Ende physischer Spiele verloren geht

Einige GameStop-Mitarbeiter berichteten von geringer als erwarteten Vorbestellungszahlen für GTA 6. Dennoch konnte das umstrittene „Code-in-Box“-Format den Verkaufserfolg nicht bremsen: Bei Amazon Frankreich war der Titel schnell ausverkauft. Ein Preisnachlass von 20 Euro erwies sich für viele Käufer als zu attraktiv, um darauf zu verzichten. Solche Angebote könnten jedoch mit dem Rückgang physischer Spiele zunehmend seltener werden.
Gesunder Wettbewerb
Wie GTA Boom berichtet, war das normalerweise 80 Euro teure Spiel von Rockstar Games zeitweise bereits für 60 Euro erhältlich. In Frankreich und anderen europäischen Ländern spielen digitale Marktplätze – allen voran der PlayStation Store – nach wie vor eine weniger dominante Rolle als in anderen Regionen. Die anhaltend hohe Nachfrage nach physischen Versionen für PS5 und Xbox sorgt weiterhin für intensiven Preiswettbewerb zwischen den Händlern.
Während GTA 6 bei Amazon bereits ausverkauft ist, bieten Händler wie E.Leclerc das Spiel weiterhin mit Rabatt an. In den USA sind Preisaktionen zwar keine Seltenheit, Preisnachlässe von rund 25 % auf Neuerscheinungen bleiben jedoch ungewöhnlich. Sollten physische Spiele weiter an Bedeutung verlieren, dürften solche attraktiven Rabatte künftig ebenfalls seltener werden, da digitale Versionen nur selten ähnlich stark im Preis sinken.

Eine aktuelle niederländische Studie kommt zu dem Schluss, dass Angebote im PS Store häufig weniger attraktiv sind als Rabatte auf physische Spiele. Digitale Preisaktionen sind meist zeitlich begrenzt, während physische Versionen im Laufe der Zeit oft dauerhaft im Preis sinken.
Schnäppchenjäger verfolgen die Entwicklung genau
Sonys Entscheidung, die Veröffentlichung physischer PS5-Spiele ab Januar 2028 weitgehend einzustellen, hat nicht nur heftige Kritik ausgelöst, sondern auch Klagen nach sich gezogen, in denen dem PlayStation Store eine monopolartige Stellung vorgeworfen wird. Seit 2019 dürfen Drittanbieter keine Gutscheine für digitale PlayStation-Spiele mehr verkaufen. Kritiker befürchten nun, dass Sony künftig noch mehr Kontrolle über die Preisgestaltung erhalten könnte.
In seiner Ankündigung erklärte Sony zwar, dass neue Spiele weiterhin auch über andere Händler erhältlich sein werden. Unklar bleibt jedoch, ob damit die Rückkehr digitaler Gutscheine gemeint ist oder lediglich das umstrittene „Code-in-Box“-Modell. Abgesehen von gelegentlichen Vorbestellungsrabatten – etwa bei GTA 6 – könnten stationäre Händler ohne physische Datenträger zunehmend Schwierigkeiten haben, Kunden anzulocken.
Wer die physische Version von GTA 6 kauft, erhält letztlich lediglich eine Verpackung mit einem Download-Code. Nach der Aktivierung unterscheidet sich das Spiel nicht mehr von einer digitalen Version aus dem PlayStation Store, und der Code kann anschließend weder weiterverkauft noch verliehen werden. Aus Protest gegen dieses Konzept haben einige Händler, darunter Video Games Plus, angekündigt, den Titel nicht ins Sortiment aufzunehmen.












