IdleOn ist ein Free-to-Play-MMORPG eines Solo-Entwicklers. Der Titel will keine teure AAA-Produktion sein, sondern setzt ganz auf Idle-Fortschritt, das Management mehrerer Charaktere und augenzwinkernden Humor. Am treffendsten lässt es sich als „das MMO, das man spielt, während man andere Spiele spielt“ beschreiben. Genau so sind die Mechaniken aufgebaut: Alles läuft weiter, es wird Beute gesammelt und gelevelt – egal, ob Spieler online sind oder nicht.
Genau genommen ist IdleOn ein 2D-Idle-MMORPG im Pixel-Art-Stil, in dem Spieler eine wachsende Gruppe von Charakteren aufbauen, die parallel arbeiten. Sie bekämpfen Monster, sammeln Ressourcen und craften sogar dann, wenn Spieler ausgeloggt sind. Mit der Zeit verteilen sich diese Figuren auf verschiedene Karten und Systeme. So entsteht eine Art persönliche Gilde, deren gemeinsamer Ertrag den accountweiten Fortschritt antreibt, statt sich nur auf einen einzelnen „Main-Charakter“ zu konzentrieren.
Das Spiel bietet mehr als ein Dutzend Basis- und fortgeschrittene Klassen – von klassischen Kriegern, Bogenschützen und Magiern bis hin zu ungewöhnlicheren Spezialisierungen, die sich vor allem um Wirtschaft oder Automatisierung drehen. Jede Klasse hat eigene Talentbäume und Angriffsmechaniken. Darum herum spannt sich ein dichtes Netz an Nebensystemen: Skills wie Bergbau, Schmieden, Alchemie, Angeln und Kochen, dazu Postaufträge, Stempel, Statuen, Obole, Tower-Defense-Modi, Haustierkämpfe und fabrikähnliche Automatisierungsmechaniken. All das macht aus dem auf den ersten Blick simplen Idle-Spiel eine echte Min-Max-Sandbox.
Die „MMO“-Seite von IdleOn fällt bewusst leichter aus als bei klassischen, groß angelegten Online-Rollenspielen: Man teilt Städte und Oberwelt-Gebiete mit anderen Spielern, kann chatten, Gilden beitreten und sich in Minispielen oder Boss-Rankings messen. Der eigentliche Kampf und das Sammeln von Ressourcen sind jedoch weitgehend account-basiert instanziert. Damit liegt der Fokus auf langfristigem Account-Aufbau statt auf festen Raid-Terminen oder Gruppenzwang.
IdleOn erfordert keine Einmalzahlung. Auf Steam ist der Titel komplett kostenlos spielbar. Spieler können die Entwickler aber über optionale Mikrotransaktionen unterstützen – etwa durch kosmetische Inhalte oder Komfortfunktionen wie zusätzliche Charakter-Slots, Account-Boni oder Skins. Ein und derselbe Account lässt sich sowohl auf PC als auch auf Mobilgeräten nutzen. Der Solo-Entwickler betont in den Shop-Beschreibungen zudem klar seine strikte No-Ads- und Anti-Pay-to-Win-Haltung.
Laut bisherigem Community-Feedback zählen zu den größten Stärken von IdleOn vor allem die spielerische Tiefe, die regelmäßigen Updates und der große Umfang an Gratis-Content. Häufige Kritikpunkte sind dagegen die steile Lernkurve, eine teils überladene Benutzeroberfläche und das grindlastige Spielgefühl – das spätestens dann aufkommt, wenn man eine zweistellige Anzahl an Charakteren gleichzeitig verwaltet. Zwar hatte das Spiel eine Early-Access-Phase, doch auch nach dem offiziellen Release Anfang November bleiben die Bewertungen überwiegend positiv. Zudem ist IdleOn auch auf dem Steam Deck spielbar (in der OLED-Version aktuell für rund 750 Euro bei Amazon erhältlich).
















