GameStop-CEO Ryan Cohen gibt nicht auf: eBay lehnt 56-Milliarden-Dollar-Übernahmeangebot ab

eBay hat das unaufgeforderte Angebot von GameStop-CEO Ryan Cohen zur Übernahme des Marktplatzgiganten im Wesentlichen abgelehnt und den Vorschlag als weder glaubwürdig noch attraktiv bezeichnet. Cohen hält dennoch an seinem Vorhaben fest, obwohl offenbar erhebliche Zweifel an der Finanzierung bestehen. In seinen eigenen Worten: „Ich werde nicht weggehen. Ich bin eine Nervensäge.“
eBay hat das 56-Milliarden-Dollar-Übernahmeangebot von GameStop klar zurückgewiesen und erklärt, dass es keine Pläne gebe, den Marktplatz zu verkaufen. Die Entscheidung fiel, nachdem der eBay-Vorstand den Vorschlag von GameStop-CEO Ryan Cohen mehrere Tage lang gemeinsam mit Finanz- und Rechtsberatern geprüft hatte.
In einem später veröffentlichten Brief an Cohen erklärte eBay, der Marktplatz könne auch ohne Unterstützung von außen erfolgreich wachsen. Zudem wirkten die finanziellen Grundlagen des Deals aus Sicht des Unternehmens fragwürdig. Eine Zusammenlegung der beiden Unternehmen würde zu einer hohen Verschuldung führen und zusätzliche Risiken schaffen. Das hat offenbar auch Investoren wie Michael Burry beunruhigt, der für seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008 bekannt ist. Der eBay-Vorstand schrieb:
„eBay ist ein starkes, widerstandsfähiges Unternehmen, das in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte erzielt hat. Wir haben unseren strategischen Fokus geschärft, die Umsetzung verbessert, unseren Marktplatz und die Verkäufererfahrung gestärkt und kontinuierlich Kapital an die Aktionäre zurückgeführt.“
Der Vorstand ergänzte:
„Mit seinem differenzierten globalen Marktplatz und einer klaren Strategie ist der eBay-Vorstand zuversichtlich, dass das Unternehmen unter seinem derzeitigen Managementteam gut positioniert ist, um weiterhin nachhaltiges Wachstum zu erzielen, diszipliniert zu handeln und langfristigen Wert für seine Aktionäre zu schaffen.“
Ryan Cohen zeigt sich davon allerdings unbeeindruckt. Gegenüber der Financial Times erklärte der GameStop-CEO öffentlich, dass er weiterhin an der Übernahme festhalte:
„Je stärker eBay sich gegen mich wehrt, desto weniger werde ich ein Nein akzeptieren. Ich werde nicht weggehen. Ich bin eine Nervensäge.“
Auf dem Papier bot GameStop den eBay-Aktionären 125 Dollar pro Aktie – damals ein Aufschlag von rund 20 Prozent. Die Finanzierung sollte zur Hälfte über Bargeld und zur Hälfte über neue GameStop-Aktien erfolgen. Im Falle einer Fusion hätten eBay-Investoren rund 70 Prozent des zusammengeschlossenen Unternehmens gehalten, während Ryan Cohen die Rolle des CEO übernommen hätte.
Um den Baranteil in Höhe von 28 Milliarden Dollar zu stemmen, plante GameStop laut Bericht, rund 9 Milliarden Dollar aus eigenen liquiden Mitteln zu nutzen und weitere 20 Milliarden Dollar über Fremdfinanzierung von TD Securities aufzunehmen.










