Physische PlayStation-Spiele vor dem Aus: Anwälte klagen gegen Sony

Sony stößt mit der Entscheidung, ab 2028 für sämtliche neuen PlayStation-Veröffentlichungen keine physischen Spielediscs mehr zu produzieren, auf erheblichen Widerstand. Bereits erschienene Spiele auf Disc bleiben zwar nutzbar, künftige Titel sollen jedoch ausschließlich digital angeboten werden. Die Entscheidung hat breite Kritik und eine intensive Debatte über Eigentumsrechte an Spielen sowie die zunehmende Monopolisierung des Vertriebs ausgelöst. Mit dem vollständigen Wechsel zum Digitalvertrieb entfällt bei Neuerscheinungen die Möglichkeit, Spiele zu tauschen, weiterzuverkaufen oder gebraucht zu erwerben. Die Kontrolle über die Preisgestaltung liegt damit vollständig bei den Plattformbetreibern.
In diesem Zusammenhang hat Stichting Massaschade & Consument (SMC) Klage eingereicht. Die niederländische gemeinnützige Stiftung organisiert Sammelklagen für Verbraucher und kleine Unternehmen gegen Großkonzerne und fordert wegen der "Sony-Steuer" mehr als 400 Millionen Euro Schadenersatz. Gemeint ist die Provision von 30 Prozent, die Sony für jedes über den PlayStation Store verkaufte Spiel erhebt. SMC vertritt 1,7 Millionen niederländische Spieler und hat kürzlich erklärt:
Mit dem Ende physischer Discs verschwindet der letzte Ort, an dem PlayStation-Spiele noch zu wettbewerbsfähigen Preisen gekauft und verkauft werden können. Ohne Discs gibt es keinen Gebrauchtmarkt und keine Alternative zum PlayStation Store. Ab 2028 entscheidet daher allein Sony, wie viel ein Spiel kostet und sogar, wie lange es genutzt werden darf. Genau gegen diesen Schaden richtet sich unsere Fair-PlayStation-Klage: Ein Preis kann niemals fair sein, wenn dem Käufer weder Eigentum noch eine Alternative bleibt.
Unterdessen bereiten mexikanische Gesetzgeber aus weitgehend denselben Gründen eine Kartellbeschwerde gegen Sony vor. Sie argumentieren, dass die geplante Abschaffung physischer PlayStation-Spiele dem PlayStation Store ein Monopol auf den digitalen Spieleverkauf verschaffen würde. Konkurrenzangebote würden damit verdrängt und Sony könnte die Preise ohne Alternativen im Einzelhandel kontrollieren. Ob die Beschwerden und Klagen Erfolg haben, ist allerdings ungewiss. Dies gilt insbesondere für die EU, wo ein Vertreter kürzlich erklärt hat, dass Sony oder andere Entwickler nicht an der Einstellung physischer Spiele gehindert werden können, solange sie die geltenden Verbraucherschutzgesetze einhalten.
Quelle(n)
Milberg, SMC via Wccftech, Levelup, Video Games Chronicle









