GameStop-CEO: Sonys Verzicht auf PlayStation-Discs sei „irrelevant“

Physische Videospiel-Discs scheinen in den Zukunftsplänen von PlayStation kaum noch eine Rolle zu spielen. GameStop-CEO Ryan Cohen zeigt sich darüber jedoch gelassen. Während die Branche zunehmend auf rein digitale Spiele setzt, scheint Sonys Entscheidung, die Produktion von PlayStation-Discs bis 2028 einzustellen, nach Einschätzung von GameStop keine Auswirkungen auf das eigene Geschäft zu haben. In einem Interview mit Bloomberg äußerte sich Cohen direkt zu Sonys Abkehr von physischen Datenträgern:
Das spielt überhaupt keine Rolle. Es ist völlig irrelevant. Software war früher wichtig. Heute macht Software weniger als 12 Prozent unseres Geschäfts aus, während Sammlerstücke mehr als die Hälfte unseres Geschäfts ausmachen. Deshalb ist das völlig irrelevant.
Das Selbstverständnis von GameStop als klassischer Videospielhändler hat sich über die Jahre schleichend verändert. Die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 verdeutlichen diesen Wandel: Der Verkauf von Software beziehungsweise Videospielen macht inzwischen weniger als 12 Prozent des Unternehmensumsatzes aus.
Was trägt also heute das Kerngeschäft von GameStop?
Einen Großteil der Einnahmen erzielt das Unternehmen mittlerweile mit Pokémon-Sammelkarten, Booster-Packs und Sammelsets sowie mit dem Wiederverkauf physischer Videospiel-Discs und Konsolen, die im Laufe der Jahre zu begehrten Sammlerstücken geworden sind. Dazu zählen unter anderem der Nintendo 64, die PlayStation 2, PlayStation 3, Xbox 360, der Nintendo GameCube und die Sega Dreamcast.
Cohen hob außerdem hervor, dass GameStop im ersten Quartal 2026 einen operativen Gewinn von 143 Millionen US-Dollar erzielt habe. Dies sei „der höchste operative Gewinn in der Geschichte des Unternehmens“. Viele Branchenanalysten sehen Sonys Entscheidung als logischen Schritt im allgemeinen Wandel des Spielemarkts.
Digitale Verkäufe haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen, während physische Spiele für Publisher zusätzliche Kosten und Herausforderungen bei Produktion, Versand und Vertrieb mit sich bringen. Dadurch entwickeln sich die digitalen Plattformen von PlayStation und Xbox zunehmend zu den zentralen Anlaufstellen für den Spielekauf.
Der Erwerb günstiger physischer Spiele über unabhängige Händler könnte damit langfristig der Vergangenheit angehören. GameStop hat unterdessen erst kürzlich eine Partnerschaft mit Uber Eats angekündigt. Dadurch können Spiele, Konsolen und Sammlerstücke direkt aus den Filialen zu Kunden nach Hause geliefert werden, ohne dass diese das Haus verlassen müssen.
Insgesamt sieht GameStop den Rückgang physischer Datenträger daher nicht als Nachteil, sondern als Chance, sich auf Geschäftsbereiche mit höheren Gewinnmargen zu konzentrieren. Aus Sicht des Unternehmens sprechen die aktuellen Geschäftszahlen für diese Strategie – und physische Videospiel-Discs spielen dabei inzwischen nur noch eine untergeordnete Rolle.









