GTA 6 für PC soll aus diesem Grund später erscheinen

Während die Veröffentlichung von GTA 6 für PS5 und Xbox im November näher rückt, bleibt der Termin der PC-Version unbekannt. Bereits bei GTA 5 und Red Dead Redemption 2 hat Rockstar zunächst die Konsolenfassungen priorisiert. Der ehemalige Produzent John Ricchio hat nun weitere Einblicke in die Plattformstrategie des Unternehmens gegeben. Auch dem finanziell gut ausgestatteten Entwicklerteam stehen demnach nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung.
Konsolen sind zuerst dran
Ricchio hat an Red Dead Redemption, Max Payne 3 und GTA 5 mitgewirkt, bevor er Rockstar Games verlassen hat. In einem neuen Interview mit Reece "Kiwi Talkz" Reilly erklärt er, warum er die Entwicklung zunächst für Konsolen bevorzugt hat. Laut Ricchio ist es "immer besser, mit den Einschränkungen zu beginnen und anschließend zu erweitern, denn etwas zu reduzieren ist deutlich schwieriger als es auszubauen".
Die festgelegten Hardware-Spezifikationen der Konsolen von Microsoft und Sony sind bei der Entwicklung häufig von Vorteil. PCs bieten zwar ein höheres Leistungspotenzial, erfordern jedoch die Unterstützung einer deutlich größeren Hardwarevielfalt. Neben der einfacheren Optimierung erlaubt der Ansatz dem Studio außerdem, seine "stets begrenzten" Ressourcen gezielt einzusetzen.
Einige Desktop- und Laptop-Spieler fühlen sich benachteiligt, weil Rockstar noch keinen Erscheinungstermin für GTA 6 auf dem PC bestätigt hat. Ricchio betont jedoch, dass Entwickler möglichst viele Plattformen unterstützen möchten. Red Dead Redemption ist erst 14 Jahre nach seinem ursprünglichen Debüt auf Steam erschienen, eine entsprechende Version hat laut Ricchio aber schon deutlich früher existiert.
Die Verzögerung solcher Umsetzungen ist eine geschäftliche Entscheidung gewesen, obwohl das Studio bereits zu Zeiten von Grand Theft Auto 5 über großzügige Budgets verfügt hat. Ricchio erklärt: "Wenn Geld dafür ausgegeben wird, steht es für etwas anderes nicht zur Verfügung."
Ist Geld für Rockstar wirklich ein Problem?
Angesichts früherer Aussagen von Take-Two-CEO Strauss Zelnick erscheint diese Erklärung möglicherweise schwer nachvollziehbar. Mit Blick auf Rockstars Fähigkeit, neue Maßstäbe zu setzen, hat er erklärt, das Team verfüge über "unbegrenzte finanzielle, kreative und personelle Ressourcen". Trotz gegenteiliger Gerüchte wollte der CEO außerdem die Belastung durch Crunch reduzieren. GTA 6 soll in jedem Fall eine größere offene Spielwelt und intelligentere, KI-gestützte NPCs bieten.
Die großflächige Umsetzung neuer Technologien könnte selbst die größten Studios an ihre Grenzen bringen. Digital Foundry macht potenziellen Käufern dennoch Hoffnung, dass die PC-Version von GTA 6 nicht allzu lange auf sich warten lässt. Nach Einschätzung der Redaktion zeigen aktuelle Screenshots einen Detailgrad, der auf PS5 oder Xbox nicht möglich ist.









