GameStop-CEO attackiert eBay-Bosse: „Sie melken die Firma nur noch“, Übernahme nimmt Fahrt auf

Kürzlich wagte GameStop-CEO Ryan Cohen eine ebenso kuriose wie amüsante Aktion: Er versuchte, seine geplante eBay-Übernahme unter anderem dadurch voranzutreiben, dass er Gaming-Sammlerstücke auf der Plattform versteigerte – nur wurde sein Account wegen verdächtiger Aktivitäten gesperrt. Nun erklärt Cohen, dass er GameStop eigentlich nie führen wollte. Seine eigentliche Leidenschaft gelte eBay, und er sei bereit, alles dafür zu tun, um auch CEO des Online-Marktplatzes zu werden.
In einem aktuellen Interview mit Business Insider spricht Cohen offen über seinen überraschenden Plan, eBay zu übernehmen, und kritisiert gleichzeitig die derzeitige Unternehmensführung. Hintergrund ist ein Übernahmeangebot von GameStop über 55,5 Milliarden US-Dollar für eBay, mit dem sowohl das stationäre als auch das digitale Handelsgeschäft ausgebaut werden sollen.
Im Interview sagt Cohen, dass die eBay-Führungskräfte kein echtes „skin in the game“ hätten. Er verweist auf Aktienverkäufe im Wert von mehreren hundert Millionen US-Dollar seitens Ebay, ohne selbst neue Anteile zu kaufen. „Sie sind keine Eigentümer des Unternehmens“, erklärte Cohen. „Sie melken es einfach nur. Für sie ist es lediglich ein Gehaltsscheck.“
Laut Cohen nehme die eBay-Führung das Unternehmen nicht ernst genug. Er erklärt außerdem, dass er bereit sei, eBay notfalls selbst zu kaufen und keinerlei persönliche Vergütung von GameStop zu beziehen. Darüber hinaus berichten Quellen, dass Cohen bereits eine Finanzierungszusage von TD Securities über 20 Milliarden US-Dollar erhalten habe, um die Übernahme von eBay zu unterstützen.
Cohen plant außerdem, die Kosten von eBay um fast 2 Milliarden US-Dollar zu senken und das Unternehmen zu einem ernsthaften Konkurrenten für Amazon umzubauen. „Es gibt eine Menge unnötigen Ballast, den man streichen kann“, erklärt er weiter. Er verspricht sogar, eBay ohne Gehalt zu führen, sollte der Deal zustande kommen – ähnlich wie bei seiner aktuellen Position bei GameStop.
Vergangene Woche bot GameStop an, eBay für 125 US-Dollar pro Aktie beziehungsweise insgesamt 55,5 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Die Gegenleistung sollte jeweils zur Hälfte aus Bargeld und GameStop-Aktien bestehen. Aktionäre hätten dabei zwischen beiden Optionen wählen können, während Cohen die Leitung beider Unternehmen in einer gemeinsamen Struktur übernehmen würde.
eBay hat inzwischen bestätigt, das Schreiben und das unverbindliche Angebot von Cohen erhalten zu haben. Derzeit werde der Deal gemeinsam mit dem Vorstand und rechtlichen Beratern geprüft.








